Stadt Verden: 45 Liter Regen pro Quadratmeter

Unwetter bringt Wohnzimmerdecke zum Einsturz

Der Verdener Ysotunnel musste leergepumpt werden.
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Kniehoch unter Wasser: Der Ysotunnel musste leergepumpt werden.

Verden – Volle Keller, geflutetete Tunnel, die Reeperbahn unter Wasser, das Fischerviertel sowieso, fast überall in Verden und umzu wurde am Donnerstagabend gekämpft, geschippt und gefeudelt. Im Drosselweg, am Meldauer Berg, kämpften die Bewohner gegen das eindringende Wasser, letztendlich mit Erfolg. Wo es nicht gelang, rückte die Feuerwehr an und musste helfen. 45 Liter Regen pro Quadratmeter prasselten ab 20 Uhr aus den Wolken. In einem Wohnhaus stürzten unter dem Druck der Wassermassen Deckenteile ein. „Die Einsatzkräfte waren bis spät in die Nacht unterwegs“, so Feuerwehrsprecher Dennis Köhler.

Stadt Verden: Alle Rettungskräfte und Feuerwehren im Großeinsatz

Die Flutwelle hatte sich im Vorfeld bereits angekündigt, die Feuerwehr stellte sich rechtzeitg auf den bevorstehenden Großeinsatz ein. Der Lageraum im Verdener Feuerwehrhaus war somit personell gut besetzt, als die ersten Hilferufe aus der Bevölkerung eintrafen. „Die Einsatzlage konnte also schnell koordiniert werden“, schildert Dennis Köhler. Gegen 20.40 Uhr trafen die ersten Anrufe ein, ehe es dann gegen 20.45 Uhr richtig heftig wurde: „Deckeneinsturz in einem Wohnhaus in der Verdener Fußgängerzone“, so die dramatische Meldung, die Schlimmstes befürchten ließ. Umgehend wurde die Mannschaft aufgrund des nunmehr zu erwartenden umfangreichen Kräftebedarfs aufgestockt. „Neben dem Technischen Hilfswerk, Ortsverband Verden, dem Rettungsdienst sowie Kräften der Feuerwehrtechnischen Zentrale rückten nach Vollalarm zusätzlich die acht Verdener Ortsfeuerwehren aus“, so Köhler.

Unverzüglich machten sich die Rettungskräfte auf den Weg in die Verdener Innenstadt. Glücklicherweise stellte sich die Lage nach dem Deckeneinsturz in der Großen Straße glimpflicher dar, als zunächst angenommen. Starkregen war pausenlos in das Gebäude gelaufen, die Zwischendecke konnte dem Druck nicht standhalten, größere Teile lösten sich und fielen zu Boden. Die Bewohnerin wurde vorsorglich vom Rettungsdienst vor Ort versorgt und in ein Krankenhaus gebracht, da sie von einzelnen Deckenteilen getroffen worden war. Das THW packte sofort zu, stützte den betroffenen Bereich der Zwischendecke ab, um weiteren Schaden zu verhindern.

Zahlreiche Einsatzkräfte, darunter Feuerwehr, THW und medizinischer Notdienst, waren im Verdener Stadtgebiet unterwegs.

Stadt Verden: Vollgelaufene Keller, Garagen sowie Unterführungen.

Zeitgleich dazu waren zahlreiche Einsatzkräfte der Verdener Ortsfeuerwehren im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, um vollgelaufene Keller, Garagen sowie Unterführungen abzupumpen. Besonders betroffen war der Ysotunnel, der fast kniehoch unter Wasser stand. Hier wurden unter anderem Regeneinläufe durch die Feuerwehr gesäubert und das Wasser mithilfe feuerwehreigener Pumpen aus der Unterführung abgepumpt.

200 Einsatzkräfte arbeiteten insgesamt 25 wetterbedingte Notfälle ab

Pumpen und Wassersauger kamen auch bei zahlreichen Kellern zum Einsatz, um diese von den eingedrungenen Wassermassen zu befreien und weitetsgehend trockenzulegen. Gegen Mitternacht war dann für einen Großteil der Kräfte der Einsatz beendet. Die Bilanz der Regenflut: „200 Einsatzkräfte arbeiteten insgesamt 25 wetterbedingte Notfälle ab“, so Sprecher Dennis Köhler.

Am frühen Freitagmorgen musste ein Teil der Mannschaft bereits wieder ran: Die Brandmeldeanlage in der Aller-Weser-Klinik schlug Alarm. Nach kurzer Erkundung durch die Feuerwehr konnte allerdings Entwarnung gegeben werden.

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