Anonyme Alkoholiker bieten Treffen in Verden

Ohne Alkohol durch den Feiertagsblues kommen

Verden - „Gerade zu den Feiertagen überkommen mich oft sentimentale Gedanken.“ Das erleben viele Menschen an Festtagen, wenn die anderen feiern und Familien zusammenkommen. Wer an Alkoholismus leidet, ist dann besonders gefährdet, einen Rückfall in die Sucht zu erleiden. André weiß das aus eigener Erfahrung und bietet deshalb an Heiligabend und Silvester offene Meetings der Anonymen Alkoholiker (AA) an.

André ist jetzt seit acht Jahren trocken. Das ist ein großer Erfolg für ihn, denn wer einmal in dieser Suchtfalle gefangen war, weiß wie schwer es ist, der Versuchung zu widerstehen, wenn man Trübsal bläst. Der Ausweg, der in der Flasche zu stecken scheint, ist zu verlockend. „Als ich noch getrunken habe, war es für mich das beste Mittel, zur Flasche zu greifen und meine Gefühle zu betäuben“, erinnert er sich.

„Alkohol war für mich das probate Mittel, um Emotionen zu unterdrücken und um nach außen hin nicht erkennbar werden zu lassen, wie ich mich wirklich fühle“, berichtet André. Er habe sich unangreifbar gefühlt und Fragen besorgter Mitmenschen vermieden: „Ich musste trinken, um meine Fassade aufrecht zu erhalten“, war er damals überzeugt.

Dass er jetzt schon so lange ohne diese Betäubung auskommt, hat viel mit der Hilfe und Widerstandskraft zu tun, die ihm die Treffen der Anonymen Alkoholiker vermitteln. Deshalb hat er irgendwann selbst angefangen, sich in der komplett freiwilligen und ehrenamtlichen Organisation zu engagieren. Jetzt kümmert er sich um seine Leidensgenossen und Leidensgenossinnen und steht ihnen gerade über die Feiertage zur Verfügung. Gemeinsam mit Horst lädt André an Heiligabend und Silvester, jeweils von 15 bis 17 Uhr, ins Verdener Stadtkirchenzentrum zu offenen Meetings ein. „Diese zwei Stunden sollen Kraft und Anregungen geben, sich der Situation zu stellen und trocken damit umzugehen“, haben sich die beiden vorgenommen.

„Anonyme Alkoholiker sind eine Gemeinschaft von Männern und Frauen, die miteinander ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen, um ihr gemeinsames Problem zu lösen und anderen zur Genesung von Alkoholismus zu verhelfen.“ Dieser Satz aus der Präambel der AA gibt wieder, was Horst und André ereichen wollen. „Und weil Alkoholismus eine Fmilienkrankheit ist, sind auch Angehörige und Freunde herzlich willkommen“, betonen sie.

Die beiden sind auch jederzeit telefonisch zu erreichen, André unter der Nummer 0173/4286031 und Horst unter 0160/91234585. Sie haben auch eine Liste – wissen also, wo sonst noch in der Region Meetings stattfinden. 

kle

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