Aufklärungsquote erneut gestiegen

Unfallflucht im Kreis Verden: Jeder Zweite wird erwischt

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Hohe Aufklärungsquote: die Unfallfluchten.

Verden/Achim – Kürzlich erst wieder. Der Parkplatz der Berufsbildenden Schulen. Die Einrichtung zufällig mal nicht im Lockdown. Also durchaus was los auf den weitläufigen Flächen. Und dann krachte es. Nicht irgendwie ein leichtes Anditschen, sondern schon so etwas wie ein Rammen. Jedenfalls konnten Polizeibeamte hinterher weiße Lackspuren am beschädigten Fahrzeug feststellen.

Vom dem Crash-Fahrer indes fehlte jede Spur. Und schon war die Statistik um einen Fall reicher. Unfallflucht, der Volkssport unter den Verkehrsdelikten. Alles nur ein Kavaliersdelikt mit der großen Chance, ungeschoren davonzukommen?

Nein, sagt Stephan Meier von der Polizei Verden. Im zurückliegenden Jahr sanken zwar sämtliche Begegnungen der schmerzhaften Art auf öffentlichen Wegen und Straßen, weniger Unfälle, weniger Schwerverletzte, weniger Todesopfer, aber eine Zahl entwickelte sich in die umgekehrte Richtung. Die der aufgeklärten Unfallfluchten. Die Quote stieg um knapp einen Prozentpunkt auf 46,2 Prozent, teilt die Polizei Verden mit. Im Vorjahr waren es noch 45,4 Prozent. Klartext: Nahezu jeder Zweite, der nach den scheppernden Geräuschen aufs Gaspedal tritt, wird hinterher erwischt. Und dann kommen zusätzlich zu den Kosten noch weitere Verfahren hinzu, einige Sünder landen vor Gericht.

Noch höher die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten mit Personenschäden. „Solche Vorfälle laufen nur selten ohne Hinweise aus der Bevölkerung ab“, sagt Meier. Irgendwer habe immer was gesehen, manchmal stünden auch mehrere Zeugen mit Beobachtungen parat, zuweilen sei das Kennzeichen des Unfallflüchtigen wahrgenommen worden, zumindest Bruchstücke davon. „Das hilft schon vorwärts“, so Meier. Kein Wunder, dass im vergangenen Jahr 56 Prozent dieser Taten aufgeklärt werden konnten. Im Vorjahr waren es sogar zwei von drei Fluchten, bei denen die Fahrzeuglenker ihre Strafe zugeführt werden konnten.

Alles keine Randerscheinung mehr. Eine Beule ins Blech anderer Autos fahren und dann schnell aufs Gaspedal treten, das betraf im zurückliegenden Jahr jeden fünften Unfall im Landkreis Verden. Erstmals lag die Quote den Polizeistatistiken zufolge sogar oberhalb der Marke von 20 Prozent. Die Fluchten waren im Corona-Jahr weniger deutlich zurückgegangen als die Zahl der Gesamtunfälle.

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