Zeugen gesucht

Vandalismus in Verdener Dünen: Schaden geht in die Tausende

Dünenlandschaft mit herausgerissenen Fundamenten.
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Holzbohlen abgeknickt, Fundamente herausgebrochen: Der Schaden an der Aussichtsplattform geht in die Tausende.

Polizei und Stadtverwaltung suchen Zeugen nach Vandalismus an empfindlichster Stelle in den Verdener Dünen. Die Chancen, den Täter zu ermitteln, stehen nicht schlecht.

Verden – Die Holzbohlen an Sitzbänken herausgebrochen, Barrieren abgeknickt, Fundamente aus der Verankerung gerissen. Ein Bild der Zerstörung bietet sich Passanten an einer der schönsten Stellen des Verdener Stadtwaldes – und einer der empfindlichsten. An der Aussichtsplattform in den Verdener Dünen. Der Vandalismus hat damit eine nächste Dimension erreicht. Der Schaden dürfte in die Tausende gehen. Rainer Kamermann aus dem Rathaus beziffert die Kosten mit mindestens 2500 Euro. Die Stadt werde Strafanzeige erstatten, sagt er. Die Chancen, den Täter zu ermitteln, stehen nicht schlecht. Jede dritte Sachbeschädigung werde aufgeklärt, heißt es bei der Polizei.

Sie läppern sich, die Schäden, die Vermüllungen, die nach dem vergangenen Wochenende gemeldet werden. Endlich sommerliche Temperaturen, endlich so etwas wie ein Durchatmen in der Corona-Pandemie, das hat die Menschen beflügelt. Es zog sie an die frische Luft. Und zwar nicht nur zu einem Spaziergang am Nachmittag, sondern durchaus zu einem längeren Aufenthalt. Kamermann ahnte schon, was ihn Montagmorgen im Büro erwartet. Die üblichen Verdächtigen, die nahezu immer bei den Meldungen sind, der Allerpark etwa, zuweilen auch die Innenstadt. „Diesmal ragte der Waldspielplatz im Stadtwald heraus“, sagt er, „leere Flaschen, die da liegen geblieben sind, Glassplitter, die sogar Gefahren heraufbeschwören.“

Die Aussichtsplattform in den Dünen unweit der Verlängerung des Brunnenwegs allerdings übertrifft alles. „Mit dem Besuch eines Betriebshofmitarbeiters ist es nicht getan. Da muss schwereres Gerät aufgefahren werden“, sagt Kamermann. Möglichst kurzfristig solle der Schaden behoben werden.

Klar, alle diese Delikte sind mit Bußgeldern belegt. Wer Müll liegen lässt, zahlt. Wer in den Dünen rohe Kräfte sinnlos walten lässt, zahlt nicht nur Bußgeld, er zahlt auch die Reparaturkosten. Das Problem eben nur: Er muss erstmal erwischt werden. Die Chance ist da, aber. „Es ist abends lange hell, die soziale Kontrolle kann nicht durchgängig aufrecht erhalten bleiben“, sagt Kamermann. Die Leute seien eben zuweilen auch allein unterwegs. Und das birgt Möglichkeiten.

Das belegt auch die Polizei-Statistik. Alle Formen von Straftaten seien zwar in Corona-Zeiten rückläufig gewesen, wie Pressesprecherin Imke Burhop auf Nachfrage mitteilt, das treffe auch auf die Sachbeschädigungen zu, aber in der Stadt Verden erreichte diese Deliktform immer noch überraschende Dimensionen. Im vergangenen Jahr schlugen allein in der Kreisstadt noch 249 dieser Anzeigen zu Buche. In den Vorjahren wurden bis zu 321 Sachbeschädigungen (2017) angezeigt. Die Aufklärungsquote stieg seit 2016 um gut zehn Prozent, sie wird aktuell mit 36,5 Prozent angegeben.

Im gesamten Landkreis entwickelten sich die Sachbeschädigungen den Angaben zufolge uneinheitlich. 698 Fälle schlugen 2020 zu Buche, im Vorjahr waren es 635, im Jahr 2016 immerhin 730. Derweil sei die Aufklärungsquote gestiegen, sie wird mit 38,2 Prozent beziffert.

Aufgeben wollen man im Fall der Verdener Dünenplattform nicht. Zeugen werden gebeten, sich im Verdener Rathaus unter 04231/12-0 oder bei der Polizei unter 04231/8060 zu melden.

Mit erheblichem Aufwand war die Aussichtsplattform vor knapp zehn Jahren errichtet worden. Mit Geldern aus EU-Förderungen und unter Mithilfe beispielsweise von BBS-Schülern entstand ein Geländepunkt, der einen Blick auf das schwer zugängliche Naturschutzgebiet erlaubt und gleichzeitig sogar barrierefrei erreichbar ist. Ein Standort, der inzwischen überregional Karriere gemacht hat. Auf mehreren Internet-Ausflugsportalen hat die Plattform Niederschlag gefunden. Am Rande der Verdener Dünen sei ein Aussichtspunkt mit Informtionstafel entstanden, heißt es, der zum einen auf die Entstehung und Besonderheit dieser Landschaft hinweist, zum anderen auch Erläuterungen zur ökologischen Bedeutung und notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen gibt.

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