„Tanz macht Schule“ wird für Liekedeeler-Schüler zur Herausforderung

„Vieles ist sehr emotional“

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Noch sind sie fest verbunden: Doch schon bald geraten die jungen und älteren Tänzer in Bewegung und müssen sich loslassen.

Verden - Große Bühne für Schüler der Abschlussstufe an der Liekedeeler Schule in Verden: Sie zeigen bei „Tanz macht Schule“, dem Gemeinschaftsprojekt von Tintenklecks Verden und Tanzwerk Bremen, ein besonderes Beispiel von gelebter Inklusion: den Tanzbeitrag „Take off“, der vom Festhalten und vom Loslassen handelt. Und so unterschiedlich die Teilnehmer sind, so groß ist die Bewegungsvielfalt der Schüler, denen Tanzpädagogin Johanna Schlösser große Hingabe und Experimentierfreude bescheinigt.

Das Loslassen beginnt mit einem starken Festhalten. Die Tänzer beschreiten zunächst zaghaft die imaginäre Bühne, legen die Hände auf die andere Schulter, klammern sich aneinander fest, umkriechen sich, bevor sie sich einer Schlange gleich zur Musik wiegen. „Take off“ ist der Tanzbeitrag überschrieben, den die 16- bis 19-jährigen Schüler bei „Tanz macht Schule“ aufführen.

„Die Aufregung der Schüler wächst, je näher die Premiere rückt. Das Thema ist für sie zurzeit sehr wichtig und sie sprechen viel über die nahenden Auftritte“, erzählt Lehrerin Heike Rippe, die Johanna Schlösser und Lena Holtz vom Tanzwerk Bremen bei den Proben unterstützt. Ein- bis zweimal in der Woche kommen Schlösser und Holtz in die Sporthalle der Jahnschule, um dort ihre ganz besondere Art von Tanz zu vermitteln und damit die Schüler zu inspirieren.

„Sie sind sehr motiviert und konzentriert. Es ist spannend, mit ihnen zu arbeiten, und es ist jedes Mal anders, weil sich in der Arbeit mit Menschen mit Handikap im positiven Sinn manches einfach nicht vorhersehen lässt“, erzählt Schlösser, die die Gruppe auch zum Improvisieren animiert. „Wenn die Musik einsetzt, bewegen sich die Schüler dazu, je nachdem wie sie die Musik wahrnehmen.“ Das habe nur wenig zu tun mit einem klar strukturiertem Ablauf. „Vieles ist hier sehr emotional und intuitiv. Wir besprechen zwar, was wie gemacht werden soll, aber das wird von den Jugendlichen nicht unbedingt eins zu eins umgesetzt.“

Schwierig scheinen auch solche Figuren zu sein, die einen „stabilen Stand“ verlangen. Für Tänzer mit Problemen mit der Balance klappt es, auf einen Tanzpartner gestützt, dann schon erheblich besser. Neben der Freude, der tänzerischen Anforderung gewachsen zu sein, kommt demnach auch die Erkenntnis dazu: „Was alleine nicht möglich ist, lässt sich zu zweit lösen.“

„Es ist nicht wichtig, dass sie sich synchron zur Musik bewegen, aber die Musik ist eine Unterstützung und gibt auch das Tempo vor“, sagt die Tanzpädagogin, die auch den Eindruck der Lehrerin bestätigt, dass die Teilnahme am Projekt den Schülern der Liekedeeler-Schule viel Freude macht.

Tanz macht Schule feiert am Donnerstag, 10. Dezember, um 19 Uhr, in der Verdener Stadthalle Premiere. Tags darauf finden, um 9 und um 11.30 Uhr, zwei Schulvorstellungen statt. Karten im Vorverkauf sind bei der Verdener Aller-Zeitung, in der städtischen Tourist-Info und beim Tintenklecks erhältlich. Reservierungen für die Schulvorstellungen unter E-Mail marg.meyer@tintenklecks-verden.de, oder Telefon 04231/61444.

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