Weiteres Buch von Andreas Winkelmann

Autor Frank Kodiak im Alten Schulhaus: Ungeschönt und schaurig

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Thriller-Autor Frank Kodiak alias Andreas Winkelmann las im Alten Schulhaus vor zahlreichen Gästen.

Verden - Andreas Winkelmann und Frank Zodiak: Zwei Namen, zwei Thrillerautoren, die möglicherweise sogar miteinander befreundet sind? Nein. Es ist mehr als das. Winkelmann und Zodiak sind eine Person, da Winkelmann seine Spannungsliteratur inzwischen auch unter dem Pseudonym veröffentlicht. Doch ob Winkelmann oder Zodiak: Eine Lesung mit dem Autor ist immer ein besonderes Erlebnis.

Und so waren auch am Freitagabend die Fans in großer Zahl ins Alte Schulhaus in Dauelsen geeilt, um auf Initiative der Buchhandlung Vielseitig der Premierenlesung von „Stirb zuerst“ – diesmal aus der Feder von Kodiak – zu lauschen.

Zurück aus einem mehrwöchigen Urlaub, wird Kommissarin Nora Jacobi mit einem Fall konfrontiert, der sie an ihre Grenzen führt. Ein als Pfarrer verkleideter Täter nimmt Paare gefangen, deren Ehe auf der Kippe steht, fesselt sie in getrennten Räumen auf eine Bahre und zwingt sie zu einer tödlichen Entscheidung. Nur, wer den anderen per Handy-Anruf verrät, überlebt. Sonst sterben beide. Verzweifelt versucht Nora, die Identität des Killers zu lüften und bemerkt dabei nicht, wie sie sich mehr und mehr in das perfide Netz verstrickt, das der psychopathische Täter ausgelegt hat. Genau wie Winkelmann, so ist auch Frank Kodiak beim Schreiben nur wenig heilig. Auch er hält sich an die bewährte Dramaturgie mit akribischer Zeichnung der Figuren, die in einem sprachtödlichen Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem psychopathischen Mörder und seinen verzweifelten Opfern gipfeln.

Der moralschwere Plot wird vom Autor als Geschichte über die Irrationalität eines kirchlichen Eheversprechens „..bis dass der Tod euch scheidet“ in einem Strudel aus Faszination der Macht und Gewalt erzählt. Und wer nicht nur Auszüge des Buches gehört, sondern es komplett gelesen hat, weiß, dass der Härtegrad von „Stirb zuerst“ für Liebhaber des Genres wahrlich nichts zu wünschen übrig lässt und eine ebenso aufwühlende wie packende Story bietet. Frank Kodiak zu vergleichen mit Andreas Winkelmann fällt daher leicht, schreibt er doch ebenso ungeschönt und schaurig-brutal, dass sich einem zuweilen die Nackenhaare aufstellen. Man fiebert als Zuhörer oder Leser mit, reißt vor Erstaunen die Augen auf, entwickelt beim Lesen geradezu einen persönlichen Hass auf die Bösewichte oder gerät ins Staunen über die fiktiven Elemente, die der Autor zuweilen mit der Thriller-Handlung verwoben hat, und man möchte wissen, ob am Schluss – auch wenn alles dagegen zu sprechen scheint – nicht doch das Gute gewinnt. Es gelingt dem Autor schließlich perfekt, die Opfer und ihre Gefühle so zu beschreiben, dass man sie sich gut bildlich vorstellen kann. Er zieht den Leser dadurch geradezu in eine Welt, in der es augenscheinlich keine Möglichkeit gibt, diese wieder lebend zu verlassen. Man kann demnach sagen, dass Frank Kodiak einen quasi durch die unwirklichsten menschlichen Abgründe schleift, die sich einem eröffnen können. Kurzum: Ein lesenswerter Thriller mit viel Hintergrund und auch nachdenklich machenden Aspekten.

Aufgrund der hohen Nachfrage findet am Freitag, 24. Mai, eine zweite Thrillerlesung mit Frank Kodiak statt. Gegruselt wird sich allerdings in der Buchhandlung Vielseitig. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

Das Warten hat auch für Winkelmann-Fans bald ein Ende, wenn in vier Wochen der neue Thriller „Das Haus der Mädchen“ erscheint. 

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