Täglich eine warme Mahlzeit frisch ins Haus 

„Unsere Arbeit ist mehr, als nur mal eben Essen wegfahren“

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Die warme Mahlzeit ist da. Lieselotte Haack (l.) freut sich über den Besuch von Hannelore Groß.

Verden - Wer nicht mehr selbst kochen kann oder möchte, für den ist das „Essen auf Rädern“ des St. Johannisheims ein toller Service. Momentan bekommen circa 120 zumeist ältere Menschen in Verden und den umliegenden Dörfern täglich eine warme Mahlzeit ins Haus geliefert, natürlich auch am Wochenende und an den Feiertagen.

Der logistische Aufwand, der hinter diesem Angebot steckt, ist enorm, denn die Kunden können ihr Essen täglich individuell bestellen. Zur Auswahl stehen drei Menüs, Vollkost, leichte Kost und Vitalkost, die in der Regel vegetarisch ist. Wer nicht soviel Appetit hat, kann eine halbe Portion ordern. Für den großen Hunger können eineinhalb Portionen bestellt werden.

Das Menü wird täglich von Koch Torsten Krebs und seinem Küchenteam frisch gekocht. Auch auf eventuell bestehende Unverträglichkeiten und Allergien wird Rücksicht genommen.

„Unser Arbeitstag beginnt um neun Uhr“, erzählt Hannelore Groß. Die 57-Jährige fährt nicht nur die Essen aus, sondern ist auch für die Einteilung der Mitarbeiter verantwortlich. Zum Team gehören momentan sieben festangestellte Teilzeitbeschäftigte. „Wir sind jeden Tag im Jahr im Einsatz, auch bei Regen und Schnee, daher brauchen wir auch so viel Personal“, berichtet sie. Zunächst wird gezählt, wie viele Essen bestellt wurden. Für jedes Menü gibt es einen andersfarbigen Deckel, hierauf werden auch die Besonderheiten wie Portionsgröße oder zu berücksichtigende Allergien vermerkt. Bei Bedarf wird das Essen auch passiert. „Wenn es geht, machen wir alles möglich“, versichert Groß.

Den Speiseplan erhalten die Kunden eine Woche im Voraus. Heute stehen „Pfannenfrikadelle mit herzhafter Soße“, „Bohnengulasch mit Leberkäse“ oder „Schlemmerfilet Italiano“ auf dem Plan. Als Nachspeise gibt es „Mandelspeise mit Sauerkirschen“. Der Renner an diesem Tag sind die Frikadellen. „Das ist immer so, wenn es etwas Gebratenes gibt“, weiß Groß.

Arbeiten bei der Zusammenstellung der Essen Hand in Hand: Koch Torsten Krebs, Heike Grabenhorst und Hannelore Groß (von links). 

Das Auffüllen der Speisen auf die vorgewärmten Porzellanteller geht erstaunlich schnell, alle behalten den Überblick und arbeiten Hand in Hand. „Das Zusammenstellen der Gerichte ist nicht ohne, das wird oft unterschätzt. Unsere Arbeit ist viel mehr, als einfach nur mal eben Essen wegfahren“, erzählt Groß.

Drei Autos liefern die Speisen aus. In den Fahrzeugen befinden sich Wärmeöfen. So bliebt das Essen garantiert heiß. Außer in der Stadt wohnen die Kunden zum Beispiel in Rieda, Wahnebergen, Hohenaverbegen, Scharnhorst, Eissel oder Hutbergen. „In Spitzenzeiten hatten wir täglich 180 Bestellungen. Momentan sind es nur 120, viele unserer Kunden sind in der letzten Zeit leider verstorben“, bedauert Groß. Ein Vorteil des nicht mehr ganz so engen Zeitplans sei aber, dass nun etwas Zeit fürs Schnacken bleibe. Viele der älteren Menschen lebten allein und seien froh über jeden Besuch.

Zu den treuen Kunden von „Essen auf Rädern“ gehört auch Lieselotte Haack. Die 90-Jährige lebt noch allein in ihrer Wohnung und nutzt den Service seit gut zwei Jahren. Das Essen schmecke ihr immer gut, versichert sie.

Bestellungen nimmt Katharina Gente unter Telefon 04231/91420 entgegen. Den aktuellen Speiseplan gibt es im Internet unter www.johannisheim-verden.de

ahk

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