AUF TOUR MIT FAHRLEHRERIN SABINE DEUTSCH: Verdener Reeperbahn in Richtung Hönisch

Vor der Ampel Vollgas Richtung Südbrücke

Die Kreuzung zur Südbrücke in Verden
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Die Kreuzung zur Südbrücke: Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer müssen sich organisieren. Nach rechts geht’s in die Innenstadt, geradeaus auf die Reeperbahn und nach links auf die Brücke in Richtung Hönisch.

Verden – Tempo 30, aber eigentlich eher weniger. Das ist die zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf der Reeperbahn. Egal, ob nachts um halb eins oder am Tage. „Hält sich aber bei weitem nicht jeder dran“, sagt Fahrlehrerin Sabine Deutsch.

Blick in die Reeperbahn: Tempo 30 ist zulässige Höchstgeschwindigkeit. Die wenigstens halten sich dran.

Reeperbahn in Verden: Eigentlich ist Tempo 30 hier noch zu schnell

Also, auf der Straße Blumenwisch, Richtung Aller und dann nach links in die Reeperbahn. Ups, Gegenverkehr, auf der Blumenwisch. Hat die Fahrlehrerin schon lange im Vorfeld gecheckt, sachte aufs Bremspedal getreten, der Gurt des Beifahrers strafft sich nicht mal. Gelernt ist gelernt. Und dann mit Tempo 30 immer gerade aus. Den nachfolgenden Fahrer immer dicht auf der Stoßstange. Sabine Deutsch ficht das nicht an, sie wird eher langsamer. Nicht, weil sie den „Verfolger“ ärgern will, sondern weil es notwendig ist. „Eigentlich ist Tempo 30 hier noch zu schnell“, sagt sie. Und sie hat Recht. Links wie rechts Parkplätze, viele Menschen, die mal eben fix in die Stadt und ebenso fix wieder weg wollen. Alle haben es eilig, und da will tatsächlich jemand aus der Parklücke. „Kann er aber nicht, wenn ich mit Tempo 30 fahren würde“, weiß Deutsch. Macht der „Ausparker“ aber trotzdem. Also abbremsen. Hat Sabine Deutsch, weil mit viel Erfahrung und Weitsicht ausgestattet, schon lange – und wieder sachte – gemacht. Der Verfolger hinter ihr muss da schon schärfer bremsen, weil er eben zu dicht auffährt. Aber es geht gut, der „Ausparker“ darf raus aus der Lücke und – Daumen hoch – freut sich. „Es geht auf dieser Strecke, wie übrigens überall, nur miteinander. Teil der Verkehrserziehung, auch in meinem Unterricht“, so Deutsch.

Da hilft nur Geduld: Alle Spuren dicht. Viele Autofahrer setzten über den Bordstein und nehmen den Fußweg.

Zebrastreifen auf der Reeperbahn: Wer als Fußgänger da rüber will, der sollte auf der Hut sein

Kaum gesagt, wartet schon die nächst Herausforderung. Der Zebrastreifen, der die Fußgänger sicher zwischen Rathaus und Allerpark über Reeperbahn oder in umgekehrter Richtung bringen soll. Wer als Fußgänger da rüber will, der sollte auf der Hut sein. Und nicht auf seinem Recht bestehen. „Der Zebrastreifen ist zwar zu sehen, aber nicht die Fußgänger, schon gar nicht kleinere Kinder, wenn sie hinter den parkenden Autos auf die Straße treten“, erklärt Sabine Deutsch. Steht da ein SUV, befindet sich der Autofahrer praktisch im Blindflug. Wieder ein Grund mehr, mit dem Tempo runterzugehen. „30 Stundenkilometer sind in dem Bereich deutlich zu viel!“

Jetzt wird’s schwierig: Wenn sich vor der Ampel der Südbrücke Verkehr staut.

Kreuzung vor der Südbrücke: Nicht sechs- oder achtspurig, keine Ampel, aber jede Menge Herausforderungen

Die Hürde genommen, bleibt es weiter spannend. Leichte Rechtskurve, und da ist sie schon. Eine Kreuzung, die es in sich hat. Nicht sechs oder achtspurig, keine Ampel, aber jede Menge Herausforderungen muss sich der Autofahrer stellen, wenn er zur Hauptverkehrszeit in die Brückstraße, über die beiden Brücken und weiter nach Hönisch will. Rechts vor links, so die Regel an der Ecke Reeperbahn/Brückstraße, und Sabine Deutsch scheint damit gar nicht so unglücklich. „Wer sich hier auskennt, für den läuft, mit Absprache und Zeichen geben, alles relativ reibungslos“, findet sie. „Aber Vorsicht ist angebracht!“ Radfahrer aus der Innenstadt, die über den Zebrastreifen preschen. Auch da, wo keiner aufgemalt ist, wird geradelt und gegangen, als würde es die Autos nicht geben. Gleichzeitig winkt Sabine Deutsch den kreuzenden Gegenverkehr rüber, weil sie selbst warten muss, um ein Fahrzeug von rechts vorzulassen. Das Rezept geht tatsächlich und ohne großen Stress auf. „Die Leute müssen nur mitdenken und rücksichtsvoll fahren“, erklärt Sabine Deutsch ihren Mix.

Viele fahren auch noch bei Gelb oder sogar bei Rot auf die Brücke und dann kann es chaotisch werden

Das ist das Stichwort für die bevorstehende Tour über die Südbrücke. Weil einspurig, regelt eine Ampel den Verkehr über das Bauwerk. „Wer in die Brückstraße fährt, die Ampel Grün sieht, der gibt Vollgas“, so eine Erfahrung von Sabine Deutsch. Und nicht nur das: Wer als Fußgänger aus dem Allerpark, aus dem kleinen Weg hinter der Kneipe, kommt und über die Fahrbahn Richtung Bollwerk will, der sollte aufpassen – und sich nicht darauf verlassen, dass die Autos vom Gas gehen, weil die Ampel an der Brücke gleich Rot wird. „Viele fahren auch noch bei Gelb oder sogar bei Rot auf die Brücke und dann kann es chaotisch werden“, erzählt Deutsch. Der Platz zwischen den Brücken ist nur begrenzt, staut sich am Feierabend der Verkehr, bleiben die Gelb-Rot-Nachrücker auf der einspurigen Brücke hängen. „Und dann wird es richtig eng, weil die entgegenkommenden Fahrzeuge trotz Grün nicht auf die Brücke und in die Stadt kommen“, so Deutsch. „Vielfach wird dann auf den Bordstein gesetzt und zweispurig gefahren, was das Chaos nicht unbedingt besser macht und auch nicht erlaubt ist.“

Einen Lösungsvorschlag? „Hab’ ich nicht, aber vielleicht wird’s mit der neuen Brücke ja besser!“

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