Teilsignalanlage soll Knotenpunkt Nordertorkreisel entschärfen / Testphase

Detektor meldet Stau und Ampel schaltet auf Rot

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Blick aus Richtung Bremer Straße auf den Kreisel am Nordertor. Nach Ende der Brückenbauarbeiten soll eine Teilsignalanlage helfen, die langen Staus auf der Nordbrücke zügig aufzulösen.

Verden - Morgens, sieben Uhr, freie Fahrt über die Nordbrücke in Richtung Verdener Innenstadt, davon träumt der Autofahrer. Und der Traum soll Wirklichkeit werden. Dafür sorgen soll eine sogenannte Teilsignalisierung im Bereich Bremer Straße/Nordertorkreisel. Ist die Brückensanierung abgeschlossen, wird Ende Juni die Anlage installiert.

Vor vier Jahren wurde die Nordertorkreuzung zum Kreisel umgebaut, doch schnell zeigte sich, es läuft nicht richtig rund. Geschätzte 18000 Fahrzeuge drängen täglich auf den Knotenpunkt zu, und auch bei uneingeschränkter Nutzung und ohne Baustelle ist die Kapazität des Kreisels erschöpft. Im städtischen Ausschuss für Straßen- und Stadtgrün stellte Experte Holger van Zadel am Mittwochabend mögliche Lösungen vor.

Der Diplom-Ingenieur aus dem Planungsbüro SHP hatte im Auftrag der Stadt den Knotenpunkt per Video genau unter die Lupe genommen. Rund um die Uhr, 24 Stunden, wurden die Verkehrsströme ausführlich beobachtet und dann analysiert. Eine Erkenntnis: „Anders als ursprünglich angenommen ist nicht die insgesamt stärkste Belastung am Nachmittag für die Staubildung relevant, sondern die spezielle Situation am Morgen, die sich bis in den Vormittag hineinzieht.“ Die Folgen: „Auf der Nordbrücke bilden sich stadteinwärts lange Staus, während die anderen Zufahrten im Grunde funktionieren“, so van Zadel.

Die Lösung des Problems erhofft sich der Experte mit der Teilsignalisierung des Kreisels. Installiert werden soll die Leuchte vor der Zufahrt von der Bremer Straße. Dort melden sich, wenn der Stau auf der Nordbrücke eine gewisse Länge überschreitet, Detektoren und schalten eine Ampel auf Rot. Die Autos auf der Bremer Straße müssen vor dem Kreisel halten und der Verkehr von der Nordbrücke kann für einen begrenzten Zeitraum ungehindert in den Knotenpunkt fahren. Der Stau löst sich auf.

Wie sich Diplom-Ingenieur van Zadel die optimale Auflösung in der Realität vorstellt, zeigte er in einer Simulation. Im Video eins, ohne Signalregelung, zuckelt ein roter Lkw auf der Nordbrücke im Stau mühsam Richtung Kreisel. Im parallel laufenden zweiten Video schaltete sich hingegen die besagte Ampel ein und der rote Lkw kommt zügig durch.

Ein Jahr wollen die Experten die Teilsignallösung testen. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) ist in den Versuch eingebunden. Die zirka 10000 Euro Kosten würden sich so auf mehrere Schultern verteilen. Im Ausschuss kam das Vorhaben durchaus gut an. Carsten Hauschild (SPD) mahnte allerdings an, neben der Nordbrücke auch die anderen Zufahrten nicht aus dem Blick zu verlieren. „Was in den Morgenstunden auf der Nordbrücke passiert, erleben wir in umgekehrter Richtung in den Abendstunden auf dem Johanniswall, wo sich der Verkehr bis in die angrenzenden Straßen weit zurückstaut.“ Den Vorschlag von Verwaltung und Ingenieurbüro, im Rahmen der geplanten Umgestaltung des Johanniswalls die mittlere Spur in Richtung Kreisel deutlich zu verlängern, sieht Hauschild eher skeptisch.

Ob dem so ist, auch das soll im Rahmen der Testphase genau beobachtet werden.

mw

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