Vollsperrung der Nordbrücke noch dieses Jahr

Zukunft des Ersatzneubaus der Verdener Nordbrücke weiterhin ungewiss

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Halbjährlich werden Sonderprüfungen an der Nordbrücke durchgeführt.

Der Baubeginn der Nordbrücke verschiebt sich um ein Jahr. Grund dafür seien laut der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr offene Fragen des Denkmalschutzes. Doch nun teilt die Stadt mit, dass keine Genehmigung für den Abriss der alten Nordbrücke benötigt wird.

Update vom 29. Januar, 16.30 Uhr: 

„Der Abbruch der alten Nordbrücke ist nicht davon abhängig, dass zusätzlich zur Planfeststellung eine denkmalrechtliche Genehmigung erteilt wird.“ Das teilte der Verdener Bürgermeister Lutz Brockmann im Namen der Stadt gestern auf die Anfrage der CDU-Fraktion in Sachen „Baustart der Nordbrücke“ mit. 

Entgegen der Pressemitteilung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vom 22. Januar, unter dem Titel „Baubeginn muss um ein Jahr verschoben werden“, gebe es keine offenen Fragen des Denkmalschutzes, die noch abgearbeitet und geklärt werden müssten.

 „Die Erteilung gesonderter Genehmigungen aufgrund spezialgesetzlicher Vorschriften ist nicht Voraussetzung für den Planfeststellungsbeschluss“, heißt es weiter in der Mitteilung von Lutz Brockmann.

Ursprüngliche Meldung vom 28. Januar: 

Verden - Fast eine Woche ist es nun her, dass die Niedersächsiche Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bekannt gegeben hat, dass sich der Baubeginn der Nordbrücke um ein ganzes Jahr verschiebt. Grund dafür ist eine fehlende Genehmigung der Denkmalschutzbehörde des Landes Niedersachsen, die für das noch laufende Planfeststellungsverfahren benötigt wird.

Wie wir berichteten, stellt das gleich zwei Probleme dar: Einerseits darf ohne die Genehmigung die Brücke nicht abgerissen werden und andererseits können somit nicht die benötigten Ausgleichsflächen geschaffen werden, die für die Errichtung des Ersatzneubaus notwendig wären. Wie sich jetzt herausstellte, gibt es aber noch ein weiteres Problem. Selbst wenn andernorts Ausgleichsflächen für die neue Brücke gefunden werden, könnte sie niemals an den fließenden Verkehr angeschlossen werden.

„Die alte und neue Brücke überlagern sich im Bereich des Widerlagers Richtung Verden“, erklärt Werner Fricke, Fachdienstleiter Brückenbau bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Konkret bedeutet das, dass der Ersatzneubau niemals fertiggestellt werden kann, so lange der Altbau noch vollständig steht. „Sofern keine Genehmigung für den Abriss kommt, müsste alles neu geplant werden, da die jetzige Planung dann absolut keinen Sinn mehr macht“, so Fricke weiter.

Durch die Hitze verformte sich der Asphalt auf der Brücke an vielen Stellen.

Wie wahrscheinlich es ist, dass der Abriss von der Denkmalschutzbehörde genehmigt wird, kann der Sachdienstleiter nur schwer einschätzen. „Die Entscheidung wird anhand der eingereichten Akten gefällt. Aber mit denen hat man ja noch kein richtiges Bild von der Situation vor Ort.“ In solchen Fällen sei es immer hilfreich, dass sich die Entscheidungsträger das betroffene Objekt ansehen. Ob so eine Ortsbegehung vorgesehen ist und ob es bereits eine Rückmeldung der Denkmalschutzbehörde gab, ist nicht klar, da Ralf Felden, der Ersteller des Planfeststellungsverfahrens, gestern telefonisch nicht zu erreichen war.

Doch es gibt eine gute Nachricht: „Sofern die Abrissgenehmigung der Denkmalschutzbehörde noch diesen Sommer kommt, können wir – wenn alles glatt mit den Ausschreibungen läuft – im dritten Quartal 2021 mit dem Bau beginnen. Theoretisch könnten wir dann sogar im Dezember 2024 fertig sein, einschließlich des Rückbaus der Altbrücken“, so Werner Fricke.

Im östlichen Teil der Allerbrücke sind die Spurrillen und Schäden nicht so kritisch wie auf der Allerflutbrücke.

Das sowohl die Nord- als auch die Südbrücke in keinem guten Zustand sind, ist kein Geheimnis. Bereits bei der Sanierung der Allerstrombrücke im August machte Stephanie Weber, Projektleiterin bei der Stadt Verden, mehrmals deutlich, dass es sich bei den vorgenommenen Arbeiten um eine Notinstandsetzung handelte. Darum soll die Südbrücke im Jahr 2025 – theoretisch nach der Eröffnung der neuen Nordbrücke – neu gebaut werden.

Mit der Planung dafür habe die Stadt bereits begonnen. Das bestätigte Rainer Kamermann, Fachbereichsleiter Straßen und Stadtgrün, auf Nachfrage. „Die Maßnahme muss wie der Ersatzneubau europaweit ausgeschrieben werden und benötigt ein Planfeststellungsverfahren“, so Kamermann und ergänzt: „Die Südbrücke steht nicht unter Denkmalschutz, das steht fest.“

„Das Tragwerk der Nordbrücke selbst wird es bis zum Laufzeitende, also bis 2024/25, überstehen. In der Zwischenzeit führen wir halbjährliche Sonderprüfungen durch“, so Fricke abschließend.

Mehrtägige Vollsperrung der Nordbrücke

Noch im Verlauf dieses Jahres wird die Nordbrücke ein oder zwei Wochenenden lang gesperrt werden müssen. „Wir müssen die Spurrillen und den verdrückten Fahrbahnbelag entweder ausbessern oder sogar komplett beseitigen“, informiert Werner Fricke von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Eine Vollsperrung der Fahrbahn dabei ist notwendig, um die Sicherheit der Bauarbeiter zu gewährleisten. „Anders als bei den letzten Ausbesserungsarbeiten reicht der Restquerschnitt dabei für eine halbseitige Sperrung nicht mehr aus“, so Fricke weiter. Er stellt klar, dass es sich dabei um Notreperaturen handelt: „Die Pfützen beziehungsweise das hochspritzende Wasser oder die Glätte, die in den Rillen und Einbuchtungen entstehen würden, stellen eine potenzielle Gefährdung für die Verkehrsteilnehmer sowie Fahrradfahrer und Fußgänger dar.“

Der betriebene Aufwand für die Arbeiten soll dabei möglichst minimalistisch gehalten werden. Um den Verkehrsfluss so wenig wie möglich zu behindern, wird die Maßnahme laut Plan auf zwei Ferienwochen gelegt. Alle Fahrzeuge, die unter vier Tonnen wiegen, können die Allerstadt zwar über die Südbrücke erreichen, aber alles, was schwerer ist, wird umgeleitet werden müssen.

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