Theater AG zeigt im März Dürrenmatts abgründige Komödie „Die Physiker“

Ausflug ins Irrenhaus mit talentierten Gaw-Schülern

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Wer ist irre? Wer tut nur so? Und wer wird das Stück überleben? Das alles klärt sich am 3. März auf der Bühne.

Verden - Dieses Jahr führt die Theater AG der Sekundarstufe II des Gymnasiums am Wall eine Komödie von Friedrich Dürrenmatt auf. Die Schüler zeigen eine überwiegend textgebundene Inszenierung von „Die Physiker“, ein Stück über Verrücktheit, Wissenschaft, Verantwortung und drei Mordfälle. Die Lage ist folglich ernst, aber schmunzeln darf das Publikum auch.

Ein Sofa auf der Bühne, zwei biedere Sitzgarnituren, ein Kreuz und die strubbelige Perücke für Einstein. Für das Stück hat die Theater AG unter der gemeinsamen Leitung von Sarina Wilhelm, Rena Seifert und Per Dittmann eine sehr markante Bühnenausstattung angeschafft sowie passende Kostüme und ein paar besonders schrille Requisiten gewählt.

Das Theaterstück handelt von drei Irrenhaus-Patienten: Newton, Einstein und Möbius. Johann Wilhelm Möbius ist ein Physiker, der Formeln entdeckt hat, die, in falschen Händen, die Welt vernichten könnten. Newton und Einstein sind die Decknamen von Spionen, die Möbius dazu bewegen wollen, die Formeln an ihre Regierungen zu verraten. Alle drei gaukeln ihren Irrsinn nur vor. Möbius, damit seine gefährlichen Formeln als Produkt des Irrsinns abgetan werden; Newton und Einstein, um unentdeckt an Möbius heranzukommen.

Jeder der drei erdrosselt eine Krankenschwester, die er liebte, um sein jeweiliges Geheimnis zu bewahren. Als deshalb die Polizei eintrifft, vernichtet Möbius seine Formeln. Jedoch: Die Chefärztin des Irrenhauses, die einzige wirkliche Irre in diesem Stück, will unbedingt die Weltherrschaft an sich reißen…

Seit dem vergangen Herbst wird in der Schulaula geprobt, werden Kostüme anprobiert oder die detaillierten Rollenabläufe besprochen. Wer steht wann wo? Wer bewegt sich wie? Ist der Sprachduktus stimmig, zu laut oder gar zu leise? Wo soll beziehungsweise kann noch mehr vom Originaltext abgewichen werden? Spielleiter und Darsteller haben es sich nicht nehmen lassen, einige zeitgemäße Gestaltungsmerkmale einzubinden, wenngleich sie primär Wert darauf legen, die meisten Szenen originalgetreu nachzuspielen. „Dürrenmatt würde unsere Inszenierung bestimmt gefallen“, vermutet Dittmann, der die Abweichung vom Original angezettelt hat. Was Verwegenes dadurch auf der Bühne geschieht, möchte er allerdings nicht verraten. „Schauen Sie einfach selbst!“ Seifert: „Die Ausgangssituation von Dürrenmatts Komödie, die bereits Anfang der 60er-Jahre uraufgeführt wurde, hat bis heute nichts an ihrer Aktualität eingebüßt. Wir haben deshalb nur ein paar Details hinzugefügt.“

Am Donnerstag, 3. März, um 19 Uhr, haben „Die Physiker“ Premiere. Weitere Aufführungen sind dann am Dienstag, 8. März, Mittwoch, 9. März, und Freitag, 11. März, jeweils um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums am Wall. Karten sind ab Mitte dieser Woche in der Schule und in der Buchhandlung Heine erhältlich. Erwachsene zahlen fünf Euro, Schüler drei.

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