„AnsprechBar“ bietet weitere Informationen

Brexit-Sorgen: Von Einbürgerung und Aufenthaltsgenehmigungen

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Im Landkreis Verden gibt es mehr als 200 Briten. Einige von ihnen wurden nun von der Kreisverwaltung bezüglich der deutschen Staatsbürgerschaft kontaktiert. 

Der 29. März markiert eine historische Zäsur für die Europäische Union und das Vereinigte Königreich. Der Brexit, mit dem Großbritannien um Mitternacht die EU verlassen soll, rückt unaufhaltsam näher. Für Wilhelm Hogrefe (CDU) Grund genug, um bei Landrat Peter Bohlmann Folgen zu erfragen.

Verden - Von Lea Oetjen. In einem Schreiben, das Hogrefe mit „Brexit/nächster Kreisausschuss“ betitelt hat, bittet der Fraktionsvorsitzende, um Aufklärung. „Vermutlich bereitet sich derzeit auch die Kreisverwaltung auf die möglichen Folgen eines ungeregelten Brexits vor“, öffnet Hogrefe. Gerade im Kreis Verden seien nach dem Abzug der britischen Streitkräfte Menschen mit einer britischen Staatsbürgerschaft wohnen geblieben, andere seien zum Beispiel aus beruflichen Gründen hier. „Eine ganze Reihe von Unternehmen aus der Region haben enge wirtschaftliche Verbindungen nach Großbritannien“, befürchtet der Christdemokrat auch Folgen für die Wirtschaft.

Zusammengefasst ergehe von Hogrefe die ausdrückliche Bitte, im nächsten Kreisausschuss, der am 25. Februar tagt, zu informieren, wie die Situation seitens der Kreisverwaltung beurteilt wird. „Dabei könnte dann auch mitgeteilt werden, ob derzeit vermehrt britische Staatsangehörige ihre Einbürgerung bei uns beantragen“, schließt Hogrefe sein Schreiben.

Rund 220 Ausländer haben britische Staatsbürgerschaft

In einem Gespräch mit unserer Zeitung verrät Landrat Bohlmann schon jetzt, wie die Verwaltung mit dem Brexit umgeht. „Im Kreis Verden leben 10. 500 Ausländer. Von ihnen haben rund 220 die britische Staatsbürgerschaft“, erklärt Bohlmann. „Davon haben wir 103 Menschen angeschrieben, weil sie die Voraussetzungen einer Einbürgerung erfüllen.“ Auf diese Möglichkeit habe die Verwaltung hingewiesen. Ausländer, die gerne die deutsche Staatsbürgerschaft haben möchten, müssen verschiedene Kriterien erfüllen, wie der Internetseite des Landkreises zu entnehmen ist. Voraussetzungen sind unter anderem ein rechtmäßiger Aufenthalt über mehr als acht Jahre in Deutschland, ein Bekenntnis zum Grundgesetz der Bundesrepublik, die Abgabe einer Loyalitätserklärung, der Besitz eines unbefristeten oder eines gesicherten Aufenthaltsrechts, ausreichende Deutschkenntnisse und keine Verurteilungen.

„Für die Engländer, die nach einem harten Brexit eine Aufenthaltsgenehmigung benötigen würden, gilt nach dem hoffentlich nicht eintretenden Ereignis eine Übergangsfrist von drei Monaten“, ergänzt Bohlmann. Somit besteht die Möglichkeit, der Faktenlage entsprechend zu informieren.

Brexit als Problem für exportorientierte Wirtschaft

Im Durchschnitt gebe es pro Jahr rund 120 Einbürgerungen, weiß der Landrat. Informationen darüber, welche der 103 Briten die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen werden, hat Bohlmann bislang nicht. Der Brexit sei für ihn „einfach der Wahnsinn“. Er sei eine sehr facettenreiche Geschichte, die eine Vielfalt an kleineren Problemen entstehen lässt. Größere Sorgen bereite ihm etwas anderes. „Der Brexit könnte für uns ein sehr großes Problem darstellen, weil wir eine exportorientierte Wirtschaft haben“, befürchtet Bohlmann.

Weitere Informationen zur Thematik erhalten Interessierte bei der „AnsprechBar“ zu Brexitfragen am Montag, 25. Februar, 19 Uhr, im Hotel Höltje an der Oberen Straße 13 in Verden. Die SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth wird sich mit Jutta Kremer, Staatssekretärin im niedersächsischen Ministerium, den Anregungen stellen. Im Mittelpunkt des Abends stehen die Fragen des Publikums. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Der News-Ticker zum Brexit aus Großbritannien.

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