Imker lassen ihren Honig auf gefährliche PAs testen

Süßes Gold mit Zertifikat

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Ihr Sommerhonig ist frei von PAs. Die drei Hobbyimker Olaf Rakow, Harro Gabert und Heinrich Kersten (v.l.) können das mit einem Prüfbericht belegen. 

Verden - Honig ist ein gesundes und naturbelassenes Lebensmittel. Nach entsprechenden Berichten in der Presse und im Fernsehen wächst bei seinen Liebhabern allerdings die Angst, dass auch der Honig aus der Region Verden mit hochgiftigen Pyrrolizidinalkaloiden (PAs) aus dem Jakobskreuzkraut belastet sein könnte. Die drei Imker Olaf Rakow, Harro Gabert und Heinrich Kersten machten jetzt Nägel mit Köpfen und ließen ihre Sommerernte untersuchen. Das erfreuliche Ergebnis – der Aufstrich ist PAs-frei.

Mit seinen leuchtend gelben Blüten sieht das Jakobskreuzkraut eigentlich ganz hübsch aus. Aber die Pflanze hat es in sich, sie enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA). Dieser sekundäre Pflanzenstoff, der hauptsächlich in der Familie der Korbblütler vorkommt, ist hochgiftig, schädigt die Leber und wird als krebserregend eingestuft. Fliegen Bienen das Jakobskreuzkraut an, gelangt das giftige PA in den Honig.

„Honigkauf ist Vertrauenssache. Er ist ein Naturprodukt, es kommt aus den Waben geschleudert eins zu eins in den Handel“, sagt der Eisseler Hobbyimker Heinrich Kersten. Das Beispiel aus Schleswig-Holstein, wo im vergangenen Jahr ein Imker seine gesamte Honigernte von 650 Kilogramm in in einer Biogasanlage entsorgen musste, weil der Grenzwert von 140 mg/kg überschritten wurde, verunsicherte auch viele seiner Honigkunden. Genau wie Kersten wollten auch seine Imkerkollegen Harro Gabert und Olaf Rakow Gewissheit über die Unbedenklichkeit ihres Honigs haben. Rakows Bienenvölker stehen in Eissel und Langwedel, Gabert hat seine Völker auf dem Schulungsbienenstand in Eissel und in Verden am Burgberg. „Gerade am Burgberg ist die Nähe zu Borstel und dem Industriegebiet gegeben. Hier gibt es viele brachliegende Flächen, an denen Jakobskreuzkraut blüht“, so Gabert.

Also gingen Proben des „Eissler Sommerhonigs“, des „Sommerhonigs Langwedeler Gärten“ und des „Sommerhonigs Verden-Burgberg“ ins professionelle Institut „Quality Services International GmbH (QSI) nach Bremen. Die Analyse ist nicht billig. „Wir drei Hobbyimker nehmen fast 600 Euro in die Hand. Das ist betriebswirtschaftlich unsinnig, weil die Laboruntersuchung mit Bericht für jeden der drei Imker dem Gegenwert von circa 40 Gläsern Honig entspricht“, rechnet Kersten vor. Aber die drei wollen ihrer hohen Verantwortung als Imker gerecht werden und ihren Kunden unbelasteten Honig garantieren.

Belastung nicht nachweisbar

Da ist das Ergebnis der Laboruntersuchung natürlich umso erfreulicher. In den drei Prüfberichten vom 11. August der QSI wurde bei der Analytik von 30 Parametern mit dem Fokus auf Jakobskreuzkraut keine Belastungen festgestellt, alle Parameter lagen unterhalb der Bestimmungsgrenze.

„Damit dürfte das uns von den Honigkunden entgegengebrachte Vertrauen weiter gestärkt werden“, freut sich Kersten. Den Grund dafür, dass die Bienen das Kreuzkraut meiden, sieht er im ausreichenden Nahrungsangebot, darunter auch die „Imkermischung“ Verden. Außerdem sei vielen Menschen die giftige Pflanze bekannt und sie würden diese, vor der Vermehrung, beseitigen.

Kersten legt selbst Hand und leistet zudem Aufklärungsarbeit. „Dort, wo Grundstückseigentümer eine Reduzierung des Krautes nicht eingesehen haben, habe ich ihnen einen Naturschützer geschickt. Danach wurde die Pflanze reduziert“, erzählt er. In einigen Kommunen sei die JKK-Problematik mittlerweile erkannt worden. So sei ein vom Landkreis Verden als „Natürliche Selbstentwicklungsfläche“ deklariertes Areal in Daverden, auf dem JKK vermehrt aufgetreten war, teilweise gemäht worden. 

ahk

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