Steigende Bewerberzahlen

Trendwende erreicht IHK-Raum

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Ziehen (noch) eine positive Bilanz ses Ausbildungsmarktes (v.l.): IHK-Geschäftsführer Dr. Bodo Stange, Handwerks-Hauptgeschäftsführer Eginhard Engelke, Agentur für Arbeit-Chef Christoph Tietje und IHK-Vizepräsident Berndt Chylla. 

Landkreis - „Wir klagen auf hohem Niveau.“ Dieser eindeutige Satz von IHK-Vizepräsident Berndt Chylla umschreibt sowohl treffend als auch kennzeichnend die Situation des Ausbildungsmarktes im Elbe-Weser-Raum. Das Zitat stammt aus der Pressekonferenz von IHK, Handwerk und Arbeitsagentur gestern Nachmittag in der IHK-Geschäftsstelle in Verden.

Folglich waren die Überschriften der jeweiligen Presseinformationen auch ein Querschnitt dessen, was an positiven Nachrichten trotz der steigenden Bewerberzahlen und gleichzeitiger Abnahme der Angebote an Ausbildungsstellen zu den bestimmenden Elementen für die Zukunft gehören. „Stabile Situation am Ausbildungsmarkt im Landkreis Verden“, hatte beispielgebend Christoph Tietje, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden, getitelt.

„Das Handwerk zieht eine positive Zwischenbilanz auf dem Ausbildungsmarkt“, sagte ferner der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser, Eginhard Engelke, vor Journalisten. Bis zum Stichtag 30. September seien bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade 5142 neue Lehrverträge eingetragen worden. Das seien 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zahl der abgeschlossenen Verträge sinkt

Auf den Infoseiten der IHK Stade lassen sich durchaus kritische Töne ablesen. „Bewerberrückgang und bisher kaum Flüchtlinge in Ausbildung“ heißt es da. Berndt Chylla und Geschäftsführer Dr. Bodo Stange haben eine Trendwende im Elbe-Weser-Raum ausgemacht. Der aus anderen Teilen der Republik schon seit Jahren berichtete Bewerbermangel habe die Ausbildungsbetriebe der Region erreicht. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sei gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent gesunken.

Und Bodo Stange brauchte nicht lange nachzudenken, um die Perspektiven für die nächsten zehn Jahre vorzustellen. Die Situation, was die Flüchtlinge angehe, sei von allen handelnden Personen falsch eingeschätzt worden. Deshalb und wegen der Sprachprobleme habe es bislang kaum eine Integration auf dem Ausbildungsmarkt gegeben. Ferner müsse sich das Berufsschulangebot näher zu den Betrieben entwickeln. Ob das Handwerk und damit die Ausbildung für Abiturienten weiterhin attraktiv bleibe, stehe ebenfalls in den Sternen. Letztlich müssten die Berufsinhalte der zunehmenden Digitalisierung in der Arbeitswelt Rechnung tragen.

Während im Handwerk immerhin 38 Prozent der Betriebe überhaupt eine Ausbildung anbieten, sind es nach dem Zahlmaterial der beteiligten Institutionen unter den IHK-Mitgliedsfirmen lediglich 23 Prozent. In den Top Ten der Wunschberufe führen übrigens der Fahrzeugmechatroniker und die Einzelhandelskauffrau. 

koy

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