Telefonistinnen des Fernamts blicken auf eine Zeit ohne Selbstwählerferndienst zurück

Verbindungen per Hand gestöpselt

Ein fröhliches Wiedersehen: Nach 44 Jahren trafen sich die „ausgeliehenen“ Telefonistinnen im Lugenstein. Foto: Niemann

Verden – 44 Jahre nachdem das Fernamt Verden aufgelöst und durch einen Selbstwählerferndienst ersetzt wurde, haben die zu jener Zeit dort Beschäftigten gemeinsam mit den an die britischen Streitkräfte „ausgeliehenen“ Telefonistinnen im Lugenstein ein fröhliches Wiedersehen gefeiert. Es war das dritte von Elisabeth Pankoke organisierte Treffen, bei dem sich die Damenriege lebhaft an die Zeiten erinnerte, als es noch keinen Selbstwählferndienst gab und sämtliche Ferngesprächs-Verbindungen von Hand gestöpselt werden mussten. Auch blickten sie auf die Abschiedsfeier zurück, die im großen Stil im Parkhotel Grüner Jäger stattgefunden hatte.

„Die an die Streitkräfte Ausgeliehenen mussten sich damals entscheiden, ob sie nach Bremen wechseln oder lieber bei der Post bleiben wollten“, erzählt Pankoke. Einige hätten auch die Alternative gewählt und wären an einem anderen Standort bei der englischen Vermittlung geblieben. „Der Post gehörten diese Kolleginnen danach aber nicht mehr an.“ Die Damen berichteten von ihrem Arbeitseinsatz. „Zu Hauptzeiten saßen im Fernamt Verden im alten Postgebäude am Bahnhof 14 Kolleginnen. Es war an allen Wochentagen von sechs Uhr am Morgen bis 23 Uhr in der Nacht besetzt. Danach wurde zum Nachtdienst nach Bremen umgeschaltet, und wir waren immer heilfroh und erleichtert, wenn das Umschalten reibungslos geklappt hat“, so Pankoke. Anders die Arbeitszeiten der „Abgeordneten“, die als Fräuleins vom Amt in der englischen Vermittlung tätig waren. „Dort wurde rund um die Uhr gearbeitet; auch nachts und am Wochenende.“ Vor allem der Nachtdienst sei sehr unbeliebt gewesen, da die Damen dann auch kleine technische Störungen hätten beseitigen müssen. „Beim Austausch von Sicherungen bekam man schon mal einen gewischt“, blickt eine der Frauen lächelnd zurück.

Arbeitslos, so Pankoke, sei aber keine der Frauen nach vollständiger Auflösung der handvermittelten Dienste geworden. Sie hätten eine neue Beschäftigung in technischen Unternehmen gefunden oder ihre Berufstätigkeit in kaufmännischen Bereichen fortgesetzt. „Und wenn auch der Dienst im Fernamt zuweilen ein Knochenjob und nervenaufreibend gewesen war – im Rückblick besehen war er doch ganz schön“, so ihr Tenor.   nie

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