Illegale Weihnachtstreffen?

Trotz Corona-Maßnahmen: 67 Neuinfektionen über Weihnachten im Landkreis Verden 

Auch über die Feiertage beansprucht: Das Gesundheitsamt des Landkreises.
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Auch über die Feiertage beansprucht: Das Gesundheitsamt des Landkreises.

Die Regeln waren streng, aber scheinbar nicht allzu erfolgversprechend. Der Landkreis Verden meldet 67 Neuinfektionen über die Feiertage.

Verden/Achim – Die Geschäfte geschlossen, die Gaststätten dicht, private Treffen scharf eingeschränkt, und dennoch meldet das Gesundheitsamt des Landkreises Verden 67 Neuinfektionen über die Festtage. Die ganzen Vorsichtsmaßnahmen also für die Katz? Amtsärztin Jutta Dreyer relativiert. „Positiv getestet wurden vor allem Kontaktpersonen, die schon unter Quarantäne standen“, sagt Dreyer auf Nachfrage. Zwei Problemgruppen waren es, die über die Feiertage in den Fokus fielen. „Infektionen spielen sich weiterhin in den Familien ab“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes, „das zieht sich oftmals über Wochen hin“. Ein nächster Krisenherd finde sich in den Alten- und Pflegeheimen. „Das ist die vulnerabelste Gruppe, die verletzlichste und störanfälligste Ansammlung von Menschen.“ Die Lage, sagt Jutta Dreyer, „ist in diesem Bereich nicht beruhigend.“

Schon den ganzen Dezember standen die älteren Menschen unter besonderer Beobachtung. Schnelltests wurden und werden durchgeführt, zwei pro Woche, und das nicht nur bei den Bewohnern der Einrichtungen, sondern auch bei den Mitarbeitern und den Besuchern.

Fünf positive Schnelltests in mehreren Einrichtungen

Die Ergebnisse fallen ernüchternd aus. Die Bilanz am gestrigen Montag beispielsweise: Fünf positive Schnelltests, darunter keine Häufung, sondern auf mehrere Einrichtungen im Landkreis Verden verteilt. „Diese Tests sind ein wichtiger Hinweis, sie enthalten aber eine Fehlerquote“, so Dreyer. Seien Mitarbeiter der Senioreneinrichtungen betroffen, und das sei alles andere denn ein Einzelfall, würden die Personen sofort freigestellt und nach Hause geschickt. Die Dienstpläne müssten umgestellt, in angespannter Lage umgestellt werden. „Zwar wird im Anschluss an jeden positiven Schnelltest innerhalb weniger Stunden noch einmal ein PCR-Labortest durchgeführt. Aber bis zu den Ergebnissen können drei Tage vergehen.“

Noch mehr Geduld sei bei der Frage nach dem Lockdown-Erfolg über Weihnachten erforderlich. „Das können wir vielleicht in zwei Wochen sehen“, so Dreyer. Ein Großteil der 67 Neuinfizierten sei am Heiligabend festgestellt worden. „Familien sind weiterhin der Hauptinfektionsweg.“ Und der Verlauf ähnele sich seit geraumer Zeit. Zunächst sei etwa der Vater betroffen, zwei Tage später die Mutter, dann Großeltern oder ganz enge Verwandte, der Schwager vielleicht. „Das spielt sich mit Einschlägen im Rhythmus von drei bis vier Tagen nach immer demselben Muster ab. Nur ganz wenige schaffen es, ohne Infektion davonzukommen.“ In vielen Fällen seien Kontaktpersonen ersten Grades positiv getestet. Längst übersteigt die Anzahl der Menschen, die vorsorglich in Quarantäne geschickt wurden, die Zahl der tatsächlich Infizierten.

Gesundheitsamt Verden auf 60 Mitarbeiter aufgestockt

Unklar eben nur, wen es als nächsten betreffe. Bei Sieben-Tage-Inzidenzen von weniger als hundert, was gegenwärtig der Fall ist, könne aber immerhin die Infektionskette nachvollzogen werden. Dies freilich mit erheblichem Personalaufwand. Das Gesundheitsamt wurde auf rund 60 Mitarbeiter aufgestockt, gut zwei Drittel davon, befinden sich aktuell im Einsatz. Auch über die Feiertage wurde telefoniert und kontrolliert.

Allerdings beschäftige man sich nicht nur mit Infektionsketten, man beschäftige sich auch mit Quarantäne-Kontrollen. „Da finden Überprüfungen statt“, sagt Dreyer. Ein Anfangsverdacht bestehe immer dann, wenn die betreffende Person bei Anrufen nicht ans Telefon gehe. „Da fahren wir dann hin. Manchmal ist eine deutliche Ansprache fällig.“ Das Gros der mit Ausgangssperre belegten Menschen halte sich aber an die Auflagen. „Die meisten erkennen den Sinn der Maßnahme.“

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