Veranstaltung mit Martina Schmitz / Reger Austausch von Fachkräften

Warnsignale deuten oft auf häusliche Gewalt hin

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Martina Schmitz (Mitte) referierte in der Frauenberatung Verden. Darüber freuten sich nicht nur Friederike Geißler (links) und Marianne Tjarks.

Verden - Gewalt in der Partnerschaft entsteht nicht von heute auf morgen. Meist ist es ein schleichender Prozess, der fast unmerklich mit Kleinigkeiten beginnt. Doch was sind eigentlich Warnsignale häuslicher Gewalt und wie erkennt man sie?

Um Fachkräfte und Interessierte für dieses Thema zu sensibilisieren, hatte die Frauenberatung in Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt, der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen und der KVHS Verden zu einer Fachveranstaltung eingeladen. Martina Schmitz vom Dachverband der autonomen Frauenberatungsstellen NRW zeigte an Beispielen auf, welche Signale auf häusliche Gewalt hindeuten können.

„Die Resonanz auf diese Veranstaltung war sehr positiv, es fand ein reger Austausch statt“, so Sozialpädagogin Friederike Geißler von der Frauenberatung Verden.

Das Thema häusliche Gewalt ist ein Schwerpunkt der Arbeit in der Frauenberatungsstelle. „Wir haben uns viel damit auseinandergesetzt, was passiert, wenn die Gewalt ans Tageslicht kommt. Wichtig ist es aber auch zu erkennen, was man tun kann, bevor sich die Gewalt so zuspitzt, dass die Polizei kommen muss“, so Geißler.

Referentin Martina Schmitz benutzte als Grundlage ihres Seminars das Buch „Und das soll Liebe sein“, in dem die kanadische Grafikerin Rosalind B. Penfold die Erlebnisse ihrer eigenen traumatischen Beziehung in Comicform aufarbeitet. Die Teilnehmerinnen erfuhren, dass schon der romantisch klingende Satz „Du bist Sonne, Mond und Sterne für mich“ ein erstes Signal einer sich anbahnenden Gewalt sein kann. „Es geht hier um Machtausübung, das kann schon eine Schieflage bedeuten“, erklärt Geißler.

Oft dauert es lange, bis eine Frau begreift, dass sie in einer zerstörerischen Beziehung lebt. Nachdenklich werden sollten Frauen auch in folgenden Situationen: Wenn seine Pläne wichtiger sind als ihre, er zum Beispiel eigenmächtig einen Urlaub bucht. Auch wenn er schlecht über ihre Familie spricht, grundlos eifersüchtig ist, ihr nachspioniert, sie ständig kritisiert oder wie eine Hilfskraft behandelt, sollten die Alarmglocken schrillen. Ebenfalls wenn er ihr die Schuld für sein eigenes Fehlverhalten zuschiebt oder seine Fehler herunterspielt und tut, als sei nichts geschehen, sollte eine Frau ihre Beziehung kritisch hinterfragen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Frauen dankbar sind, wenn sich endlich jemand findet, der mit ihnen spricht und sie ernst nimmt. Frauen denken immer noch oft, sie seien selbst Schuld an der Situation“, so Diplom-Sozialpädagogin Marianne Tjarks, Frauenberatung Verden.

„Die Veranstaltung war informativ“, „bereichernd, ein schweres Thema in einer gewissen Leichtigkeit verpackt“, lautete die positive Bilanz zweier Teilnehmerinnen.

ahk

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