Tabea Sackmann holt Gold 

19-jährige Auszubildende ist Deutschlands beste Nachwuchs-Hauswirtschafterin

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Tabea Sackmann überzeugte beim Bundeswettbewerb und gewann Gold.

Verden/Rotenburg – Gold für Tabea Sackmann. Die Auszubildende des Evangelischen Jugendhofs Sachsenhain in Verden ist die beste Nachwuchs-Hauswirtschafterin der Bundesrepublik.

Die 19-jährige Rotenburgerin hat den Bundesentscheid des Berufswettbewerbes der deutschen Landjugend 2019 im bayrischen Herrsching für sich entschieden – und so am Ende rund 1000 Mitbewerber hinter sich gelassen. Richtig bewusst sei ihr der Sieg erst Stunden später geworden, berichtet die junge Frau. Die Freude und der Stolz sind ihr dabei deutlich anzumerken.

„Man darf den Spaß dabei nicht vergessen“, nach dieser Devise arbeitet Tabea Sackmann auf dem Jugendhof. Die Freude am Beruf hat die 19-Jährige wohl auch beim Wettbewerb ausgestrahlt, dazu ein gerütteltes Maß an Gelassenheit.

So mussten die Rotenburgerin und ihre Konkurrentinnen saisonale Speisen aus ihrer Region für ein festliches Buffet zubereiten. Innerhalb von zwei Stunden. Und die Küche musste in dieser Zeit auch noch aufgeräumt werden. „Das ist nicht einfach“, sagt Tabea Sackmann. Zum Glück sei sie aber relativ entspannt in der Küche gewesen.

Die Gelassenheit half. So überzeugte die angehende Hauswirtschafterin bei ihren drei Gängen, darunter selbst gebackenes Kräuterbaguette, Schweinefilet im Blätterteig und das Apfel-Dessert „Rotenburger Deern“, nicht nur mit ihren Kochkünsten. Die durchstrukturierte Arbeitsweise wusste die Jury ebenfalls zu schätzen.

Allgemeinwissen auf dem Prüfstand

Auch ihr Allgemeinwissen – von Unfallschutz bis zu europäischen Hauptstädten – und ihre Präsentationsfähigkeiten mussten die Auszubildenden im Finale des 34. Berufswettbewerbs beweisen. In der Berufstheorie ging es unter anderem darum zu begründen, warum regionale Produkte bevorzugt eingekauft werden sollten. Im Team standen die jungen Frauen vor der Herausforderung, Fachfremden die Professionalität der eigenen Arbeit zu vermitteln – beim Vorbereiten der Wäsche für die Maschine zum Beispiel oder beim Eindecken einer festlichen Kaffeetafel.

Die Rotenburgerin hielt den kritischen Blicken der Prüfer stand und erhielt am Ende 93,05 Punkte. Damit ist sie die beste Hauswirtschafterin in Ausbildung der Bundesrepublik. „Eine, die die Hauswirtschaft der Zukunft gestalten kann“, heißt es in einer Pressemitteilung des Veranstalters, des Bundes des Deutschen Landjugend.

Als eine der Besten aus Niedersachsen sei es ihr im Finale aber weniger darum gegangen, sich zu beweisen. „Jede hat jeder den Sieg gegönnt“, betont Tabea Sackmann. Der Blick über den Tellerrand sei das Wichtigste gewesen. Der hat ihr nicht nur neues Wissen und Selbstbewusstsein gebracht, sondern auch ein Netzwerk, mit dem sich berufliche Herausforderungen besser meistern lassen.

Erfolg soll andere motivieren

Ihr Erfolg, so hofft Tabea Sackmann nun, soll auch andere motivieren, sich für eine hauswirtschaftliche Ausbildung zu entscheiden. „Ich glaube, wir haben viele Vorteile“, sagt sie über sich und die Kollegen. „Denn wir können vielfältig eingesetzt werden, zum Beispiel im Hotel, in Jugendherbergen und Kindertagesstätten.“

Ihre eigene berufliche Zukunft hat die Rotenburgerin bereits fest geplant. Nach der Ausbildung geht es für vier Wochen nach Spiekeroog in eine Partnereinrichtung des Jugendhofs. Die nächsten zwei Jahre wird sie dann die Albrecht-Thaer-Schule in Celle besuchen, um sich dort zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin ausbilden zu lassen. Die einzige Hürde, die sie noch zu nehmen hat, ist die ihrer Abschlussprüfung am Freitag. Aber die wird sich sicherlich auch nehmen. Mit Spaß und Gelassenheit.

Zum Wettbewerb:

Unter dem Wettbewerbsmotto „Grüne Berufe #landgemacht: Qualität. Vertrauen. Zukunft.“ traten 115 junge Frauen und Männer im Finale des 34. Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend an. Gemeinsam zeigten die angehenden Forst- und Tierwirte, die Landwirte, Hauswirtschafterinnen und Winzer, wie vielseitig, anspruchsvoll und modern ihre Berufe sind. Der fachliche Wettstreit wurde erstmals 1953 veranstaltet. Er zählt zu den größten grünen Fort- und Weiterbildungsprojekten Europas und wird vom Bund der Deutschen Landjugend, dem Deutschen Bauern- und Deutschen Landfrauenverband mit ihren Landesverbänden sowie der Schorlemer Stiftung ausgerichtet.

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