Turnen und traditionell feiern

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Abschied als Junggesellin 2015.

Jubel, Trubel, Heiterkeit, ein munteres, ja, ausgelassenes Treiben herrschte regelmäßig Anfang Juni auf der Domweihmeile rund um die Redaktion. Mittendrin in der Menschenmenge: Familien, Gruppen und Grüppchen – und natürlich die Verdener Turner.

Verden – Schon eine Institution ist der Rundgang der Verdener Turner über die Domweih. Klaus Zuschneid erinnert sich: „Breits nach dem Krieg versammelten sich die Turner Jahr für Jahr am Domweih-Dienstag in weißer Hose, dunklem Jackett und Fliege in der Turnhalle am Piepenbrink.“ Vorne Weg der Turnchef Julius Bertram, so ging es in Reih und Glied mit circa 20 Turnern über die Domweih. „Und es wurde ordentlich gefeiert“, erinnern sich die damaligen Zeitzeugen. Und nicht nur auf der Domweih zeigten die Athleten allerbeste Kondition: „Natürlich ging es anschließend in die Lokale, wo weiter gefeiert wurde“, so Zuschneid. Auch Musik war dabei, live und handgenmacht: „Onkel Otto“ als „Einmann-Kapelle“ begleitete die Aktiven regelmäßig.

Doch damit nicht genug: Zum Abschluss des Bummels wurde in der Turnhalle eingekehrt, wo die Frauen die Turner mit entsprechenden Getränken versorgten.

Nach Julius Bertram übernahm Wolfgang Kretschmer die Domweih-Führung. Es folgte Ralf Bömeke. „Diese Tradition wird von der jungen Turner-Generation, die zum größten Teil von mir trainiert wurde, fortgesetzt“, freut sich Zuschneid.

Und so ist es dann auch, wie Bilder der Gegenwart belegen. Jetzt treffen sich die Turner jedes Jahr unter der Leitung von Ralf Bömeke immer noch Domweihdienstag an der kleinen Halle am Piepenbrink. Ein jeder hat ein dunkles Jackett, Fliege und helle Hose an. Hinter der Halle wird mit einem Lied an Julius Bertram gedacht und dann gehen sie, wie die Orgelpfeifen sortiert, über die Domweih. Zur „Stärkung“ legen sie immer mal wieder eine Pause ein, und, wie es sich gehört, kehren zurück zur Halle, wo sie von Kathrin Fehling und Alexandra Bömeke verköstigt werden. „Das besonders Schöne ist, dass auch die älteren Turner immer wieder dabei sind“, freut sich Alexandra Bömeke.

Und noch mehr Rituale spielen sich auf dem Festplatz ab. Er ist beliebter Schauplatz von Jungesellen-Abschieden, und so kommt es wiederholt zu den seltsamsten Begegnungen mit noch seltsameren Personen in ganz ungewöhnlichen Kleidern. Doch sehen Sie selbst und lassen Sie sich ein wenig trösten.   mw

Die Turner-Tradition lebt bis heute. Jung und Alt beim Sprung. Foto: alexandra bömeke
Wie sollte es anders sein: Viele gut gelaunte Menschen lassen sich 2005 über die Domweih treiben. Foto: klaus holicki
Die Turner unterwegs im Jahre 1963 mit „Onkel Otto“. Foto: turnverein verden

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