Mann inzwischen tot

Verdener Tafel-Chef unterschlägt mehr als 30.000 Euro

+
Der neue Vorstand der Verdener Tafel muss nun mit dem Skandal umgehen: Dietlinde Intemann (Vorsitzende), Michael Graf (Stellvertreter) Kirsten Tieta-Henninges (Kasse), Horst Neumann, Gisela Görz, Gisela Below und Wilma Biedermann (Beisitzer), v.l. Es fehlt Beisitzer Wilfried Zingrosch.

Verden - Von Christel Niemann. Das ist der Tafel-Hammer des Jahres: Der im September dieses Jahres verstorbene Leiter der Verdener Tafel, Reinhard Wadas, soll Spendengelder in fünfstelliger Höhe unterschlagen haben.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat Wadas, der seit 2014 Vorsitzender und Finanzverantwortlicher der Tafel in Personalunion war, den gemeinnützigen Verein um mehr als 30.000 Euro erleichtert. Die neue Vorsitzende und bisherige Stellvertreterin, Dietlinde Intemann, äußerte sich sehr bestürzt über die Vorkommnisse, wollte sich zur genauen Höhe der Schadenssumme wegen des laufenden Prüfungsverfahrens aber nicht äußern. 

„Wir haben die Angelegenheit einem Steuerberater übergeben und ihn mit der detaillierten Prüfung der Finanzen beauftragt“, so Intemann dazu. Unterdessen sind der gesamte Vorstand und die vielen ehrenamtlichen Helfer der Verdener Tafel insbesondere um Schadensbegrenzung bemüht. 

Sämtliche Rücklagen futsch

Was hier passiert ist, ist absolut Sch...“, ist Intemann nicht gerade um eine stubenreine Wortwahl bemüht. „Es ist ein absolutes No-Go, armen Leuten ihr Geld wegzunehmen. Unsere sämtlichen Rücklagen sind futsch und die geplante und dringende Neuanschaffung eines Tafelfahrzeugs sowie die Überdachung des Außenbereichs oder die Renovierung des Sortierraums bereits gecancelt. Aber jetzt müssen wir vor allem nach vorne blicken und dafür sorgen, dass die Tafel für Bedürftige in Verden erhalten bleibt“, betont die Vorsitzende. Sie hatte eher durch Zufall die Auffälligkeiten in der Kassenführung entdeckt und daraufhin Kontoauszüge sowie Belege genauer unter die Lupe genommen.

Gerät jetzt vermutlich auch bundesweit in die Schlagzeilen: Der gemeinnützige Verein Verdener Tafel.

Vorstand kommentiert Vorgänge nicht

Und am Ende hat sich der Verdacht, dass ihr Vorgänger Tafelgelder veruntreut hat, dann bestätigt. Das zuvor mit Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen gefüllte Konto des Vereins war quasi leergeräumt. Die kolportierte Summe von über 30.000 Euro mochte der Vorstand allerdings nicht bestätigen: Die genaue Summe sei noch nicht bekannt. 

Dabei hatte die Kasse auf der Jahreshauptversammlung am 28. März dieses Jahres bis auf den Cent genau gestimmt. Die Kassenprüfer hatten Wadas eine tadellose Buchführung bescheinigt. „Bis dahin war alles paletti. Der Griff in die Kasse ist erst danach erfolgt“, so die Vorsitzende rückblickend.

Motive völlig unklar

Wo das ganze Geld geblieben ist und was die Motive von Wadas waren, sich auf Kosten von Bedürftigen zu bereichern und die damit verbundenen Risiken einzugehen, dafür gibt es derzeit nur Mutmaßungen. „Gegen Tote wird nicht ermittelt, doch will die Polizei die näheren Umstände in Erfahrung bringen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden.

Lesen Sie auch: Jetzt hilft der Erbauer des Tafelhauses, Unternehmer Wolfgang Reichelt.

Vorstand der Verdener Tafel blickt optimistisch in die Zukunft.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Kraxeln in der Sächsischen Schweiz 

Kraxeln in der Sächsischen Schweiz 

So gelingen Einsteigern tolle Fotos

So gelingen Einsteigern tolle Fotos

Das bringen Foldables

Das bringen Foldables

Fotostrecke: Joe Bryant und sein Weserstadion aus Lego

Fotostrecke: Joe Bryant und sein Weserstadion aus Lego

Meistgelesene Artikel

Hoffest „In Rieda“ lockt zahlreiche Besucher 

Hoffest „In Rieda“ lockt zahlreiche Besucher 

Schweißtreibende Ritterkämpfe beim Mittsommerfest am Domherrenhaus

Schweißtreibende Ritterkämpfe beim Mittsommerfest am Domherrenhaus

Kommentare