Kreisverwaltung: Neue Umlaufplanung

Verspätungen: Verdener Kreiselternrat kritisiert Busunternehmen

Viele Menschen warten an einem Busbahnhof
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Und alles läuft auf den ZOB in Verden (Bild) zu. Von Fahrgästen der Nord-Süd-Verbindungen des Landkreises aus Fischerhude, Achim und Thedinghausen jeweils nach Verden werden häufig Verspätungen gemeldet.

Täglich gibt es im Landkreis Verden Beschwerden von Eltern, dass Schulbusse vor allem morgens deutlich zu spät kommen. Der Kreiselternrat kritisiert das Busunternehmen, das die Probleme nicht ernst genug nehme.

Verden/Achim – Die Schülerin aus Völkersen hat genau zwei Möglichkeiten. Will sie zur zweiten Stunde das Gymnasium am Wall in Verden erreichen, dann kann sie entweder mit dem Bus vor der Haustür fahren, und weiß schon, was passiert. Der Bus tourt mit Verspätung durch die Landschaft, und sie hastet fünf bis zehn Minuten nach dem Gong durch die Tür des Klassenzimmers. Oder sie kann sich von Älteren zum Zug nach Langwedel bringen lassen. „Dann schaffe ich es pünktlich.“ In den zurückliegenden Wochen haben sich Eltern und Großeltern schon daran gewöhnt, sie zur Regionalbahn zu kutschieren. „Es funktioniert einfach nicht mit dem Bus.“

Besonders betroffen: die Linien 720 und 760

Kein Einzelfall. „Täglich gibt es im Landkreis Beschwerden von Eltern, dass Schulbusse vor allem morgens deutlich zu spät kommen. Insbesondere genannt seien hier die Linien 720 und 760“, sagt die Vorsitzende des Kreiselternrates, Silke Garbelmann. Dabei handele es sich um die Verbindungen zwischen Thedinghausen und Verden sowie zwischen Fischerhude und Verden.

Völlig fremd sind die Beschwerden der Kreisverwaltung nicht. „Seit den Sommerferien ist es zumindest auf der Strecke von Fischerhude über Ottersberg und Völkersen zum ZOB in Verden fast schon dauerhaft zu Verspätungen gekommen“, räumt Ralf Felden aus dem Bereich Sicherheit und Ordnung ein.

Ursache könne neue Umlaufplanung sein

Das Problem sei bekannt. Ursache könne unter anderem eine neue Umlaufplanung des beauftragten Busunternehmens gewesen sein, eine Planung, die die Firma inzwischen bestätigt habe. „Einige Takte sind offenbar zu kurz eingeplant“, sagt Felden, „an einigen Stellschrauben wurde auch schon gedreht.“ Er kündigte weitere Verkehrsanalysen an, die mit dem betreffenden Busunternehmen vereinbart seien.

Bei den meist jungen Nutzern ernten die jeweiligen Busfahrer Kopfschütteln mit ihren Erklärungen. Silke Garbelmann: „Der Bus musste noch betankt werden. Das ist eine der Aussagen, die mich sprachlos machen.“ Eltern hätten sehr wohl Verständnis für Verspätungen eines Linienbusses. Verkehrsaufkommen, eine Krankmeldung und andere Unwägbarkeiten, die jeder aus seinem Arbeitsleben kennt, setzten eine gewisse Toleranz voraus. Nicht zuletzt solle man ja auch nicht auf den letzten Drücker zum Bus kommen, befindet Garbelmann, „aber wie erklären wir das den kleinsten Fahrgästen?“ Die Kreisverwaltung habe sich des Problems angenommen, so die Elternratsvorsitzende weiter, „aber scheinbar nimmt das Busunternehmen die Kritik nicht ernst genug.“

Verspätungen werden auch von weiteren Nord-Süd-Verbindungen gemeldet

Allerdings ist die Strecke Fischerhude-Verden nicht der einzige Problemfall. Verspätungen werden auch von weiteren Nord-Süd-Verbindungen gemeldet. Von der Linie Thedinghausen-Verden und der Linie Bremen-Achim-Verden. Felden führt die Verspätungen auf temporäre Erscheinungen zurück. „Mal sind es die Baustellen, die zu Zeitverlusten führen, jene in Achim zum Beispiel und in Langwedel, mal sind es die generellen Staus, die den Fahrplan durcheinander bringen. Vor der Hönischer Kreuzung etwa oder vor dem Kreisel am Verdener Nordertor.“ Da sei es zu massiven Verspätungen gekommen, dies aber nicht regelmäßig, sondern nur immer mal wieder. „Eine solche Lage ist schwer auszuräumen.“

Garbelmann gibt sich damit nicht zufrieden. „Es ist und bleibt ein Ärgernis und bei allem gegenseitigen Verständnis muss das Busunternehmen gerade die Buslinien, die auch Schulbusse sind, gerade im ländlichen Bereich im Auge haben und vor allem für Eltern kundenfreundlich erreichbar sein.“ Sie findet, ein offenes Ohr, gute Erreichbarkeit, einen fairen, kundenfreundlichen Umgang im Alltag miteinander, das sei es doch wohl, was man von einem modernen Unternehmen erwarten können.

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