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Kreisstraße: Trockenheit führt zu Sanierungsfall

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Von: Heinrich Kracke

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Die Kreisstraße zwischen Eissel und Verden.
Sanierungsfall: Die Kreisstraße zwischen Eissel und Verden soll ab den Sommerferien komplett erneuert werden. © Kracke

Die Kreisstraße von Eissel nach Langwedel ist ein echtes Sorgenkind. Das bekommen Autofaher im Sommer zu spüren, wenn die Verbindung saniert werden muss.....Das muss sein, aber kann schon nerven....Und es gibt neue Radwege...

Verden/Achim – Sie lassen sich nicht mehr wegdiskutieren, die Schäden, die ihre Spuren auf dem Asphalt hinterlassen haben. Fahrbahnränder brechen weg, Risse klaffen zentimetertief. Es geht um die Kreisstraße von Langwedel nach Eissel. „Unser aktuelles Sorgenkind“, sagt Fachdienstleiter Werner Stadtlander. Ein Sorgenkind von besonderer Dimension. Nicht Fahrzeuge setzten dem Geheimtipp zu, den viele Verdener Einpendler auf ihrem Weg zur Arbeit nutzen. Es ist die Trockenheit. Was schon für Strecken durch Moorlandschaften gilt, im Kreis Verden etwa die Passage von Allerdorf nach Posthausen, das trifft jetzt auch für erste Fahrbahnen in der Marsch zu. „Der Untergrund zieht sich zusammen, die Lehmschicht, der Asphalt-Oberbau bricht ein“, so Stadtlander. Die Strecke sei schon häufiger ausgebessert, jetzt sei Schluss. In den Sommerferien rücken die Bagger zur Vollsanierung an. Pendler werden sich eine neue Route suchen müssen. Die Arbeiten laufen unter Vollsperrung ab, sie dauern nach aktueller Einschätzung rund drei Monate.

Fahrbahnsanierung durch die Aller- und Wesermarsch kostet eine Million Euro

Mit knapp einer Million Euro nimmt die Fahrbahnsanierung durch die Aller- und Wesermarsch einen Großteil des Etats ein, den sich der Landkreis Verden im laufenden Jahr den Aus- und Umbau seiner Kreisstraßen kosten lässt. Im Falle Langwedel/Eissel bleibt der Kreiskämmerer allerdings nicht allein auf den Kosten sitzen. Mit 60 Prozent ist das Land Niedersachsen beteiligt, GVFG-Mittel heißt die Zauberformel, in diesem Falle sind es fast 600 .000 Euro, die von der Leine an die Aller fließen.

Für Radwege übernimmt das Land sogar 75 Prozent der Kosten. Kein Wunder also, dass das Netz nicht nur in den vergangenen Jahren gewachsen ist, sondern aktuell nächste Lücken geschlossen werden. Im östlichen Kirchlintelner Gemeindegebiet geht ein langgehegter und mit vielen Aktionen begleiteter Wunsch in Erfüllung. Die Kreisstraße 22 soll ab der Abzweigung von der Landesstraße und dann auf ganzer Länge über Schmomühlen, Brunsbrock und Bendingbostel zurück an die Landesstraße mit einem Radweg versehen werden. Und da schon mal die Baufahrzeuge angerückt sind, ist auch gleich noch an eine Vollsanierung der abgängigen Straße gedacht. Fünf Kilometer, die am Ende fast drei Millionen Euro kosten werden, davon voraussichtlich einen Großteil schon im laufenden Jahr.

Radweg an der Kreisstraße 22 mit Vollsanierung der Fahrbahn

Eine allerdings komplizierte Planung. „Wir streben möglichst einen Planfeststellungsverzicht an“, sagt Stadtlander. Heißt: Die Vereinbarungen sollen einvernehmlich getroffen werden. Nicht ganz einfach bei insgesamt 24 verschiedenen Grundeigentümern, die die Kreisverwaltung für den Bau des Radweges ins Boot holen will. „Da sind viele persönliche Gespräche notwendig“, sagt Stadtlander. Man sei auf einem guten Weg, klar, aber die Auswirkungen der Pandemie hätten zu Verzögerungen geführt. Ob ein Baustart noch in diesem Jahr erfolgen könne, sei noch nicht vollständig geklärt. Trudeln die Bagger ein, dann geht es allerdings gleich richtig zur Sache. Um innerorts Platz zu finden für den Radweg müsse teilweise die Fahrbahn verschwenkt werden. In den Untergrund werde zugleich auch ein Regenwasserkanal eingebettet.

Die Baukosten-Steigerung ist nicht wirklich kalkulierbar

Unklar indes, ob das ehrgeizige Kreisstraßen-Programm für dieses Jahr auch tatsächlich in diesem Jahr abgearbeitet werden könne. „Die Baukosten-Steigerung ist natürlich nicht wirklich kalkulierbar“, so Stadtlander. Schon im vergangenen Jahr habe man reagieren müssen. Statt bei Einzelprojekten abzuspecken entschied man sich für ein Strecken der Maßnahmen. Übrig blieb am Ende die Radwegsanierung zwischen Kirchlinteln und Deelsen, sie soll jetzt in diesem Jahr nachgeholt werden.

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