Unerwartete Verzögerungen für den Parkplatz am Nikolaiwall und den Allerpark

Strandsand und Schwalben

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Die Arbeiten für den Parkplatz am Nikolaiwall kommen nicht voran, weil das alte Gebäude aufgrund nistender Schwalben nicht abgerissen werden darf

Verden - Eigentlich ist Sommerpause. Nicht für die Verwaltung, aber für den Rat. Eine Ausnahme macht der Finanzausschuss, er hat sich selbst verordnet, dass er seine Kontrollaufgaben für die städtischen Finanzen durchgehend ausüben will. Und die hatten die Mitglieder im Blick, als sie sich mit laufenden und anstehenden Baumaßnahmen befassten. Heftige Kritik erntete dabei die Verwaltung für ihr Verhalten bei der Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt des Allerparks.

Von einer Absurdität sprach Jürgen Weidemann (FDP), der das Thema angeschnitten hatte, und Jens Richter (CDU) stellte fest: „Das kann so nicht weitergehen.“ Nicht nur Christdemokraten und Liberale, auch SPD-Vertreter und Grüne hatten so ihre Probleme mit dem, was Wolfgang Leseberg als Vertreter des Bürgermeisters über die Verzögerung beim Allerpark berichten konnte. Das 530000-Euro-Projekt stockt, weil die Ausschreibung der geplanten Arbeiten wiederholt werden muss (wir berichteten).

Abgesehen von einer speziellen Entwässerungsanlage drehe sich alles um vorgegebene Standards, die in den Angeboten nicht eingehalten werden konnten, erklärte der Kämmerer. Allem voran ein Beachvolleyballfeld, das mit einem Sand ausgestattet werden soll, der internationalen Turnierstandards genügt.

Dass dieser Sand dreimal so teuer ist wie gewöhnlicher, wollten die Ratsmitglieder wegen der im Verhältnis kleinen Summe nicht überbewerten. Aber für Jürgen Weidemann und den Ausschussvorsitzenden Ingo Neumann (SPD) war das Vorgehen der Verwaltung ein Indiz für die übliche Arbeitsweise. Bei der Zusammenstellung des Leistungsverzeichnisses für die Ausschreibung, so versuchte Leseberg die Zusammenhänge zu erklären, würden den Firmen Standards und genaue Anforderungen vorgegeben.

„Also hat das Bauamt sich nicht an unsere Vorgaben gehalten“, schlussfolgerte Gunda Schmidtke (SPD) wenig amüsiert. Sie erinnerte sich mit anderen Ausschussmitgliedern gut daran, dass sich das Gremium auf niedrige Standards geeinigt hatte. Schon gar nicht auf Turnierniveau, weil solche Veranstaltungen wegen der Lärmbelästigung an dieser Stelle nicht möglich seien, merkte Jutta Sodys an.

Gesine Ahlers (Grüne) mahnte zur Besonnenheit, sie wollte mehr Informationen. Für die Verwaltungsausschusssitzung in der nächsten Woche wünschten sich die Ausschussmitglieder deshalb eine Stellungnahme des Bauamts.

Eine weitere Verzögerung einer städtischen Baumaßnahme hat allerdings nichts mit der Arbeitsauffassung von Bediensteten im Rathaus zu tun. Für den geplanten Parkplatz am Nikolaiwall hätte der Abrissbagger schon lange Platz geschaffen haben sollen. Die Maschinen wurden aber vorerst wieder abgezogen. Grund sind Schwalben, die in oder an dem Gebäude nisten, erklärte Leseberg. Jetzt wartet der Bagger auf die Freigabe der Umweltbehörde, dass die Schwalben weggeflogen sind.

kle

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