Beate Hillwig startet Crowdfunding-Projekt / Alpaka-Wolle aus den Anden

Trocken bei Regen und Kälte

Mit Alpakas auf Du und Du: Beate Hillwig arbeitet eng mit den Vierbeinern zusammen. - Foto: alpacara

verden - Von Markus Wienken. Es ist Herbst. Kaum jemand würde auf die Idee kommen, sich zehn Liter Wasser über den Kopf zu gießen. Kein Problem für Beate Hillwig. Sie zieht am Seil, es gießt wie aus Eimern, und die mutige Frau bleibt bis auf die Haut trocken. „Der Alparka macht’s möglich“, strahlt sie begeistert. Die Eisselerin möchte mit ihrer Idee in Serie gehen und hat ein Crowdfunding-Projekt gestartet.

Ob mit Rad, Pferd oder Hund, Beate Hillwig ist gerne an der frischen Luft. Bei jedem Wetter, zwölf Monate im Jahr. Im Sommer locker gekleidet, kein Problem, in den kälteren Monaten hingegen notwendigerweise meistens dick eingepackt. „Die Methode Zwiebellook kennt jeder, man ist meistens unterwegs, wie ein Michelin-Männchen“, erinnert sie sich. Und nicht nur das. Wer sich viel bewegt, der schwitzt, und beginnt zu frieren, wenn er stehen bleibt. Eine Erfahrung, die Beate Hillwig auf ihren Touren rund um die Welt immer wieder machen musste.

Und dann stand ihr die Lösung fast auf den Füßen. 30 Jahre hat die gelernte Reisekauffrau und selbstständige Unternehmerin in Mittel- und Südamerika verbracht. Auch in den Anden, in 4 000 Metern Höhe, war sie auf Tour. Nass, kalt und frierend blickte sie auf eine Herde von Alpakas. Die Vierbeiner schien die Witterung so gar nicht zu stören. „Der Grund dafür liegt im ganz besonderen Aufbau ihres Fells“, erfuhr Hillwig. Hohl und röhrenartig die Struktur, speichert es Luft, die sich, nach Bedarf, erwärmt und den Körper vor Kälte schützt. Die Idee „ihrer“ atmungsaktiven Jacke war geboren. Und sie kann noch mehr: „Die Jacke ist plastikfrei, zu 100 Prozent aus Alpakafaser und nachhaltig produziert“, erzählt Hillwig. Die Wolle kommt direkt aus Peru, wird dort von den einheimischen Indios geschoren und gewaschen. „Garantiert ohne chemische Zusätze“, versichert die Produzentin.

Hatte Beate Hillwig mit der Jacke aus Alapakawolle zwar nun den wirksamen Schutz gegen Kälte gefunden, fehlte ihr noch die notwendige „Haut“ gegen ausdauernden Regen. Fündig wurde sie mit EtaProof, ein funktionelles Gewebe aus Baumwolle. „Extra-Langstapelfasern werden dabei speziell weich gesponnen und gezwirnt und dann in höchstmöglicher Dichte verwoben, sie ist damit absolut regenfest, winddicht, atmungsaktiv und – nicht ganz unwichtig – modisch“, so die Erfahrung der Sportlerin. Ihre Zielgruppe: „Reiter, Golfer, Radfahrer, Hundesportler, Wintersportler aber auch Spaziergänger, die bei jeder Witterung in der Natur sind.

Das Projekt „Alparka“steckt noch in den Kinderschuhen, produziert werden die Jacken bislang nur auf Bestellung und für Damen. „Ich möchten den nächsten größeren Schritt machen, eine komplette Kollektion, plastikfrei und umweltfreundlich, auch für Männer, anbieten“, so Hillwig. Die Idee, ihr „Start-up“ über das sogenannte Crowdfunding zu finanzieren, lag nahe. Erstes Ziel ist es, 7 500 Euro an Kapital über Spenden einzusammeln. „Aber auch das Geld aus Bestellungen von Jacken, Mützen, Schals oder Socken fließt in den Fond“, erklärt Hillwig. Bis zum 15. Dezember, so das Fundingziel, muss die Summe im Topf sein. Klappt es nicht, bekommen alle Spender ihr Geld, das treuhänderisch verwaltet wird, zurück. „Das ist ganz klar geregelt“, bestätigt die Klein-Unternehmerin.

Ob Erfolg oder Misserfolg, von ihrem Weg lässt sich Beate Hillwig nicht abbringen und hofft, möglichst viele Menschen, auch im Sinne des Klimaschutzes, mitnehmen zu können. „Mit ,alpacara’ haben wir ein kleines, feines Label geschaffen, das auf Bestellung arbeitet, für Menschen, die Haltung zeigen“, betont sie.

Zum Crodfunding:

Üblicherweise werden Crowdfunding-Projekte im Internet realisiert: Der Gründer stellt seine Idee oder Unternehmen auf einer Plattform vor, oft in Form eines kleinen Vorstellungsvideos. Wer von dem Vorhaben überzeugt ist, kann das Projekt unterstützen. Dazu wird im Vorfeld eine Mindestsumme für das Funding definiert, die es in einem bestimmten Zeitraum zu erreichen gilt. Falls dies erfolgt, wird das Projekt in die Tat umgesetzt. Gelingt es dagegen nicht, die Summe zu stemmen, bekommen die Unterstützer ihr eingezahltes Kapital zurück. Das Geld dient in der Regel den jungen Unternehmen, auch Start-ups genannt, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln oder weiter zu verfolgen. Die Gründer eines Start-ups brauchen gerade am Anfang oft eine Anschubfinanzierung, um eine professionelle Mannschaft zu versammeln, einen ersten Prototypen zu bauen oder Maschinen zur Produktion zu kaufen. Spätere Finanzierungsrunden stärken meist den Ausbau des Marketings und des Vertriebs. Die zu erreichende Höhe des Fundings setzt das Start-up selbst fest.

Nähere Informationen zum Crowd-Funding-Ziel und dem Label „alpacara“ unter www.startnext.com/alparka

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