1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Verden

Taiwanerinnen gestalten Weltgebetstag

Erstellt:

Von: Antje Haubrock-Kriedel

Kommentare

Zwei Frauen neben einem Altar
Führten in die Thematik zum Weltgebetstag ein: Susanne Decker-Michalek (l.) und Frauke Möller. © Haubrock-Kriedel

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag, der immer am ersten Freitag im März gefeiert wird. Natürlich auch in Verden.

Der diesjährige Weltgebetstag am 3. März wird von den Frauen aus Taiwan gestaltet. Unter dem Motto „Glaube bewegt“ laden die Taiwannerinnen die Menschen dazu ein, daran zu glauben, dass wir diese Welt zum Positiven verändern können – egal wie unbedeutend wir erscheinen mögen. Im Gemeinde- und Begegnungszentrum St. Nikolai fand am Sonnabend ein Vorbereitungsseminar für die Gestaltung des Weltgebetstages statt. Susanne Decker-Michalek, Diakonin und Referentin für Frauenarbeit im Sprengel Stade führte die Teilnehmerinnen gemeinsam mit der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Frauke Möller in die Thematik ein. Die Teilnehmerinnen kamen nicht nur aus den Verdener Gemeinden, sondern auch aus Scheeßel, Ahausen, Dörverden und sogar Tostedt. „Der Weltgebetstag wird in den Gemeinden von Ehrenamtlichen vorbereitet. Dieses Seminar dient zur ersten Einführung. Da die Veranstaltung einen überregionalen Charakter hat, gibt es einen schönen Austausch. Doppelt spannend ist es, weil Taiwan momentan politisch im Brennpunkt steht“, so Decker-Michalek.

Rund 180 Kilometer trennen Taiwan vom chinesischen Festland. Doch es liegen Welten zwischen dem demokratischen Inselstaat und dem kommunistischen Regime in China. Die Führung in Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und will es „zurückholen“ – notfalls mit militärischer Gewalt. Das international isolierte Taiwan hingegen pocht auf seine Eigenständigkeit. Als Spitzenreiter in der Chip-Produktion ist das High-Tech-Land für Europa und die USA, wie die gesamte Weltwirtschaft bedeutsam. Seit Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine kocht auch der Konflikt um Taiwan wieder auf.

Spiritualität und Traditionen auf der einen, Hightech-Metropolen auf der anderen Seite

In diesen unsicheren Zeiten haben taiwanische Christinnen Gebete, Lieder und Texte für den Weltgebetstag 2023 verfasst. Am Freitag, den 3. März, feiern Menschen in über 150 Ländern der Erde diese Gottesdienste. Die Taiwanerinnen wollen von ihrem Glauben erzählen. Am Weltgebetstag wollen alle gemeinsam für das einstehen, was allen wertvoll ist: Demokratie, Frieden und Menschenrechte.

Der Konflikt zwischen der Volksrepublik China und Taiwan geht zurück auf den chinesischen Bürgerkrieg zwischen 1927 und 1949. Damals flohen die Truppen der national-chinesischen Kuomintang vor den Kommunisten nach Taiwan. Es folgte nicht nur der wirtschaftliche Aufschwung als einer der „asiatischen Tiger-Staaten“, sondern auch die Errichtung einer Diktatur. Nach langen Kämpfen engagierter Aktivisten, zum Beispiel aus der Frauenrechts- und Umweltbewegung fanden im Jahr 1992 die ersten demokratischen Wahlen statt.

Heute ist Taiwan ein fortschrittliches Land mit lebhafter Demokratie. Gerade die junge Generation ist stolz auf Errungenschaften wie digitale Teilhabe, Meinungsfreiheit und Menschenrechte. Der hektische Alltag in den Hightech-Metropolen wie der Hauptstadt Taipeh ist geprägt von Leistungsdruck, langen Arbeitstagen und steigenden Lebenshaltungskosten. Und doch spielen Spiritualität und Traditionen eine wichtige Rolle.

Die meisten Taiwaner praktizieren einen Volksglauben, der daoistische und buddhistische Einflüsse vereint. Zentrum des religiösen Lebens sind die zahlreichen bunten Tempel. Christen machen nur vier bis fünf Prozent der Bevölkerung aus. „Wir beschäftigen uns vor allem mit dem Leben der Frauen in Taiwan. Das rührt uns an”, sagt Traudi Bechtler vom Vorbereitungsteam der Verdener Gemeinden.

In Verden wird der Gottesdienst zum Weltgebetstag am 3. März in der Propsteikirche St. Josef, Andreaswall 15, gefeiert.

Auch interessant

Kommentare