Trotz Flüchtlinge: Sport-Abi soll am GaW in Verden möglich sein

Applaus für das Krisenmanagement

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Landrat Peter Bohlmann (stehend) informierte über den aktuellen Stand in Sachen Flüchtlinge.

Verden - Von Andree Wächter. Selten war der Verdener Rathaussaal so voll, wie am Mittwochabend. Zur Infoveranstaltung über die aktuelle Flüchtlingssituation kamen rund 100 Interessierte. Landrat Peter Bohlmann und Bürgermeister Lutz Brockmann berichteten über den aktuellen Stand und beantworteten Fragen.

Besorgte Eltern wollten vom Landrat wissen, ob Schüler am Gymnasium am Wall (GaW) in Verden das Abitur im Fach Sport machen können. „Das Problem ist bekannt. Wir brauchen noch ein paar Tage Zeit, um die nötigen Gespräche zu führen“, sagte Bohlmann. Eine Idee sei, frei Kapazitäten in anderen Hallen zu nutzen. Dazu müssen die Stundenpläne angepasst und ein Schülertransfer organisiert werden. Am GaW ist Platz für circa 100 Flüchtlinge. Wann die Asylsuchenden anreisen, stand am Mittwochabend noch nicht fest.

Lutz Brockmann moderierte den Abend. Der Bürgermeister arbeitete die Meldungen per Handzeichen der Anwesenden ab. So konnte jeder seine Fragen stellen. Das vermeintliche Wissen vieler Bürger beruhte auf Gerüchten. Hier gab der Bürgermeister Entwarnung. Wegen den Flüchtlingen wurden weder eine Station in der Aller-Weser-Klinik geschlossen, noch zog die Stadt eine Zusage zum einem Kindergartenplatz zurück.

Landrat Peter Bohlmann beschrieb den Ablauf der vergangenen Tage. „Wir leisten Amtshilfe für das Land. Nach der Meldung haben wir den Katastrophenschutz-Stab hochgefahren, es ging nicht anders.“ Dass die Wahl auf die Turnhallen an den BBS Dauelsen und am GaW fielen, hatte praktische Gründe. Die Hallen befinden sich in Trägerschaft des Landkreises. Weiterhin hat der Katastrophenschutz-Stab sich aus logistischen Aspekten dafür entschieden. Ein weiterer Punkt war die Schnelligkeit. Innerhalb weniger Tage musste die Unterkunft hergerichtet sein. Da hat sich der Landkreis auf die Erfahrungen der Mitglieder im Katastrophen-Stab verlassen. „Die Frage der Unterbringung stand über allen anderen Fragen“, sagte Bohlmann. Und weiter: „Die Landkreise retten die Republik.“ Sollten noch weitere Hallen benötigt werden, ist der Nordkreis gefordert, stellte der Landrat klar. Ein Bürger lobte das Krisenmanagement der vergangenen Woche. Spontaner Applaus kam auf.

Irritiert waren zahlreiche Bürger über die Essensausgabe an den BBS. Hauptamtliche verteilen dort die Mahlzeiten. Das die Flüchtlinge nicht mithelfen dürfen, liegt an ihrem Status und an Hygienevorschriften.

Peter Bohlmann blickte auch in die Zukunft. Die in den Turnhallen untergebrachten Flüchtlinge möchte der Landkreis in Eigenregie weiterverteilen. Das Land muss aber zustimmen, da der Landkreis nur Amtshilfe leistet.

„Die Aussage, dass die Aufnahmekapazitäten unbegrenzt seien, war falsch“, so der Landrat. Ziel müsse es ein, zu einem planbaren Zuzug zu kommen.

Die langfristigen Ziele lösen das aktuelle Unterkunftsproblem nicht. Die Turnhallen sind bis zum Ende des Winters eingeplant. Laut dem Landrat sucht der Landkreis nach Alternativunterkünften. Leerstehende Produktionshallen rücken dabei ins Visier. Allerdings sind umfangreiche Umbaumaßnahmen, gerade im Sanitärbereich, durchzuführen. Einigkeit herrschte im Rathaus bei der Aussage: Die Krisensituation darf nicht zur Dauersituation werden. Die nächsten Herausforderungen wartet schon auf die vielen Helfer: die Integration der Flüchtlinge.

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