Ungewöhnliches Konzert mit viel Spaß für alle Beteiligten

Ein Alphorn im Norden

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Der vielversprechende musikalische Nachwuchs.

Verden - Von Ilse Walther. Zu einem ungewöhnlichen Konzert hatte das Domgymnasium in seine Aula eingeladen. Zu Gast war das Trio Aperto in der Besetzung Johannes Hustedt (Querflöte), Chai Min Werner (Alphorn) und Stephanie Kopf (Harfe). Und die 31 Schülerinnen und Schüler der Bläserklasse der fünften Klasse, die von Karl Reinhard betreut wird. Organisiert wurde alles von Julia Schley, die zur Zeit ein soziales Jahr am Domgymnasium absolviert und dieses Projekt angeschoben hatte.

Johannes Hustedt war auch Schüler am Domgymnasium, und seine Flötenlehrerin war Renate Ruge-von Rohden, die auch anwesend war und von ihrem ehemaligen Schüler auf das herzlichste begrüßt wurde. Johannes Hustedt hatte mit der Bläserklasse am Vormittag einen Workshop abgehalten, in dem er die jungen Musikerinnen und Musiker anleitete, selber einmal kreativ zu werden und zu komponieren. Und was dabei heraus kam, war bemerkenswert.

Die starke Truppe eröffnete mit einem „Klangrausch“ den Abend. Sie marschierten spielend ein, alle Instrumentengruppen hatten eine Zweierfigur, die sie kräftig, auch versetzt und mit starker Dynamik bliesen, sich dann auf der Bühne aufstellten und unter Johannes Hustedts mitgehender Leitung diese Motive auffächerten, sie variierten, in chromatischen Tonleitern gegeneinander purzeln und unisono Töne anschwellen und abschwellen ließen. Sie hatte einen Heidenspaß an diesem gemeinsamen Musizieren.

Den ersten Teil beschlossen sie dann in gleicher Weise mit einem spannenden „Allerspaziergang“. Da tuteten Dampfer, Möven kreischten, Enten schnatterten und der Wind blies, alles herrlich durcheinander und dieses Stück spielten sie durchweg nur auf den Mundstücken ihrer Instrumente bis auf die Tuben, die das Dampfertuten herrlich dröhnen ließen.

Das Trio Aperto musizierte unterschiedlichste Werke, Bearbeitungen und auch ihnen gewidmete Kompositionen. Wunderbar warm und differenziert war das Spiel von Johannes Hustedt, sowohl auf der schön klingenden großen Altquerflöte wie auf der C-Flöte, aber er zeigte auch in modernen Werken diverse neue Techniken auf, die man auf der Flöte anwenden kann. Dadurch baute er interessante Klangstrukturen auf, die auch schmerzlich und grob klingen können.

Chai Min Werner hat schon als junges Mädchen das Alphorn für sich entdeckt und sie spielt es wunderschön. Das lange Instrument mit seinen fünfzehn Naturtönen hat verschiedene Mundstücke, mit denen man andere Tonarten spielen kann.

Sein warmer Klang passt herrlich zum gesanglichen Ton der Flöte und auch zu dem filigranen der Harfe. Diese drei Instrumente gemeinsam zu hören, ist ein wahrer Hörgenuss. Das Alphorn, ursprünglich für die Nachrichten in den Bergen eingesetzt und deshalb auch Alpentelefon genannt, wird von Chai Min Werner perfekt beherrscht, diese ruhigen, fast sanften Töne geben den Werken einen intensiven Grund. Stephanie Kopf ist eine äußerst sensible Harfenistin. Ihre Glissandi klingen wie Perlen an einer Schnur, Arpeggien wie eine Windharfe. Sie scheint die Saiten nur kaum dabei zu berühren. Sie musiziert einfühlsam, mühelos und mitgehend.

Zum Schluss gab es dann die „Aula-Sinfonie“ ein gemeinsames Werk, erarbeitet für alle Beteiligten. Da konnten sich die Schülerinnen und Schüler noch einmal so richtig klanglich austoben, und es machte Spaß, wie sie doch ihre Instrumente schon sehr beherrschen und mit Feuereifer dabei waren.

Es waren auch zwei junge Dirigenten und eine Dirigentin mit am Werk und gaben präzise Zeichen, Das Trio Aperto war mit den Solopassagen betraut und zauberte eine tolle Kadenz aus dem Moment heraus improvisiert. Köstlich waren auch die imitierten Tierstimmen der Bläserklasse.

Das Publikum feierte am Ende des Konzertes alle ausführenden Musiker. Ein gelungenes Projekt, das mit finanzieller Hilfe von der Stadt Verden, dem Landkreis und der Stiftung der Kreissparkasse Verden verwirklicht werden konnte.

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