Esche und Co. werden ausgegraben / Neue Standorte im Stadtgebiet

16 Bäume gehen am Verdener Allerufer auf Reisen

Die Esche wird samt Wurzelballen verpflanzt.
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Sicher und fest eingepackt: Die Esche wird samt Wurzelballen vom Allerufer zum Rennbahngelände verpflanzt.

Verden – Blumen umtopfen? Kein Problem! Aber Bäume, zehn Meter hoch, mit ausladender Krone? „Kein Problem“, sagt Herbert Porlein. Nicht einen, sondern 16 Exemplare in der Größenordnung graben der Bauleiter der Firma Opitz und seine Mannschaft am Allerufer, im Schatten der Nordbrücke, aus und verteilen Esche und Co. auf Grünflächen in der gesamten Stadt.

Rundspaten-Maschine packte den Baum vorsichtig samt Ballen und Wurzelwerk

Mit Augenmaß parkt Erhardt Urban sein Gefährt neben der Esche. Ein Knopfdruck, der riesige Greifarm fährt aus, dann legt sich, kurz über dem Erdboden, ein eiserner Ring um den Baum und schließt sich. Stück für Stück, ein bisschen ruckeln, ein bisschen pressen, drücken sich die keilförmigen Zähne in den Untergrund, und packen, in etwas mehr als einen Meter Tiefe, den Wurzelballen. „Es ist alles eine Frage der Technik“, erklärt Bauleiter Porlein. Und die Technik hat auch einen Namen. Sie nennt sich Rundspaten-Maschine. „Bis zu einer gewissen Größe kriegen wir damit jeden Baum aus der Erde.“ Die Esche, darauf achtet das Team, wird mit einem Wurzelballen, Durchmesser circa 2,50 Meter, aus der Erde gezogen. „Die eine oder andere Wurzel bleibt hängen, aber die Bäume am Ufer sind in einem sehr guten Zustand. Das halten die aus“, sagt Porlein. Und er geht sogar noch einen Schritt weiter. „Sie sind wertvoll. In einer Baumschule müsste ich pro Stück circa 10 000 Euro auf den Tisch legen. Der Umzug mit Pflege kostet circa 3000 Euro. Es lohnt sich also.“

Bäume sind pro Stück circa 10000 Euro wert

Letzte Prüfung: Erhardt Urban schnallt den Baum an.

Ein Baum geht auf Reisen. Sicher „geschultert“ und sauber flach gelegt, letzte Erde abgefegt, dann setzt sich Erhardt Urban an das Steuer seines Lkw. Der Mitreisende huckepack, geht es vom Allerufer über die Conrad-Wode-Straße in Richtung Kreisel, auf den Johanniswall und dann in die Lindhooper Straße. Ein Umzug als echter Hingucker. Die Esche mit wehender Krone im Fahrtwind und staunende Menschen am Straßenrand. Der Lkw biegt von der Lindhooper Straße ab, die Reise endet auf dem Rennbahngelände. Da warten schon einige alte Gefährten, die die Esche vom Allerufer kennen, darunter drei Sumpfeichen und ein Feldahorn. Das Rennbahngelände ist auf den weiteren Gast vorbereitet: „Die Rundspaten-Maschine hat vorab bereits ein Loch in genau der Größenordnung des Eschen-Wurzelballens gegraben“, erklärt Porlein. Ein bisschen Spannung ist schon da, allerdings nicht beim Bauleiter, der ist entspannt: „Das passt haargenau.“ Zum Beweis lässt Kollege Urban den Baum vom „Haken“, und der kuschelt sich in sein neues Zuhause. „Der Boden sowohl an der Aller als auch hier auf dem Gelände tut den Bäumen gut, das hilft ihnen beim Umzug“, so Porlein. Er ist sich sicher: „Mit begleitender Pflege gibt es überhaupt keine Probleme.“

Verdener Betriebshof kümmert sich um die Pflege

Dass dem so ist, dafür sorgen die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes. Thore Ahlers wird mit seinem Team darauf achten, dass die Ballen der Bäume nicht austrocknen. „Wir werden ordentlich wässern“, verspricht er.

Insgesamt sind es 16 Bäume, die auf diesem Weg vom Allerufer in das Stadtgebiet ziehen. Grund für die Umsetzung ist der Neubau der Nordbrücke. „Die Bäume hätten im Zuge der Bauarbeiten gefällt werden müssen“, so Silke Schwarz vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün. Als die Straßenbaubehörde daraufhin Kontakt mit der Stadt aufnahm, machte Schwarz sich im Herbst an die Arbeit und kontaktierte die Firma Opitz. „Wir sind natürlich sehr froh, dass wir mit dieser Lösung die Bäume retten konnten“, sagte Silke Schwarz).

Ankunft in der Esche auf dem Rennbahngelände.

Infos zur Baumaßnahme an der Nordbrücke

Rund um die Nordbrücke wird kräftig aufgeräumt. Etliche Bäume und Buschwerk mussten im Vorfeld der im Herbst beginnenden Baumaßnahmen zur Erneuerung der Allerbrücke weichen. Laut eines Planfeststellungsbeschluss wären es auf dem Parkplatz Am Allerufer noch insgesamt 21 Bäume, die gefällt werden müssten.

Die Stadtverwaltung in Person von Silke Schwarz suchte nach einer Lösung, wie die Bäume zu retten sind und stieß auf die Firma Opitz mit Sitz bei Nürnberg. „Das Unternehmen pflanzt auch deutlich größere Bäume um. Da gibt es keine Probleme“, weiß Schwarz. Von den 21 Bäumen werden daher insgesamt 16 vitale und gut entwickelte verpflanzt:

• auf das Rennbahngelände sowie am Stadion drei Sumpfeichen, fünf Eschen und ein Feldahorn.

• in die Grünanlage Okerstraße/Rheinstraße eine Sumpfeiche.

• in den Alleruferpark eine Sumpfeiche.

• in die Grünanlage am Oderplatz eine Sumpfeiche und zwei Eschen.

• in die Ausgleichsfläche Böhmestraße zwei Feldahorn.Der Parkplatz an der Nordbrücke wird trotz des Wegzugs der Bäume nicht ohne Bewuchs bleiben. „Nach Abschluss der Baumaßnahme wird die zwischengenutzte Fläche der Grünanlage und des Radwegs wiederhergerichtet und es werden dort neue Bäume gepflanzt“, sagt Silke Schwarz.

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