Kurzaustausch des Rotary Clubs

Sechs Wochen in Südafrika

Besuch und Gegenbesuch: Jugenddienstleiter Uli Schmitz mit Tochter Carolina (l.) und dem südafrikanischen Gast Deanne Piennar. - Foto: Haubrock-Kriedel
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Besuch und Gegenbesuch: Jugenddienstleiter Uli Schmitz mit Tochter Carolina (l.) und dem südafrikanischen Gast Deanne Piennar.

Verden - Während der vergangenen Sommerferien erlebte die Verdenerin Carolina Schmitz (16) sechs unvergessliche Wochen in Südafrika. Ermöglicht wurde die Reise ans andere Ende der Welt durch den Kurzzeit-Austausch des Rotary Clubs. Jetzt sind in Südafrika Sommerferien, daher freut sich Carolina, dass sie nun im Gegenzug endlich ihre Gastschwester Deanne Piennar (16) aus Paddock bei sich zu Hause begrüßen kann.

Die Wochen in Südafrika haben bei Carolina einen tiefen Eindruck hinterlassen. Ihre Gastfamilie betreibt dort, circa zwei Stunden von Durban entfernt, eine Farm in Paddock, auf der Zuckerrohr und Macadamianüsse angebaut werden. „Ich wurde damals gleich sehr herzlich begrüßt und fühlte mich sofort als ein Teil der Familie“, erzählt Carolina. 

Zu ihren beeindruckendsten Erlebnissen während ihres Aufenthaltes in Südafrika zählen die beiden Safaris, an denen sie teilnehmen konnte. Eine wurde vom Rotary Club für mehrere Austauschschüler organisiert, die andere unternahm Carolina privat mit ihrer Gastfamilie. Gerade die private Safari nach Botswana wird Carolina in ihrem ganzen Leben nicht vergessen. „Dort war alles ganz anders, viel ursprünglicher. Um unser Camp mussten wir zum Schutz selbst einen Elektrozaun ziehen“, berichtet sie. 

Toilette ohne Spülung

Die Dusche sei nur „ein Eimer mit Löchern“ gewesen, schildert die 16-Jährige. Wasser ist ein knappes Gut, so hatte nicht einmal die Toilette eine Spülung. „Ich hätte es aber gar nicht anders gewollt“, versichert Carolina. „Ich hatte das Gefühl, in der Wildnis zu sein. Abends konnte man die Löwen brüllen hören.“

Da in Südafrika zunächst noch keine Ferien waren, besuchte die Domgymnasiastin gemeinsam mit ihrer Gastschwester einige Wochen die Schule. Paddock ist nur ein sehr kleiner Ort mit circa 200 Einwohnern. Deanne besucht daher ein Internat im zwei Stunden entfernten Pietermaritzburg. An die strenge Disziplin der Schule musste sich die Deutsche erst gewöhnen. Lern- und Freizeit sind streng geregelt. 

Offene Haare und Ohrringe sind tabu. Zudem sei es üblich, dass die jüngeren Schüler den Älteren den Vortritt lassen, so Carolina. Trotzdem habe sie sich im Internat schnell eingelebt. „Dort kennt jeder jeden. Wir waren wie eine große Familie, praktisch die zweite Familie neben meiner Gastfamilie“, berichtet sie. Auch im Unterricht sei sie ganz gut mitgekommen, besonders Geschichte habe Spaß gemacht. Mathe auf Englisch dagegen sei schon schwieriger gewesen.

„Gastschwester“ Deanne ist seit dem ersten Dezember zu Besuch bei Familie Schmitz. Auch sie hat schon einiges erlebt. Während einer Rundreise durch Deutschland mit dem Rotary Club war sie in Dresden, München und Nürnberg. In Österreich hat sie zum ersten Mal Schnee gesehen und sich im Skilaufen versucht. Mit ihrer Gastfamilie möchte sie noch Hamburg und Berlin kennenlernen.

Bis zum Beginn der Weihnachtsferien besuchte Deanne gemeinsam mit Carolina das Domgymnasium und berichtete dort von ihrer Heimat. Es gefällt ihr, dass in Deutschland der Umgang zwischen Schülern und Lehrern lockerer ist als in Südafrika. Die kurzen Tage im deutschen Winter mag sie dagegen weniger. Mit dem kühlen Wetter komme sie aber klar, auch wenn sie die Wärme doch lieber mag.

Wer in den nächsten Sommerferien an einem Kurzaustausch teilnehmen möchte, kann sich noch bis zum 15. Januar bei Jugenddienstleiter Uli Schmitz unter u.schmitz@hoerakustik-schmitz.de bewerben. Zur Auswahl stehen Brasilen, Südafrika und die USA. Für einen Austausch mit den Vereinigten Staaten beträgt das Mindestalter 16 Jahre, sonst 15 Jahre. Die Jugendlichen müssen die Kosten für den Flug, Versicherungen und gegebenenfalls die Teilnahme an einer Tour oder Safari tragen, die Eltern müssen bereit sein, im Gegenzug ebenfalls einen Gastschüler aufzunehmen.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet. Uli Schmitz betont ausdrücklich, dass die Eltern keine Rotarier sein müssen, damit die Kinder am Austauschprogramm des Clubs teilnehmen können, alle Bewerber haben die gleichen Chancen. Carolina und Deanne können den Austausch jedenfalls empfehlen und das nicht nur wegen der vielen Eindrücke. „Ich bin viel selbstständiger geworden. Ich denke jetzt ganz anders und habe gelernt, dass nicht alles selbstverständlich ist“, lautet Carolinas Fazit. 

ahk

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