Platzverweise und Bußgelder

Corona-Krise: Polizei zieht Bilanz - AWK von Solidarität überwältigt

Freut sich über die große Resonanz aus der Bevölkerung: AWK-Verwaltungsdirektorin Daniela Aevermann. Foto: AWK
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Freut sich über die große Resonanz aus der Bevölkerung: AWK-Verwaltungsdirektorin Daniela Aevermann.

Aktuelle Zahlen zu Corona-Neuinfektionen für den Landkreis Verden gibt es am Montag wieder. Ende dieser Woche, so Landrat Peter Bohlmann, werde es dann interessant. Dann könnte erstmals ausgewertet werden, inwieweit die Kontaktsperre greift.

Landkreis – Soziale Kontakte im Zuge der Pandemie so weit wie möglich einschränken und einen Mindestabstand von 1,50 Metern zum Mitmenschen wahren, das sind wesentliche Regeln. Wer dagegen verstößt, dem drohen Geldbußen bis zu 25. 000 Euro und sogar Freiheitsstrafen. Dennoch verführte das gute Wetter am Freitag und Samstag erneut Menschen, diese Regelungen zu missachten, wie die Polizei mitteilt. Gruppen, die zusammen grillten oder sich in der Öffentlichkeit aufhielten, obwohl nicht zum selben Hausstand gehörend, wurden von den Beamten angesprochen. Die meisten hätten sich einsichtig gezeigt und ihre Treffen umgehend beendet. Es seien aber auch Platzverweise ausgesprochen worden, schreibt die Polizei.

Auch Sport- und Spielplätze sowie eine Skateranlage seien, obwohl gesperrt, am Wochenende genutzt worden. Weil auch spielende Kinder dort waren, appelliert die Polizei an die Erziehungsberechtigten, den Nachwuchs für die neuen Regelungen zu sensibilisieren und auf die Einhaltung zu achten.

Eingangsbereich der Polizeidienststelle gesperrt: Von infizierter Person blockiert

Am Samstagabend musste der Eingangsbereich der Polizeidienststelle in Verden für rund drei Stunden gesperrt werden. Dort hatte sich ein Besucher aufgehalten, der unter dem Verdacht stand, infiziert zu sein. Der betroffene Bereich sei umfänglich desinfiziert worden, so die Polizei. Einschränkungen in der Erreichbarkeit habe es dadurch nicht gegeben.

„Nach ersten Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der letzten Woche wurden die Kontaktsperren nach unseren Eindruck weitgehend eingehalten“, so Landrat Peter Bohlmann. Allerdings sieht er die Gefahr, dass die Länge der Maßnahmen und das besser werdende Wetter dies gefährden könnten. „Deshalb wird es ohne eine wachsame Bevölkerung und die Fortsetzung der hohen und guten Polizeipräsenz nicht gehen. Mit ihr arbeiten wir bei der Krisenbewältigung sehr gut zusammen.“

Prüfung der Fallzahlentwicklung Ende der Woche: Greift Kontaktsperre?

Ob die Kontaktsperre tatsächlich greift, kann der Landkreis erst Ende dieser Woche anhand der Fallzahlentwicklung einschätzen. Hier kommt dem Gesundheitsamt unter Leitung der Amtsärztin Jutta Dreyer die größte Verantwortung zu. Unterstützt wird die Behörde vom vergrößerten Katastrophenstab unter der Leitung der Ersten Kreisrätin, Regina Tryta.

Dass der Landkreis den öffentlichen Gesundheitsdienst und den Katastrophenschutz unter seinem Dach vereine, erweise sich gerade jetzt als überaus sinnvoll, so der Landrat. Denn es ermögliche ein effizientes und abgestimmtes Vorgehen.

Krankenhäuser in Achim und Verden überwältigt von Hilfsbereitschaft

Dem Stab gehört neben DRK, Rettungsdiensten, Feuerwehren und THW auch die Aller-Weser-Klinik (AWK) an. Dort sprach man jetzt von einem großen Gefühl des Zusammenhaltens und der Solidarität, nachdem viele Menschen dem Aufruf gefolgt waren, sich als freiwillige Helfer in den Krankenhäusern Achim und Verden registrieren zu lassen.

„Wir können nach wie vor noch nicht abschätzen, wie sich die Pandemie im Landkreis entwickelt. Wir müssen und wollen auf alles vorbereitet sein. Und die Suche nach freiwilligen Helfern ist ein kleiner Teil, um Reserven zu schaffen“, erklärt der Ärztliche Direktor, Dr. Peter Ahrens. „Wir sind überwältigt von dieser Resonanz“, betont Verwaltungsdirektorin Daniela Aevermann und verweist auf mehr als 200 Freiwillige aus allen Berufen.

Angedachten Aufgaben für Freiwillige vielfältig

Von allen Seiten spüre die Krankenhausleitung derzeit die Motivation, in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten. „Die meisten gemeldeten Freiwilligen geben nicht an, in welchem Bereich sie bei Bedarf unterstützen wollen. Sie sind bereit, da zu helfen, wo es nötig ist.“ Eine Flexibilität, die Aevermann freut.

Doch nicht nur aus der Bevölkerung kommt eine durchweg positive Resonanz. „Auch viele unserer Mitarbeiter in Teilzeit bieten an, freiwillig mehr zu arbeiten“, berichtet Ahrens.

Freiwillige arbeiten nicht mit isolierten Corona-Patienten zusammen

Die Personalabteilung der AWK erfasst aktuell alle Freiwilligen und regelt das Administrative. Die angedachten Aufgaben reichen vom hausinternen Hol- und Bringedienst, über Telefonate führen, Kopieren, Hilfe bei der administrativen Verwaltung, Reinigungstätigkeiten bis hin zur Essensverteilung. Sichergestellt ist, dass die Helfer nicht mit isolierten Corona-Patienten arbeiten. 

Freiwillige

können sich per E-Mail an personal@aller-weser-klinik.de melden. Bitte Namen, Anschrift, Telefonnummer, Alter, besondere Fähigkeiten, Beruf oder Vorerfahrungen angeben. Weitere Informationen werktags, 10 bis 12 Uhr, unter Telefon 04231/1038002 und unter www.aller-weser-klinik.de.

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