Maximale Wasserförderung von 8,825 Millionen Kubikmetern

Verband will reduzieren

Geschäftsführer Stefan Hamann, Simon Kuessner, technischer Mitarbeiter des Trinkwasserverbands, und Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann im Gespräch. Foto: Bruns

Verden - Von Wiebke Bruns. Auf maximal 8,825 Millionen Kubikmeter will der Trinkwasserverband (TV) Verden die jährliche Förderung im Wasserwerk Panzenberg reduzieren. Dies wurde auf einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend in der Aula der Realschule mitgeteilt und diese Menge soll auf der Verbandsversammlung am 18. September als Fördermenge beschlossen werden.

Die bisherige, für zehn Millionen Kubikmeter jährlich geltende Genehmigung für die Grundwasserförderung galt 30 Jahre und ist vor zehn Jahren abgelaufen. Seitdem wird auf Grundlage einer vorläufigen Genehmigung des Landkreises gefördert. Laut einer früheren Anfrage der Kreiszeitung an den Verband waren es 9,868 Millionen im Jahr 2018. Ohne Prüfung der Auswirkungen auf die Natur.

Im Jahr 2015 hatte der Verband einen Antrag auf 9,5 Millionen Kubikmeter eingereicht, der vom Landkreis Verden als „nicht genehmigungsfähig“ eingestuft worden war. „Diese Menge könnte zu einer Verschlechterung der ökologischen Gegebenheiten führen“, setzte am Dienstagabend Simon Kuessner, technischer Mitarbeiter des Verbandes, den knapp 30 Anwesenden die Begründung des Kreises auseinander. Dies würde gegen das Wasserhaushaltsgesetz verstoßen.

Die geplanten 8,825 Millionen Kubikmeter seien „das Mittel der jährlichen Fördermengen der letzten zehn Jahre“, so Kuessner. Diese Menge sei eine „Empfehlung des niedersächsischen Umweltministeriums“ für ein „sicheres Verfahren“. Und „verträglich für die Ökosysteme“, sagte er unter Bezug auf Untersuchungsergebnisse.

Damit die ausgetrocknete Halse wieder gering Wasser führen kann, müsse man laut einem „hydrogeologischen Gutachten“ die Fördermenge am Wasserwerk Panzenberg auf unter 800 000 Kubikmeter reduzieren.

Doch dann würde die Gesamtmenge aus den drei Wasserwerken des Verbandes laut den präsentierten Zahlen nur für die Versorgung des Verbandsgebietes reichen. Versorgt werden muss aber auch Bremen. Derzeit mit 9,75 Millionen Kubikmetern.

Der Abend sollte insbesondere dazu dienen, den Stadtrat und die Ortsräte Dauelsen und Scharnhorst auf den aktuellen Stand zu bringen. Der Termin war von Bürgermeister Lutz Brockmann als „nicht öffentlich“ deklariert worden. Sehr kurzfristig wurde die Öffentlichkeit dann doch hergestellt.

Die Ratsmitglieder hatten viele Fragen. Zur Grundwasserneubildungsrate, Berücksichtigung des Klimawandels, Reduzierung durch Verwendung von Grauwasser und den Lieferverpflichtungen nach Bremen. Der aktuelle Vertrag mit der Hansestadt laufe bis 2023, erklärte Verbandsgeschäftsführer Stefan Hamann.

Ein großes Thema war auch die Alternativenprüfung. Deutlich wurde, dass vielen die 8,825 Millionen zu viel sind. „Eine Halbierung auf fünf Millionen bringt kein Wasser in die Halse“, betonte Hamann. „Ich glaube, das fehlende Wasser in der Halse ist nicht nur das Thema. Es geht mehr darum, den Grundwasserspiegel in einen verbesserten Bereich zu bringen“, sagte CDU-Ratsfrau Anja König.

Bei der Verbandsversammlung werden auch Vertreter der Stadt über die zu beantragende Fördermenge entscheiden. „Unser Anliegen war, dass wir vorher zu einer Position des Rates kommen“, merkte Rasmus Grobe (Grüne) an. Aber vor dem 18. September hätte es keine Sitzung mehr gegeben.

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