Verdener Abonnement startet in die Saison 2020/2021 / Nachholtermine für „Othello“ und Tina Teubner

Theater „auf Sicht“

Die Shakespeare Company Bremen hinterfragt mit dem Theaterstück „Love Love Love“ das Lebensprinzip einer ganzen Generation.  
Foto: marianne MENKE
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Die Shakespeare Company Bremen hinterfragt mit dem Theaterstück „Love Love Love“ das Lebensprinzip einer ganzen Generation. Foto: marianne MENKE

Verden – Die gute Nachricht vorweg: Nachdem zwei Veranstaltungen aus dem Programm des Theater-Abos in diesem Frühjahr abgesagt werden mussten, stehen nun die Nachholtermine fest. Shakespeares „Othello“ wird am Mittwoch, 23. September, aufgeführt. Das Programm „Wenn du mich verlässt, komm ich mit” der Kabarettistin Tina Teubner folgt am Mittwoch, 31. März, des kommenden Jahres.

„Aufgrund der besonderen Lage tritt eine Ausnahmeregelung für die Nachholtermine in Kraft“, teilt Susanne Reinhardt von der städtischen Kulturförderung mit. Demnach behalten Eintrittskarten ihre Gültigkeit, können aber auf Wunsch zurückgegeben werden. Dazu wenden sich die Käufer von Einzelkarten an ihre Vorverkaufsstelle, die Abo-Nutzer können die Tickets ausschließlich bei der Touristik-Information im Rathaus Verden einlösen.

Grundsätzlich, das betont Susanne Reinhardt, werde aufgrund der vielen Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie, „auf Sicht gefahren“. Sowohl für die beiden Nachholtermine als auch für das neue Programm bedeutet das: Das Abonnement wird in der Saison 2020/21 ausgesetzt und auf den Verkauf der Mini- und Vollabonnements verzichtet.

„Es können ausschließlich Einzeltickets bei den bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden“, so Reinhardt. Und das auch stets erst circa vier Wochen vor dem jeweiligen Aufführungstermin. Über den aktuellen Stand informiere die Stadtverwaltung durch entsprechende Presseveröffentlichung. Bei der Touristik-Information im Rathaus und auf der städtischen Internetseite könnten ebenfalls Auskünfte eingeholt werden.

Auf Sicht fahren, damit ist außerdem gemeint: Der Veranstaltungsort muss nicht zwingend die Stadthalle sein. In Zusammenarbeit mit der Stadthalle werde zwar ein Konzept erörtert, das die Umsetzung von Veranstaltungen auf Grundlage der Abstandsgebote mit reduzierter Anzahl von Sitzplätzen ermöglicht. Es werde aber auch an Alternativen gearbeitet, so Reinhardt. Das könne ein anderer Aufführungsort sein und sogar eine andere Technik, etwa die Aufnahme eines Theaterstücks. die dann in einem Autokino gezeigt werden könne.

Flexibilität heißt das Zauberwort. Dabei stehen alle Planungen unter einer Prämisse. Susanne Reinhardt formuliert sie so: „Eine Stadt wie Verden gänzlich ohne Kultur, ohne Theater, das geht nicht.“

Und so habe der Verdener Theaterbeirat nach Monaten der Vorbereitung ein vielfältiges Theaterprogramm für 2020/2021 zusammengestellt, das dem interessierten Besucher eine klassische Inszenierung, Komödie, Musik- und Kriminaltheater anbiete. Unter Vorbehalt, versteht sich.

Die Shakespeare Company Bremen hinterfragt mit dem Theaterstück „Love Love Love“ am Freitag, 9. Oktober, das Lebensprinzip einer ganzen Generation. Konnten Lebensgefühl und Träume der 68er-Generation in die Gegenwart überführt und Werte persönlich wie auch politisch umgesetzt werden? Ein Stück Zeitgeschichte, in der Leichtigkeit, Spielfreude und Selbstreflexion einen Platz haben.

Das Kriminalstück von Patricia Highsmith, „Zwei Fremde im Zug“, zieht die Besucher am Donnerstag, 19. November, in den Bann. Zwei Unbekannte, die sich zufällig im Zugabteil gegenübersitzen, diskutieren über die Möglichkeiten, für den jeweils anderen einen unliebsamen Menschen aus dem Weg zu räumen. Während einer der beiden noch Tage später über die Diskussion im Zug lacht, erhält er die Nachricht vom Tod seiner Frau. „Eine spannungsreiche Geschichte für Krimiliebhaber, die unter die Haut geht“, meint Susanne Reinhardt.

Keineswegs verdeckt agiert dagegen Tartuffe in der gleichnamigen Komödie nach Moliére, die am Freitag, 15. Januar 2021, zu sehen ist. Er lügt so offensichtlich, dass sich die Balken biegen, und agiert mit dem Charisma eines Heilsbringers. Trotz sichtbarer Skrupellosigkeit kann er nicht gestoppt werden, da auch seine Umgebung Scheinheiligkeit, Ignoranz und Selbstbetrug akzeptiert.

„Für das Highlight der Saison sollten sich alle Theater- und Musikinteressierte den 4. März 2021 vormerken“, rät Reinhardt. An jenem Donnerstag besteche das Musiktheaterstück „Spatz und Engel“ mit darstellerischer Spitzenleistung und Live-Musikeinlagen.

Die Weltstars Edith Piaf und Marlene Dietrich verbindet eine intensive Freundschaft, die von der Öffentlichkeit unbeachtet bleibt. Unvergessliche Chansons der beiden Weltstars bilden einen roten Faden und unterstützen auf musikalische Weise die Erzählung ihrer amourösen Lebensgeschichte.

Harte Zeiten, wie sie die Menschen zu Beginn der Weltwirtschaftskrise prägten, erlebe der Zuschauer am Donnerstag, 15. April 2021. Ödön von Horváth beschreibt in seinem Theaterstück „Glaube Liebe Hoffnung“ die unmittelbaren Folgen um 1932, wie Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg, Perspektivlosigkeit und Not.

Eine Frau verkauft ihren Körper an ein Anatomisches Institut, wird vorbestraft, verstoßen und nimmt sich das Leben. Die Begriffe „Glaube“, “Liebe“ und „Hoffnung“ kehren sich ins Gegenteil zu dem, wozu sie eigentlich bestimmt sind.  kp

Tickets

sind jeweils ab vier Wochen vor der Aufführung zum Preis von 23, 20 und 16 Euro erhältlich; ermäßigte Karten erhalten Schwerbehinderte, Arbeitslose, Schüler, Auszubildende und Studenten. Schülergruppen können Tickets zum Preis von 8 Euro pro Person bei der Touristik-Information im Rathaus Verden erwerben.

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