Überwältigende Reaktionen

Leons Lasertag in Verden kurz vor der Insolvenz: Video auf Facebook löst Welle der Unterstützung aus

Luisa und Leon Dobias hoffen, dass es mit ihrer Lasertag-Arena an der Bernhard-Warnecke-Straße 5 in Verden noch lange nicht vorbei ist.
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Luisa und Leon Dobias hoffen, dass es mit ihrer Lasertag-Arena an der Bernhard-Warnecke-Straße 5 in Verden noch lange nicht vorbei ist.

Verden – „Ich bin sprachlos. Völlig sprachlos.“ Noch immer kann Leon Dobias, Betreiber von Leons Lasertag, es nicht richtig glauben. Niemals hätte er damit gerechnet, dass sein Video in den Sozialen Medien eine derartige Welle der Unterstützung auslösen könnte. Fast 50 Kommentare, 160 Reaktionen und über 600-mal wurde allein der Beitrag, den der 25-jährige Jungunternehmer auf Facebook Ende Juli veröffentlichte, mittlerweile geteilt.

Dobias wendete sich in dem Video mit einem Hilferuf an seine Kunden, Follower, Lasertag-Begeisterte und an jeden, dem etwas daran liegt, dass eine der nennenswertesten Verdener Attraktionen für Kinder und Jugendliche erhalten bleibt: Denn Leon und seine Frau Luisa Dobias stehen mit ihrer Lasertag-Arena kurz vor der Insolvenz.

„Drei Monate lang mussten wir aufgrund der Corona-Krise schließen. Erst seit Ende Juni haben wir wieder geöffnet“, berichtet Dobias. „Dadurch haben wir fast fünf Monate Umsatz eingebüßt, weswegen wir finanzielle Schäden in fünfstelliger Höhe haben.“

Leons Lasertag: Ein Corona-Hilfsantrag bereits erfolgreich gestellt

Einen ersten Corona-Hilfsantrag habe er bereits erfolgreich gestellt, berichtet der 25-Jährige: „Die 9000 Euro, die wir daraufhin bekommen haben, waren innerhalb von zwei Tagen weg. Es hat nicht mal für einen Monat gereicht.“ Allein die Lasertag-Westen kosten laut Dobias über 2800 Euro im Monat. „Wir haben die Ausrüstung auf Ratenzahlung gekauft, was bis jetzt ja auch eigentlich immer ganz gut funktioniert hat.“

Ein weiterer großer Kostenfaktor sei die Miete. „Wir sind Monate überhin und rein rechtlich betrachtet könnten unsere Vermieter uns jetzt schon fristlos kündigen. Aber sie sind sehr gut zu uns: Letzte Woche haben wir uns zusammengesetzt und noch ein bis zwei Monate Zeit bekommen, das Geld aufzutreiben“, so der Jungunternehmer weiter.

Einen zweiten Corona-Zuschuss gebe es nicht, zu früh habe er sein Gewerbe letztes Jahr angemeldet und sei nicht antragsberechtigt. „Wir versuchen jetzt, einen Kredit über 50.000 Euro zu kriegen“, erklärt Luisa Dobias. Aber ob das klappt, sei aktuell noch in der Schwebe. „Wir haben keinen Plan A, keinen Plan B und keinen Plan C. Wir leben hier von Tag zu Tag und ich weiß nicht, wie lange wir das noch durchhalten“, gibt Leon Dobias offen und ehrlich zu. „Es ist eine große Belastung für uns beide. Wir werden sehr wahrscheinlich schließen müssen. Und das tut mir sehr weh.“

Doch noch gibt es Hoffnung: Als alle Möglichkeiten ausgeschöpft schienen, setzte Leon Dobias ein Video auf Facebook, in dem er sich offen und ohne irgendetwas zu beschönigen mit seiner Situation an die Öffentlichkeit wandte. Ein letzter Hilferuf. und eine Bitte zum Spenden. „Wir hätten vielleicht damit gerechnet, dass so 100, 200 Euro dabei zusammenkommen, aber die Reichweite und die Reaktionen, die auf unser Video kamen, haben uns völlig überwältigt“, schildert der 25-Jährige.

Das Lasertag-Team gestaltete seine Arena im Mai noch um. Damit können auch Spieler im Rollstuhl ein Teil des Action-Geschehens sein.

Innerhalb von sechs Tagen kamen über 3700 Euro allein bei einer von ihm erstellten Spendenkampagne auf „Gofundme“ zusammen. Auch über Paypal schickten viele unterschiedlich hohe Summen, um Leons Lasertag zu unterstützen. „Das Video ist unser letztes Mittel, unser letzter Strohhalm. Mensch, selbst Angela Merkel hab" ich einen Brief geschrieben.“

Doch nicht nur übers Internet, auch von lokalen Unternehmen in Verden wie Trend Hair, Easy Fitness und Adis Gebäudereinigung erfuhr das Paar schon auf vielerlei Art und Weise Unterstützung. Entweder teilten die Anbieter das Video, sammelten Spenden oder spendeten selbst.

„Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen in so einer Krise so stark zusammenhalten können“, gibt der 25-Jährige immer noch völlig erstaunt zu. „Vielleicht gibt es doch noch Hoffnung. Aber nicht nur für mich und Leons Lasertag, sondern auch für alle anderen Jungunternehmer, die wegen der Corona-Krise jetzt in der Klemme sitzen“, zeigt sich Luisa Dobias schließlich doch noch etwas positiv gestimmt.

Spenden

Für den Erhalt von Leons Lasertag können sowohl an „Gofundme“ oder über paypal.me/leonslasertag an Luisa und Leon Dobias gesendet werden. Die beiden weisen aber darauf hin, dass sie sich sehr freuen würden, wenn die Leute, anstatt zu spenden, doch in der Arena vorbeischauen und in der Gruppe eine Runde actiongeladenes Lasertag spielten für das Geld.

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