Trainer Jan Nijboer hat sich damit beschäftigt und gibt seine Erkenntnisse weiter

Wenn sich Hunde langweilen

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Nijboer führt zusammen mit Murphy den Einsatz der Reizangel vor.

Verden - „Man muss immer an die angeborenen Instinkte und Bedürfnisse des Hundes denken“, fordert der bekannte Hundetrainer Jan Nijboer, wenn es darum geht, wie man richtig mit seinem Hund umgeht und ihn artgerecht beschäftigt. Nijboer, der die Erziehungsphilosophie „Natural Dogmanship“ verfasst und bereits mehrere Fachbücher und Filme veröffentlicht hat, unterstützt deshalb auch die Aktivitäten und Kursangebote im Verein Hundesport & Erziehung in Verden-Walle. Jetzt war der gefragte Hundekenner gekommen, um den Trainern im Rahmen eines mehrtägigen Seminars zum Thema „Artgerechte Beschäftigung“ neueste Erkenntnisse zu vermitteln.

Murphy gab ordentlich Gas und versuchte dabei, den Futterbeutel zu erwischen, den Nijboer an einer so genannten Reiz- oder Hetzangel befestigt hatte. „Diesem Training kann kaum ein Hund widerstehen. Er kann hier all seine angeborenen jagdlichen Triebe und Instinkte ausleben“, erklärte der Hundecoach. Im Grunde genommen sei schließlich jeder Hund scharf aufs Jagen und auf Futtersuche ambitioniert.

Aber wird der Jagdtrieb von Hunden durch dieses Training nicht geradezu angestachelt? Nijboer: „Wir müssen den Jagdtrieb nur in die von uns gewünschte Richtung leiten, und diese Art der Beschäftigung ist eine wunderbar artgerechte Form.“

Ein mit der Reizangel trainierter Hund werde nicht plötzlich hinter einer Spur loslaufen oder unkontrollierbar verschwinden. Bei diesem Training werde die Jagd vom Menschen initiiert. Mensch und Hund jagten quasi gemeinsam, was für den Vierbeiner auch um einiges spannender sei, zumal er dabei immer Erfolg habe. Außerdem sei das Üben des verlässlichen Abrufens und des Ablegens mitten in der schönsten Hatz ein wesentlicher Übungsteil im Umgang mit der Hetzleine. „Das Training dauert natürlich seine Zeit und es setzt einen gut erzogenen Hund voraus“, so Nijboer weiter. „Aber wer dann seinen Hund in voller Jagd abrufen kann, der hat ihn in der Regel auch auf dem freiem Feld oder im Wald im Griff.“

Für Nijboer ist es unerlässlich, dass ein Hund adäquat beschäftigt gehört. „Wenn ich mit meinen eigenen Hunden nichts mache, dann sind wir daheim. Sind wir aber unterwegs, gilt den Tieren meine ungeteilte Aufmerksamkeit“, erzählte er. Doch die Realität sehe leider viel zu oft anders aus, da sich sowohl das Verhältnis vom Mensch zum Hund als auch die Haltungsbedingungen von Hunden stark verändert hätten. „Die meisten Hunde haben kaum oder nichts mehr zu tun. Es fehlt ihnen an Beschäftigung, obwohl in ihnen so viele Fähigkeiten schlummern.“ Der tägliche Spaziergang oder die Kuschelstunde auf dem Sofa reichten nicht aus. Die Folge: Es kommt zur Unterforderung bis hin zu aggressivem Verhalten.

Damit das nicht passiert, stellte Nijboer den Kursteilnehmern diverse Methoden der artgerechten Beschäftigung vor und erweiterte ihren bereits bemerkenswerten Wissenstand rund um die Hundearbeit.

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