Tischlergesellen stellen in der Kreissparkasse Verden aus

Mit Fantasie und Geschick ein edles Möbelstück

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Edel gearbeitet: Joshua Prange vor seinem Doppelwaschtisch.

Landkreis - Von Markus Wienken. Geschickt mit den Händen und eine Idee im Kopf, dazu ein ausgefeilter Plan: „Schlicht, aber edel sollte es werden“, erklärt Joshua Prange. Er steht vor einem Doppelwaschtisch, Nussbaumholz, fein geschliffen, geölt – eben sehr edel. Es ist das Gesellenstück des 20-Jährigen. Die Abschlussarbeit zum Ende der Lehrzeit ist neben weiteren elf Werkstücken in der Ausstellung in der Kreisparkasse in Verden zu sehen.

Hinter den ehemaligen Lehrlingen liegt eine anstrengende Zeit. Jürgen Norden, Theorielehrer in den Berufsbildenden Schulen in Dauelsen (BBS), hat die Auszubildenden gemeinsam mit Praxislehrer Thorsten Harre vorbereitet und begleitet. „120 Stunden haben die Lehrlinge Zeit, ihr Gesellenstück zu planen, 64 davon stehen sie in der Werkstatt“, erklärt Norden. Material und Gestaltung, da haben die Azubis freie Auswahl. „Selber entwickeln, planen und fertigen, das ist in dieser Form einmalig“, so Norden.

Jung-Tischler Hermann-Maximilian Müffelmann hat sich für einen Waffenschrank entschieden. Eine zunächst ungewöhnliche Wahl. „Ich bin Jäger und mir fehlte für sämtliches Zubehör die notwendige Unterbringung“, erklärt er. Kein Problem, die Idee hatte er schon lange im Kopf, es fehlte nur noch an der Umsetzung. Im rechten Teil des Kunstwerkes werden die Waffen ihren Platz finden, im linken Bekleidung, Fernrohr, Taschen und anderes mehr. „Das Gesellenstück ist allerdings nur die Hülle für den schweren Waffenschrank“, so Müffelmann. Die Vorkehrungen dafür hatten es in sich. Verstärkte Holzplatten verbaute der Geselle, nahm extra Urlaub und schnitt zwecks weiterer Fertigung eigens Schablonen zu. Mit dem Ergebnis kann der junge Handwerker mehr als zufrieden sein. „Die Tischlerei liegt bei uns in der Familie, deswegen wollte ich den Beruf auch unbedingt lernen“, erzählt der junge Mann. Nach Ende der Lehrzeit wird er weitere Praktika machen und dann will er auf Tour gehen: „Ein halbes Jahr ,Work and Travel‘ und danach Fachabitur“, so der Lebensplan des 19-Jährigen.

Ihre Zukunft im Tischlerberuf sieht Annika Griemsmann. Sie ist die einzige Frau unter den Gesellen und als „Quereinsteigerin“ in dem Beruf gelandet. Nach dem Abitur hatte sie sich zunächst für Medieninformatik entschieden. „Mir hat aber das Handwerkliche gefehlt“, schildert sie. Nach einem Praktikum stand für sie fest: „Der Tischlerberuf ist genau richtig.“ Ihr Gesellenstück, ein hochwertiger Schreibtisch, ist der Beweis dafür. Die 22-Jährige bleibt in ihrem Ausbildungsbetrieb.

Und hat dabei durchaus gute Perspektiven. „Wie überall, hat sich der Tischlerberuf rasant und modern weiter entwickelt“, weiß Ausbilder Thorsten Harre. Zwar sei die Nachfrage nach Einzelstücken eher die Ausnahme, doch gebe es immer wieder Nischen, wo sich ein bestimmter Personenkreis ein besonderes Möbelstück für die Wohnung anfertigen lasse. „Darüber hinaus bietet die Branche mit Schiff- und Yachtenbau, aber auch Fenster- und Türenproduktion eine Vielzahl von Möglichkeiten.“ Weitere Perspektiven gibt es im so genannten CNC-Bereich. „Computer sind in unserer Branche ganz groß im Kommen, das ist für die Auszubildenden höchst attraktiv“, so Harre.

Wer trotzdem lieber mit den Händen arbeitet, der macht es wie Joshua Prange. Über den edlen Waschtisch darf sich übrigens die Mama freuen. Der Sohn zieht aus, baut zum Abschied aber das feine Möbelstück noch in das elterliche Bad ein.

Die Tischlergesellen zeigen ihre Ausstellungsstücke noch bis zum 14. August in der Kreissparkasse Verden, Ostertorstraße:

Annika Griemsmann, Oyten, (Ausbildungsbetrieb: TM – Der Tischler, Oyten); Jan Patrick von Husen, Langwedel, (Bunke Tischlerei, Langwedel); Sebastian Jonas, Bremen (Steinhard Innenausbau, Verden); Sascha Korten, Ottersberg (Tischlerei Windeler, Ottersberg); Hermann-Maximilian Müffelmann, Verden (Tischlerei Peter Brümmer, Verden-Döhlbergen); Alexander Pahl, Dörverden (Steinhard Innenausbau, Verden); Hannes Pläschke, Walsrode (Reinhardt Raumkonzept, Dörverden); Joshua Prange, Verden (Schrader Ladenbau, Verden); Daniel Schramm, Sottrum (Tischlerei Schwarz, Ottersberg); Malte Schröder, Langwedel (Tischlerei Peter Brümmer, Verden-Döhlbergen); Lukas Sturhann, Dörverden-Westen (Tischlerei Pläschke, Hämelhausen); Henrik Zimmermann, Thedinghausen (Tischlerei Thalmann, Morsum).

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