Nachverfolgung von Infektionsketten

Alarmierende Corona-Lage: 90 Prozent der Infizierten in Verden ungeimpft

Eine Frau fertigt eine Corona-Impffusion an. „Zu 90 Prozent Ungeimpfte“ befinden sich aktuell unter den Corona-Infizierten im Landkreis Verden.
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„Zu 90 Prozent Ungeimpfte“ befinden sich aktuell unter den Corona-Infizierten im Landkreis Verden.

Verden/Achim – Die aktuelle Corona-Lage führt offenbar zu einer alarmierenden Spaltung der Gesellschaft im Landkreis Verden. Während die Positiv-Bestätigungen im Herbst 2021 in immer neue Höhen steigen, kristallisiert sich zunehmend heraus, wen diese Neuinfektionen treffen. „Zu 90 Prozent Ungeimpfte“, sagt Ulf Neumann aus der Verdener Kreisverwaltung auf Nachfrage. Das habe eine Fallanalyse im Rahmen der Nachverfolgung von Infektionsketten ergeben.

Besonders bedrückend: Oft sind es die Allerkleinsten, die in den Sog der Sorglosigkeit gezogen werden, jene also, die noch nicht zwölf Jahre alt sind und demzufolge noch nicht geimpft werden können. Das belegen schon die Veröffentlichungen des Kreishauses an den vergangenen Tagen. Auffallend häufig waren Fälle aus Schulen und Kindertagesstätten gemeldet. Alles keine zu vernachlässigende Größe. Knapp 20.000 junge Leute dürften zwischen Ottersberg und Dörverden dem Kreis der Unter-Zwölfjährigen angehören.

Überhaupt wandele sich die Altersgruppe der Infizierten zusehends. Waren es vor einem halben Jahr noch die Senioren, die es besonders traf, so ist das Gros inzwischen den 20- bis 50-Jährigen zuzuordnen. Reiserückkehrer seien immer noch darunter, größere Familienverbände ebenfalls. „Da wird das Virus schnell von einem zum nächsten gereicht“, so Neumann.

Wahrscheinlich würde die Pyramide der Betroffenen noch drastischer zugunsten der Geimpften ausfallen, wäre nicht ein neues Phänomen zu beobachten. „Bei einigen Älteren stellen wir erste Impfdurchbrüche fest, bei Menschen, die das 80., sogar das 90. Lebensjahr überschritten haben.“ Wahrscheinlich treffe zu, was auch schon erste Klinik-Langzeitstudien belegten: Bei Senioren lasse der Schutz nach der Impfung allmählich nach, die Zahl der Antikörper sinke überdurchschnittlich.

Zunehmend komme deshalb ein dritter Piks in Frage, eine Impfauffrischung. Gerüstet wäre beispielsweise das Impfzentrum. Noch jedenfalls. Am 30. September sei jedoch, so Neumann, unwiderruflich Schluss. Erste Einschränkungen habe die Einrichtung am Kreishaus in Verden bereits jetzt hinzunehmen. „Erstimpfungen im eigentlichen Sinne werden schon nicht mehr angeboten“, so Neumann, „wer noch überhaupt keinen Schutz hat, dem kann allenfalls der Wirkstoff von Johnson & Johnson angeboten werden, der keine Zweitimpfung erforderlich macht.“ Darüber hinaus sei Impfinteressierten wärmstens der Weg zum Hausarzt empfohlen. Dort stehe die komplette Bandbreite der Wirkstoffe zur Verfügung.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Im Impfzentrum würden zwar die Zelte abgebrochen, das Personal aber, oft nur befristet eingestellt, werde zu großen Teilen weiterhin benötigt. „Inzwischen sind Pläne des Landes bekanntgeworden, mobile Impfteams zum Einsatz beispielsweise in Senioreneinrichtungen vorzuhalten“, so Neumann, „für den Landkreis Verden käme einem aktuellen Verteilerschlüssel folgend der Aufbau zweier solcher Teams in Frage.“

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