Vorwürfe zurückgewiesen

Die Verbandsspitze äußert sich zum Fall Schade

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Die Verbandsspitze meldet sich zu Wort: Hans-Henning von der Decken, Hartmut Wilking und Jörn Wedermann (v. l.) schreiben an die Delegierten.

Verden – Wochenlang hatte der Vorstand des Hannoveraner Verbandes geschwiegen. Nähere Erklärungen zu der umstrittenen Freisetzung des Zuchtleiters und Geschäftsführers Werner Schade hatte der Vorsitzende Hans-Henning von der Decken zumindest für die Berichterstattung in der Zeitung verweigert. Gestern nun brachen von der Decken, sein Stellvertreter Hartmut Wilking und das Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes, Jörn Wedermann, das Schweigen zur Sache. Der geforderten vorzeitigen Delegiertenversammlung erteilen sie erneut eine Absage.

In dem bereits angekündigten Schreiben an die Delegierten, das der Redaktion vorliegt, versichern die Autoren, dass es dem Verband gut gehe und weder eine Führungskrise noch finanzielle Unsicherheit oder ein wirtschaftliches Desaster bestehen oder zu erwarten seien. Dem Bestreben von Delegierten um den Rheinländer Herbert Werth, eine außerordentliche Delegiertenversammlung einzuberufen (wir berichteten), stellen sie sich aber entgegen. Stattdessen verweisen sie auf die Arbeit der Strukturkommission und die ordentliche Delegiertenversammlung, im April nächsten Jahres geplant ist. Im Zusammenhang mit den Ergebnissen der Kommission sei der „Rücktritt des gesamten Vorstandes vorgesehen, um den großen Schritt in die Zukunft mit einem verkleinerten Vorstand und einem Aufsichtsrat zu ermöglichen. Bis dahin möchten wir den Verband auf gerader Linie gemäß des Auftrages der Delegierten leiten.“

Die Darstellung der Umstände vor, während und nach Schades Kündigung stellen die drei Autoren allerdings etwas anders dar, als der Ex-Zuchtleiter und seine Fürsprecher. „Der Gesamtvorstand hat die Kündigung von Herrn Dr. Schade am 13. Mai mit deutlicher Mehrheit beschlossen, nachdem erhebliche Pflichtverletzungen festgestellt und in einer anwaltlichen Prüfung bestätigt worden sind. Die umfassenden Begründungen lagen vorher sowohl dem Vorstand als auch Dr. Schade schriftlich vor. Bereits im Vorfeld der Kündigung und auch direkt im Anschluss an die Abstimmung wurden außerdem mehrere, leider erfolglose, Versuche unternommen, eine einvernehmliche Lösung mit Herrn Dr. Schade zu finden“, heißt es da in dem Schreiben. Die Streitigkeit sei vor Gericht anhängig und sogar eine Strafanzeige erstattet worden.

„Es ist falsch, dass ,viele Züchterinnen und Züchter den Verband verlassen' haben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2018 (Monate Januar bis Juni) ist keine überproportional hohe Zahl von Austritten zu verzeichnen, sondern lediglich eine Differenz von 18 Personen bei einer Mitgliederzahl von insgesamt 12.164 Mitgliedern. Dies entspricht bei einem derart mitgliederstarken Verband einer üblichen Fluktuation, die weit unter einem Prozent liegt“, greifen die Autoren einen weiteren Vorwurf auf. Auch die Behauptung, die Juli-Auktion und der „beispiellose Niedrigstand“ von nur 50 Pferden in der Kollektion beruhe auf einem „Verspielen von Vertrauen“, sei falsch. Solche Schwankungen habe es immer gegeben.

Dabei sei versäumt worden zu erwähnen, dass der Rückgang der Reitpferde auch auf rückläufige Bedeckungszahlen in den jeweiligen Geburtsjahrgängen beruhen könne. In der Kollektion für die Auktion beim internationalen Turnier im August, würden 124 Fohlen angeboten.

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