Aktion unterstützt Mitglieder

Überlebensstrategien der Verdener Kaufmannschaft

Ein Plakat des Kaufmännischen Vereins Verden am Ortseingang Verden. Ziel ist die Unterstützung der Kaufleute in der Innenstadt während des Corona-Lockdowns.
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Mit einer Plakataktion unterstützt der Kaufmännische Verein seine Mitglieder.

Für einige Mitglieder der Verdener Kaufmannschaft ist die Situation dramatisch, andere kommen so eben über die Runden. Mit neuen Ideen sorgt der Kaufmännische Verein dafür, dass Kunden die Verdener Innenstadt nicht vergessen.

  • Die Verdener Kaufmannschaft startet Aktivitäten.
  • Die Kaufleute bitten um Unterstützung.
  • Teilweise ist eine dramatische Situation entstanden.

Verden –Für einige ist die Situation dramatisch, wenn sie zum Beispiel Miete zahlen müssen, andere kommen so eben über die Runden. Alle zusammen hoffen, dass der Lockdown bald beendet wird und die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Immerhin füllt in den Bekleidungsgeschäften die Frühjahrsware schon die Lager. Mit neuen Ideen sorgt der Kaufmännische Verein dafür, dass Kunden ihre Verdener Innenstadt nicht vergessen.

Erfolgreiche Gutscheinaktion

Die Gutscheinaktion ist sogar besser gelaufen, als es sich die Initiatoren von Verden hat’s erhofft hatten. In den Tagen vor Weihnachten schien dies eine gute Geschenkidee zu sein. „Wir sind da – digital, analog und nah! Eine Vielzahl unserer Verdener Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister – die aufgrund der Corona-Krise ihre Geschäfte schließen mussten – haben innerhalb kürzester Zeit ihren Geschäftsbetrieb angepasst, alternative Vertriebswege gesucht und Lieferservices aufgebaut, um weiterhin für die Verdener Kundschaft da zu sein.“ So wirbt der Verein auf seiner Homepage für die Mitglieder und hat eine Liste all jener daruntergestellt, bei denen trotz des Lockdowns eingekauft werden kann – per Bestellung und Lieferservice. Einige Geschäfte sind längst auf Internet-Plattformen vertreten und bilden ab, was neu in den Laden gekommen ist.

Internet wird an Bedeutung gewinnen

Vorsitzender Harald Nienaber weiß, dass das Internet für seine Mitglieder an Bedeutung gewinnen wird. So wie bei den Großen ginge es jedoch nicht. Aber auf einer gemeinsamen Plattform könnten Geschäfte Teile ihres Sortiments oder Sonderangebote abbilden und per Post zu den Kunden nach Hause schicken.

Über allem steht der Slogan „Kommen Sie, Bleiben wir“, mit dem der Kaufmännische Verein verstärkt auf sich aufmerksam machen will. An allen Ortseingangsstraßen weist schon jetzt ein Plakat auf großen Tafeln auf die neue Aktion hin. Wenn aber das darauf abgebildete Fotomodell durch jeweils einen Geschäftsinhaber beziehungsweise -inhaberin ersetzt wird, dürfte es noch mehr beachtet werden. Von Monat zu Monat soll das Gesicht ausgetauscht werden. Diese Aktion wird von der Stadt unterstützt, indem sie keine Miete für die Nutzung berechnet. Im Stadtrat wird zurzeit über weitere Unterstützung diskutiert. Zum Beispiel über finanzielle Unterstützung beim Aufbau einer Online-Plattform.

Die Mitglieder des Kaufmännischen Vereins haben ein schweres Jahr hinter sich und können Unterstützung gebrauchen. Bei Euronics Bungalski steht das Telefon in diesen Tagen zwar nicht still, doch: „Es sind meist Reparaturen, die anstehen“, sagt Marlies Schwetschenau. Das Elektrofachgeschäft lebt im Augenblick noch von den Aufträgen aus dem Dezember und befürchtet, den Lockdown erst im Februar so richtig zu spüren zu bekommen. „Die hochwertigen Geräte müssen erst bestellt werden. Gerne kommen wir zu den Kunden nach Hause und machen Beratung vor Ort. Das kommt zurzeit aber eher selten vor.“ Weil sich die Kunden wegen der abgesenkten Mehrwertsteuer noch Ende des vergangenen Jahres zum Kauf entschieden hätten, sieht das Geschäft in der Großen Straße schwierige Zeiten auf sich zukommen.

Homepage gibt Auskunft über Lieferservices

Sieht man durch die Schaufenster zwar kein Leben in den Geschäften, stimmt das nicht ganz. Wer etwas entdeckt, dass er haben möchte, sollte auf der Homepage Verden hat’s nachsehen, ob ein Lieferservice angeboten wird.

Bei Goldschmied Thomas Krempel gibt es seit Wochen zwar keine Spontankäufe mehr, aber wer in der Auslage etwas für sich entdeckt hat, kann es bekommen. Ein Anruf genügt. Alles, was erlaubt ist, macht der Goldschmied möglich und kommentiert: „Ich will weiterleben. So schnell gebe ich nicht auf.“ Er ist sich aber bewusst, dass es in den meisten Fällen Zeit und gute Beratung braucht, bis sich Kunden für ein Schmuckstück entschieden haben. Für ihn ist ein Ende des Lockdowns umso wichtiger.

Das Bekleidungsgeschäft Hold hofft, über den Lieferdienst noch einige Sachen aus der Winterkollektion verkaufen zu können, denn die Frühlingsware ist schon eingetroffen. Mitarbeiterin Vanessa Urban: „Die Zeiten sind schwierig, deshalb tun wir alles, um im Gespräch zu bleiben. Wer sich keine Mühe gibt, verkauft nichts.“

So sehen es all die anderen auch, die auf individuelle Weise durchhalten und sich bessere Zeiten wünschen.

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