Häuslische Gewalt: Informationen beim Runden Tisch

Täterarbeit für Opferschutz

Der Runde Tisch (v. l.): Ines Landwehr (Verfahrenspflegerin); Marc Wilhelms (Caritasverband), Ulla Schobert (Frauenhaus), Joachim Kopietz (Polizei), Katrin Heiland (Referentin), Friederike Geißler (Frauenberatung), Dirk Sackmann (Gerichtshilfe), Jana Görndt (Horizonte), Barbara Ahmann (BISS) und Martin Brunkhorst (Weißer Ring). Foto: interventionsprojekt

Verden – Auf Einladung des Frauenhauses und der Beratungs- und Interventionsstelle (BISS) bei häuslicher Gewalt Verden besuchte die Braunschweiger Oberamtsanwältin, Katrin Heiland, den Runden Tisch des Verdener Interventionsprojektes (VIP) gegen Gewalt an Frauen und Kindern. Im Hotel Höltje referierte sie über die Bedeutung der Täterarbeit bei häuslicher Gewalt zum Schutz der betroffenen Frauen und Kinder und stellte die Arbeit der „Täterberatungsstelle Häusliche Gewalt Braunschweig“ vor.

Ziel der Arbeit ist, durch Beratung und Verhaltenstrainings bei den Tätern Einsicht in das eigene Gewaltverhalten zu erlangen und gewaltfreie Verhaltensweisen zu etablieren. Das erklärt der Runde Tisch in einer Pressemitteilung. Nach der Darstellung von Katrin Heiland umfasst das Training der Täter in Fällen häuslicher Gewalt wöchentliche Sitzungen und eine begleitende Einzelberatung.

Es orientiert sich an den bundesweiten Qualitätsstandards für Täterarbeit und besteht aus zehn verschiedenen Modulen. Darin werden unter anderem Themen wie Opferempathie, Emotionen/Gefühle, Gewalt/Aggression/Konflikt, Beziehung/Kooperation und die Vaterrolle bearbeitet. Das Training umfasst einen Zeitraum von sechs Monaten und wird mit Einzelgesprächen begleitet.

Die Referentin erklärte, dass sowohl Teilnehmer aufgenommen werden, die sich selbst melden, als auch solche, die von den Gerichten oder Staatsanwaltschaften zugewiesen werden. „Die Erfahrungen sind in Bezug auf den erfolgreichen Abschluss des Trainings positiv“, konnte die Braunschweigerin berichten. Auch könnten kritische Situationen wie die Gestaltung des Umgangs mit den Kindern und die Übergabe entschärft werden und zudem werde der Rückgang der Gewalt registriert.

Nach dem Referat fasste der Runde Tisch den Entschluss, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. In der nächsten Sitzung wollen die Teilnehmer klären, ob Täterarbeit ein weiterer Baustein in der vernetzten Intervention bei häuslicher Gewalt im Landkreis Verden werden kann und welcher Umfang dafür gegebenenfalls erforderlich ist.

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