Keine Fünfte Jahreszeit und Hoffnung auf 2022

Jetzt offiziell: Verdener Domweih abgesagt

Riesenrad auf der Domweih
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Die Lichter bleiben aus: Die Domweih für 2021 ist offiziell abgesagt.

Verden – Kein Riesenrad, kein Autoscooter, weder Fischbrötchen noch der Duft von Zuckerwatte oder Pommes und Bratwurst – eine Runde über den Rummelplatz fällt auch 2021 aus. Was viele schon vermutet haben, nun ist es Fakt: Die Domweih, Verdens fünfte Jahreszeit, wird zum zweiten Mal in Folge abgeblasen. Bürgermeister Lutz Brockmann bedauert die Entscheidung, machte aber auch deutlich: „Mit Blick auf den Infektionsschutz und die Gesundheit aller ist die Absage alternativlos.“ Katerstimmung will angesichts der Absage allerdings nicht aufkommen: „Ganz ehrlich, alles andere hätte mich schon gewundert“, so Dehoga-Chef Gördt Glander. „Dennoch ist es für die Schausteller und uns Gastronomen schon sehr, sehr bitter.“

Mit Blick auf den Infektionsschutz und die Gesundheit aller ist die Absage alternativlos

Was für viele gefühlt sowieso nicht möglich, musste seitens der Stadt dennoch offiziell gemacht werden. So setzte sich der Verwaltungsausschuss hinter verschlossenen Türen zusammen, um die Sachlage nüchtern zu bewerten. Letztendlich konnte es dann nur eine Entscheidung geben, so die Nachricht von Bürgermeister Lutz Brockmann aus dem Rathaus: „Aufgrund der anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie sagt die Stadt Verden die Domweih ab. Auch wenn es aktuell noch kein Veranstaltungsverbot für Anfang Juni gibt, ist offensichtlich, dass die Durchführung weder möglich noch verantwortbar sein wird“, sagt der Verwaltungschef. Die Absage zu diesem Zeitpunkt schaffe für die Stadt als Veranstalterin, die Versorgungsunternehmen und alle Besucher frühzeitig Klarheit.

Dennoch ist es für die Schausteller und Gastronomen schon sehr, sehr bitter

Die Absage ist alternativlos, will heißen, auch in abgespeckter Form oder auf Abstand und mit Maske kann nicht gefeiert werden. „Alles, was wir anbieten würden, auch im kleinteiligen Bereich, lockt Menschen an. Genau das ist hingegen ja der Grund, warum die Feste abgesagt werden“, macht Angelika Revermann von der Touristinfo Verden deutlich. Dennoch haben die Organisatoren bei der Stadt das Fest im Kopf. „Wir werden ein bisschen in der Vergangenheit kramen, auch wenn noch nicht ganz genau feststeht, wie das aussehen wird“, so Revermann. In lockerer Runde hat sich die Tourismus-Chefin bereits mit Kolleginnen aus dem Stadtarchiv zusammengesetzt und ein wenig in der Domweih-Geschichte geblättert. „Es gibt viele Fotos, aber auch Filmmaterial aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Vielleicht gibt’s Möglichkeiten, das eine oder andere Filmchen in den sozialen Medien zu zeigen und dazu die eine oder andere Aktion zu starten, an der sich Domweihfans online beteiligen“, sagt Revermann. Jetzt krampfhaft was auf die Beine zu stellen, das wie ein Abklatsch wirke, damit tut sich Revermann allerdings auch schwer. „Es ist derzeit, wie es ist. Domweih ist nicht. Das müssen wir akzeptieren.“ Bleibt nur, den guten Loriot zu zitieren: „Früher war mehr Lametta.“

Bleibt nur, den guten Loriot zu zitieren: „Früher war mehr Lametta.“

Pragmatisch sieht es Gördt Glander, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Kreisverband Verden. „Die Absage im vergangenen Jahr, dann der zweite Lockdown und der weitere Verlauf der Pandemie bis heute, unsere Hoffnungen auf die Domweih 2021 tendierten eh’ gegen null.“ Die Absage, das macht Glander deutlich, treffe allerdings erneut eine Branche, die ums Überleben kämpfe. „Die Domweih ist insbesondere für die heimische Gastronomie eine Werbeplattform, auf der wir uns stets mit sehr viel Freude und Engagement präsentieren. Da steckt viel Herzblut drin, weil wir wissen, dass sich alle Jahre wieder Menschen für diese sechs Tage Urlaub nehmen, lange Anreisen in Kauf nehmen, um zu feiern und langjährige Freunde zu treffen. Das fällt weg.“

Die Domweih ist insbesondere für die heimische Gastronomie in Verden eine Werbeplattform

Die Absage im zweiten Jahr eine Enttäuschung, sind sowohl Angelika Revermann als auch Gördt Glander optimistisch, die Domweih 2022 feiern zu können. „Das Fest hat für Verden eine hohe Bedeutung. Fatal wäre mit der neuerlichen Absage ein Signal zu senden, dass da heißen würde, es ginge auch ohne. Wir sollten daher alles dafür tun, diese Veranstaltung mit allem Drumherum und ihrem identitätsstiftenden Charakter für Verden mit allen Mitteln lebendig zu erhalten“, sagt Glander.

Das Fest hat für Verden hohe Bedeutung. Das wäre dann mal richtig Lametta – und Domweih 3.0

Auch Bürgermeister Lutz Brockmann setzt auf das kommende Jahr und darauf, „dass das älteste Volksfest Norddeutschlands nach einer erfolgten Impfung der Bevölkerung wieder wie gewohnt stattfinden kann.“ Und vielleicht gibt’s dann ja einen ordentlichen Nachschlag. Bei der Absage im vergangenen Jahr stellte Brockmann für 2021 eine Verlängerung um einen Tag in Aussicht. Mit dem neuerlichen Ausfall käme für 2022 nun ein zweiter Tag oben drauf. Oder? Acht Tage Domweih? Das wäre dann mal richtig Lametta – und Domweih 3.0!

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