Feuerwehrmänner machen bei Fahrzeugüberführung Halt bei Kurt Sindel

Über Verden nach Tansania

Fünf Männer vor einem Feuerwehrauto.
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Erschöpft, aber glücklich erreichten die Feuerwehrleute aus Polen ihren Gastgeber Kurt Sindel (r.) in Verden. Staus und Baustellen haben auf dem Weg von Posen nach Bremerhaven an den Nerven der Beteiligten gezehrt.

Verden – Damit Brände im ostafrikanischen Tansania bekämpft werden können, haben polnische Feuerwehrkräfte mithilfe privater und kirchlicher Sponsoren ein 2019 in Wuppertal gekauftes ausgemustertes Löschfahrzeug wieder einsatzbereit hergerichtet. Am Sonntag wurde das Fahrzeug von Adam Malinski, Jaroslaw Stachowiak, Andrej Cebernik und Jakub Walkowiak zum Verschiffen nach Bremerhaven gebracht.

Ihr Weg dorthin führte die vier Polen über Verden. Bei Kurt Sindel, einem langjährigen Freund von Malinski, legte das Quartett eine Pause ein. Mitgebrachte kulinarische und handgearbeitete Gastgeschenke wurden ausgetauscht und die Männer ausgiebig bewirtet.

Freund nach Jahren wiedergesehen

„Es wird ja leider nur ein kurzer Besuch, aber immerhin“, sagte Sindel. Während er auf die Ankunft der Gäste wartete, stand ihm das Glück, den alten Freund erstmals nach Jahren endlich wiederzusehen, deutlich ins Gesicht geschrieben.

Fehlende Ausrüstung zur Brandbekämpfung in Tansania

Und dann waren sie endlich da. Unüberhörbar für sämtliche Nachbarn, da das Einparken des Feuerwehrautos, in dem die Männer angereist waren, doch einige Mühe machte. „In Tansania herrschen beim Feuerschutz katastrophale Verhältnisse“, erzählten die Männer. Es fehlte an Ausrüstung genauso wie an ausgebildeten Löschgruppen. Je nach Region sei die Bevölkerung vollkommen auf sich allein gestellt. Zudem gebe es außerhalb der größeren Städte auch keine flächendeckende Löschwasserversorgung. Ein weiteres Problem seien die Bauweise und der Zustand der Straßen.

Spendensammlung für ein Löschfahrzeug für Partnergemeinde

Um Menschenleben zu retten, habe daher Jakub Walkowiak federführend bereits 2016 ein Projekt auf den Weg gebracht und Spenden für ein Löschfahrzeug für eine ostafrikanische Partnergemeinde gesammelt, zu der der polnische Pater Daniel Hinz über Missionswege regen Kontakt unterhält. 40 000 Euro wurden inzwischen gesammelt. „16 000 Euro hat allein das nackte Fahrzeug, ein LF 1122 der Fahrzeugmarke Mercedes, Baujahr 1991, gekostet. Der Rest wurde in die Ausstattung, angefangen bei der Löschtechnik über Einsatzequipment bis hin zur Kleidung für die Einsatzkräfte, investiert“, fasste Malinski zusammen. „Ganz wichtig ist, dass das Fahrzeug ein älteres Semester ist“, erzählte er weiter. „Ein Neufahrzeug wäre schon wegen der vielen technischen Finessen völlig ungeeignet. Das Fahrzeug muss fahrtechnisch sehr robust und auch möglichst einfach zu reparieren sein.“

In dieser Woche wird das Feuerwehrauto von Bremerhaven aus nach Tansania verschifft, wo es hoffentlich noch viele Jahre gute Dienste bei der Brandbekämpfung leisten wird; ganz so, wie es sich die vier Männer und alle am Projekt Beteiligten wünschen.

Weitere Aktivitäten im Blick

Für die Zukunft haben die Polen bereits weitere Aktivitäten in den Blick genommen. So planen sie, mit gezielten Aktionen den Feuerwehrleuten im fernen Ostafrika zu Grund- und Weiterausbildung in Brandbekämpfung und technischer Hilfeleistung in Theorie und Praxis sowie Erste-Hilfe-Maßnahmen zu verhelfen.  

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