100 Reiter zum 95. Geburtstag im 96. Jahr

Verden: Der Meute hinterher

Reiter galoppieren hinter Hundemeute.
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Der Meute hinterher: Für die Teilnehmer der springenden Felder führte die Jagdstrecke auch über etliche Sprünge hinweg, hier in der Allerniederung bei Wahnebergen.

Verden – Erst die historische Kulisse der alten Holzmarktkaserne, dann der malerische Ausflug in die Allerwiesen. Rund 100 Reiter zwischen 10 und 80 Jahren machten die Jagd des Verdener Schleppjagdreitvereins mit ihren Pferden und Hunden zu einer der größten und schönsten in der Region und legten mit ihren Pferden eine anspruchsvolle Jagdstrecke zurück.

Und in diesem Jahr war das Jagderlebnis auch noch ein ganz besonderes: mit einjähriger Verspätung hat der VSJRV sein von Corona ausgebremstes 95-jähriges Jubiläum nachgeholt.

Als Jagdherren hatten diesmal Jörg Schultz und Karl-Kristian Wallis zu der Jagd hinter der Niedersachsenmeute eingeladen, und begleitet von den Signalen der Parforcehorn-Bläsergruppe „bien aller“ ging es pünktlich ab 12 Uhr mit dem Stelldichein auf dem Holzmarktgelände los, das auch von etlichen Zuschauern verfolgt wurde.

Der Start erfolgte vor traditionsreicher Kulisse am Holzmarkt.

Eine halbe Stunde später begann das eigentliche Jagdgeschehen: Im Schritttempo machte sich die von Master Leonard von Schultzendorff angeführte Meute auf den Weg. Dicht gefolgt von der großen Schar der Reiter zogen sie zunächst vom Holzmarkt durch die Fußgängerzone und über die Südbrücke zu den Allerwiesen, wo von Schleppenleger Johan Ellenrieder und seinem Begleiter Fred Behrendt die erste von insgesamt sechs Schleppen gelegt wurde. Denn im Gegensatz zu früheren Hetzjagden auf lebendes Wild werden bei einer Schleppjagd längst keine Tiere mehr erlegt; im Gegenteil: Die Hunde folgen der Spur einer künstlichen Fährte. In den kommenden zwei Stunden wurde dann von allen Teilnehmern die rund 15 Kilometer lange Jagdstrecke gemeistert, wobei das Geläut der Hunde stets weithin zu hören war. Die gut trainierten Foxhounds liefen gut auf der Spur und ließen sich weder durch diverse Wildfährten noch von Zuschauern ablenken, während das Reiterfeld auf den Wiesenschleppen den ungestörten Blick auf die Arbeit der Hunde und die Allerniederung genoss.

Auf der idyllischen Strecke hatten die 51 Jagdreiter in den von Karl-Kristian Wallis und Katja Wille angeführten beiden springenden Feldern außerdem verschiedene Hindernisse zu überspringen und dabei sichtlich großen Spaß. Auch die Reiter im von Niclas Kutzer angeführten nichtspringenden Feld und die Jugendlichen, die von Dorothee von Beer begleitet wurden, kamen vollends auf ihre Kosten. Ebenso wie die Zuschauer, die entlang der gesamten Jagdstrecke von markanten Punkten aus „hautnah“ das Jagdgeschehen verfolgten.

Die letzte Schleppe führte die Jagdgesellschaft dann im Bogen zurück in die Allerwiesen bei Hönisch, zum Halali in Höhe der Mühle. Die Parforcehornbläser spielten die Signale „Jagd vorbei“, die Reiter gratulierten einander zur gelungenen Jagd, die Pferde wurden belohnt, die Hunde stürzten sich auf den Pansen, das sogenannte Curreé und die Reiter bekamen Bruch und Bügeltrunk gereicht.

Anschließend zogen die Reiter mit den Hunden wieder zum Holzmarkt zurück und nachdem die Pferde versorgt waren, konnte der gesellige Part der Jubiläumsfeierlichkeiten beginnen: nachmittags mit einer gemeinsamen Kaffeetafel im Hotel Niedersachsenhof mit Jagdkritik und abends der festliche Jubiläumsteil mit Musik und gutem Essen im Borsteler Hof. Erfreut zeigten sich die Gastgeber vor allem darüber, dass die Schleppjagd unfallfrei verlaufen ist. Ihr Dank gelte außerdem dem die Jagd begleitenden Mediziner, Dr. Peter Ahrens, den Sanitätern vom DRK Verden, dem Veterinär, Dr. Norbert Böhmer, sowie den Landwirten, die ihre Wiesen zur Verfügung stellten und ohne deren Entgegenkommen und Unterstützung die Veranstaltung nicht stattfinden könnte. nie

„Jagd vorbei“: Die Parforcehornbläser nach der Hönischer Mühle.

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