„Tierisch was los“ in Verden

Stadtführung bietet Einblicke in Pferde- und Rinderzucht

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Britta Züngel (r.) informierte über Niedersachsenhalle und Hannoveraner Verband.

Verden - „Tierisch was los“ heißt die neue Stadtführung aus der Reihe „Die Besonderen“. Stadtführerin Sabine Lühning besuchte mit den Teilnehmern die Niedersachsenhalle und die Firma Masterrind. Die Besucher erhielten interessante und seltene Einblicke rund um die Pferde- und Rinderzucht.

Erste Station war die Niedersachsenhalle an der Lindhooper Straße, Sitz des Hannoveraner Verbandes. Mit dem Bau der Halle wurde 1971 begonnen. Der Hannoveraner Verband weihte sie 1972 ein. 2011 wurde das Gebäude umfassend renoviert.

Dass Verden überhaupt zum Standort überregionaler Reitturniere geworden sei, sei Hauptmann Hamann zu verdanken, berichtete Lühning. Er habe den Verdener Rennverein gleich hinter Aachen und Berlin zu einem der führenden Vereine gemacht. Bereits in den 30er-Jahren seien bis zu 50 .000 Besucher in die damals nur 10. 000 Einwohner zählende Stadt gekommen.

Zu den Auktionen des Hannoveraner Verbandes, die lange von Hans Joachim Köhler geleitet wurden, seien Gäste aus aller Welt angereist. Köhler habe auch die Zucht nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Die erste Auktion fand 1949 in der Brunnenweg- Kaserne statt.

In der Niedersachsenhalle hielt Britta Züngel vom Hannoveraner Verband weitere interessante Fakten für die Besucher bereit. So sind die Hannoveraner die erfolgreichsten Warmblutpferde. Sie werden fürs Springen, für die Dressur oder das Vielseitigkeitsreiten gezüchtet. „Der Hannoveraner Verband ist der größte Verband der Welt“, erzählte Züngel. Durch ihre Form, Größe und ihr Talent seien die Pferde bestens für den Reitsport geeignet. Niedersachsen biete durch sein gemäßigtes Klima beste Voraussetzungen für die Zucht.  9 .000 Stuten werden jährlich gedeckt, woraus 7. 000 bis 8. 000 Fohlen hervorgehen.

Ihren Ursprung hat die Hannoveraner Zucht im Jahr 1735. Damals wurde von König Georg II das Landgestüt Celle gegründet. Seitdem sind alle züchterischen Vorgänge im Landgestüt erfasst. „Daher können wir die Wurzeln eines jeden Pferdes zurückverfolgen“, so Züngel. 1888 wurde der Hannoveraner Verband gegründet. Seitdem wird das Stutbuch geführt, wo alle Stuten registriert sind.

2017 wurden in sieben Auktionen knapp 1.000 Hannoveraner verkauft. Auch Fohlen zählen zum Angebot. „Das teuerste Fohlen brachte zu Jahresbeginn 120.000 Euro ein“, erzählte Züngel. Das teuerste Pferd, das jemals verkauft wurde, habe vor zweieinhalb Jahren für 1,2 Millionen Euro den Besitzer gewechselt. „Dabei geht unsere Anzeigentafel nur bis 999.999 Euro“, berichtete Zügel.

Im Durchschnitt bringen gekörte Hengste 100 .000 Euro. Für die Auktionspferde stehen 144 modere Boxen zur Verfügung. Damit sich die Tiere wohlfühlen, gibt es sogar Duschen, Solarium und Föhn.

Bei der Masterrind führte Tierarzt Dr. Stephane Alkabes die Besucher durch den Betrieb und gab ausführliche Erklärungen, unter anderem über den Bullengang, der der Begutachtung der Tiere dient. Sehr interessant fanden die Teilnehmer den Einblick in den Sprungraum, wo das Sperma von den Bullen gewonnen wird. Im Labor wird es dann für die Besamung aufbereitet und anschließend tiefgefroren.

Am Donnerstag, 28. Juni, 15 Uhr, findet diese Führung ein weiteres Mal statt. Treffpunkt ist der Eingang der Niedersachsenhalle, Lindhooper Straße 92. Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro, Karten gibt es bei der Tourist-Information im Verdener Rathaus, Telefon 04231/12345.  ahk

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