Theater-AG des Domgymnasiums feiert mit „Freitag, der 13.“ gelungene Premiere / Morgen zweite Aufführung

Robinsonade mit unerwarteten Showdown

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Die Inszenierung der Theater-AG des Domgymnasiums nimmt Realityshows aufs Korn. Es treten also die merkwürdigsten Charaktere auf.

Verden - Wer sich an einem Freitag, den 13., auf eine Flugreise begibt, muss sich im Grunde genommen gar nicht wundern, wenn das Vorhaben nicht ganz nach Plan verläuft. So geschehen in dem Stück „Freitag, der 13.“ , mit dem die Theater-AG am Verdener Domgymnasium eine rundum gelungene Premierenvorstellung gegeben hat. Zum zweiten Mal aufgeführt wird das Stück am Dienstag, 14. Juli, um 19 Uhr, in der Aula des Dog.

„Geehrte Fluggäste, es wird in wenigen Minuten zu einer Notwasserung kommen, da ein Fehler bei der Berechnung des Kerosinverbrauchs vorliegt.” Diese Ansage trifft die Passagiere des Fliegers nach Bangkok wie ein Schock. Doch was kann man an einem Freitag, dem 13., schon anderes erwarten? Immerhin haben die Flugzeuginsassen Glück im Unglück, denn die Passagiere, Stewardessen und der deutlich alkoholisierte Pilot finden sich auf einer einsamen Insel im Pazifik wieder.

Als „Robinsonade“ bezeichnet Autor Peter Reul sein Theaterstück, mit dem er die Realityshows auf die Schippe nimmt. So bietet die Inszenierung neben vielen witzigen Regieeinfällen auch nachdenklich stimmende Momente.

Es ist eine große Herausforderung für die bunt zusammengewürfelte Notgemeinschaft, sich auf einer kleinen Insel zu arrangieren. Klar, dass angesichts der Verschiedenheit der Charaktere nicht alles glatt läuft. Freundschaften entstehen, aber es gibt auch Streit. Eine erleidet einen Nervenzusammenbruch, während andere die Bruchlandung als spannendes Abenteuer erleben und sich wieder andere diversen zwischenmenschlichen Herausforderungen hingeben.

Als in dem Kuddelmuddel auch noch eine Gruppe von Touristen im Survivaltraining auftaucht, eine Gestrandete auf mysteriöse Weise verloren geht und die Zwangs-Insulaner zudem noch seltsame Fußspuren entdecken, spitzt sich die Lage zu und alle rätseln, was auf diesem Eiland eigentlich vor sich geht.

Aus Reuls turbulenter, schriller Vorlage hat AG-Leiterin Vanessa Galli mit ihren Theaterspielern eine munteres, temporeiches Bühnenstück inszeniert. Textsicher, selbstbewusst und mit großer Spielfreude gehen die jungen Schauspieler ans Werk und lassen dabei kaum ein Klischee aus.

Im Gegenteil: Die Verschiedenheit menschlicher Charaktere wird von dem jungen Ensemble der Jahrgänge 7 und 8 geradezu genussvoll zelebriert. Sei es die vor Selbstbewusstsein strotzende Geschäftsfrau, der undurchsichtige Terrorist mit dem Gebetsteppich im Handgepäck, der mit Goldkettchen, zurück gegeltem Haar und laszivem Blick ausgestattete Macho oder der praktisch veranlagte Opa.

Welche Figur auch immer: Die Jugendlichen entwickeln ungeahnte schauspielerische Fähigkeiten. Jede der Figuren wird so fantasievoll ausgelebt, dass es beim Publikum immer wieder Lachsalven erzeugt. In einem unerwarteten Showdown endet das skurrile Theaterwerk, das auch durch die bunte Kulisse und die einfallsreichen Kostüme punktet. Der begeisterte Applaus war am Premierenabend wohl der schönste Lohn für alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen.

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