Unter sehr guten Bedingungen gereift / Bald fertig für den Dom aus Karton

180 Stollen im Kellergewölbe

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Ute Sievers, Dieter Sogorski, Silke A. Sauer (Rotes Zebra), Horst Rotermundt, Lutz Brockmann und Marcus Eisermann (Grafik-Designer) (v.l.) mit den Domnachbildungen aus Karton, die als Verpackung für den Stollen dienen.

Verden - Von Erika Wennhold. Verden ist um eine Attraktion reicher – zumindest in der Adventszeit. Der Domstollen der Bäckerei Rotermundt reift seit einigen Wochen in den Kellergewölben der Kirche und verdient eigentlich erst jetzt seinen Namen. Die Idee hatte Bäckermeister Horst Rotermundt und mit Ute Sievers vom Kirchenvorstand ebenso wie Pastor Dieter Sogorski fand er begeisterte Unterstützer.

Horst Rotermundt: „Die Bedingungen hier unten sind einfach ideal. Luftfeuchtigkeit und Temperatur stimmen. Entscheidend ist aber die Konstanz.“ Er kommt regelmäßig in diesen Teil des Domkellers, um den Reifeprozess von 180, in verschlossenen Kunststoffcontainern gelagerten, Stollen zu kontrollieren. „Jedesmal waren die Werte gleich.“ Das sei gut für die Backware, die anders als normale Kuchen und Torten mindestens vier Wochen lagern sollte.

Der Stollen ist dann für eine lange Zeit sehr schmackhaft und beliebtes Mitbringsel in der Adventszeit und zu Weihnachten. Früher hielt man sich während der Fastenzeit mit einem ungesüßten in Mehl gewälzten Stollen über Wasser. Pastor Sogorski: „Am ersten Weihnachtstag war mit dem Gänsebraten Fastenbrechen.“ Das habe sich erst im 18. Jahrhundert geändert, als der Stollen, der sinnbildlich für den Leib des Christuskindes stehe, süß werden durfte.

Seither haben die Bäcker an den Rezepten getüftelt. Bei Rotermundt ist es geheim, nur was sichtbar ist, wird auch verraten. Typisch für den Domstollen sind Cranberrys und Pistazien. Statt Rum nimmt der Bäckermeister aus Holtum (Geest) Kirschwasser. Nach der Weihnachtszeit hofft er auf eine gute Bilanz, denn wie seit bereits sechs Jahren wird ein Teil der Einkünfte für den Kindergarten in der Wilhelmstraße gespendet. Letztes Jahr waren es rund 550 Euro.

Die besondere Lagerung, aber auch die kreative Verpackung könnten die Umsätze und damit auch die Spendenhöhe positiv beeinflussen. Ob der Geschmack deutlich gesteigert werden konnte, wird sich bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes zeigen, wenn zusammen mit viel Prominenz der erste Stollen angeschnitten wird. Die raffinierte Verpackung wird ein übriges dazu beitragen: Eine Kopie des Domes aus stabilem Karton. Wiederverwendbar also, aber nicht umsonst. „Wir berechnen drei Euro extra für den Karton, der von meinen Mitarbeitern gefaltet wird.“

Ob ihm der Stollen auf dem Weihnachtsmarkt schmecken wird, bleibt abzuwarten. Die Verpackung hat es Bürgermeister Lutz Brockmann aber schon jetzt angetan. „Man kann ja nicht nur Stollen hineintun.“

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