Umbau des Gebäudes Georgstraße/Obere Straße kurz vor dem Abschluss

Bald zieht wieder Leben ein

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Ein Stück Verdener Stadtgeschichte erstrahlt in neuem Glanz: Das Gebäude Georgstraße/Obere Straße.

Verden - Von Erika Wennhold. Erst Sparkasse, dann Allgemeine Ortskrankenkasse, jetzt Wohnhaus für 25 Mietparteien. Der Gebäudekomplex an der Ecke Georgstraße/Obere Straße stand zehn Jahre lang leer, bis ein Investor das Potenzial erkannte und das Architekturbüro Tollé mit der Sanierung beauftragte. „Keine einfache Aufgabe“, fasst Fritz-Dieter Tollé nach über einem Jahr Bauzeit zusammen. Aber er ist auch stolz auf das Ergebnis – trotz aller Widrigkeiten.

Denn, wer einen Altbau sanieren möchte, dem muss vorher klar sein, dass es unerfreuliche Überraschungen geben kann. Zumal, wenn ein Teil des Gebäudes, wie in diesem Falle, Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Dort hatte die Amtssparkasse Verden ihre neue Hauptstelle eingerichtet. Im Jahr 1935 dehnte sich die Sparkasse von der Oberen Straße Richtung Georgstraße aus. Heute erstrahlt die Fassade, frisch gestrichen, in neuem Glanz. In die Dachflächen eingefügte Gauben verweisen auf die neue Nutzung. Mehr durfte nicht verändert werden – Ensembleschutz war Voraussetzung für die Baugenehmigung. Denn die Fassade des älteren Gebäudeteils an der Ecke Obere Straße/Georgstraße steht unter Denkmalschutz. Hier hat man den Eindruck, es sei gar nicht viel passiert. Doch auf der Rückseite ist nur wenig so geblieben, wie es einmal war.

Die ehemalige Kassenhalle und ein Nebengebäude wurden abgerissen. Dadurch ergaben sich neue Räume im Freien. Die Erdgeschosswohnungen haben Terrassen, die darüber liegenden zum Teil Balkone, Loggia oder Dachterrasse. Einige Wohnungen verfügen über bodentiefe Fenster mit einem so genannten französischen Balkon davor.

„Keine Wohnung ist wie die andere, jede hat ihren eigenen Charme.“ Fritz-Dieter Tollé und seine Mitarbeiter mussten sich mit den Gegebenheiten arrangieren. Dadurch ergaben sich ganz von selbst die unterschiedlichsten Grundrisse.

An dieser Stelle war Kreativität vonnöten, an anderer handwerkliches Geschick oder die Kraft schwerer Baumaschinen. Tollé: „Aus dem Tresorraum im Keller musste eine tonnenschwere Tür geborgen werden.“ Hürden, die vorher bekannt waren, im Gegensatz zu jenen, die erst bei der Entkernung sichtbar wurden. Marodes Dachgebälk und fehlende Statik. Manches wurde erneuert, an anderer Stelle mit Stahlträgern abgestützt.

Immer wieder mussten Bauvorschriften umgesetzt werden. Was ein privater Bauherr vielleicht als Glücksfall angesehen hätte, durfte hier so nicht bleiben. Alle freiliegenden Stützbalken mussten wegen des Brandschutzes verkleidet werden. Die Fenster zur Straßenseite sind schallgeschützt, der Lärm bleibt draußen. Vor unliebsamen Einblicken müssen sich die späteren Mieter selbst schützen. Intimität bietet stattdessen der Innenhof mit kleinen Terrassen, Grünflächen, aber auch 24 Parkplätzen.

Mit einbezogen in den Komplex wurde das Gebäude Georgstraße 54. Hier entstanden die beiden größten Wohnungen mit jeweils eigenem Eingang, Balkonen und kleiner Terrasse. Alle 25 Wohnungen verfügen über eine dezentrale Warmwasseraufbereitung. Auf diese Weise wollen die Bauherren nicht nur Gerechtigkeit bei der Abrechnung erreichen, sondern auch gesundheitliche Gefahren durch Legionellenbildung in den Warmwasser-Rohren vermeiden.

Wer sich für eine Wohnung unter dem Dach entscheidet, blickt über die Dächer hinweg auf Dom und Altstadt. Treppen dürfen, müssen aber nicht benutzt werden. Mit dem Fahrstuhl geht es bequem nach oben.

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