Schützling der Wildtierpflegestelle Verden erholt sich von Verletzungen

Süße Sau Matilda sucht neues Heim

Julia Linz hält einen Frischling im Arm.
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Matilda ist jetzt ein süßer Frischling. Eine Auswilderung ist nicht möglich, deshalb wird für die künftige Wildsau ein Heim gesucht.

Ein Jäger brachte im Februar einen verletzten Frischling in die Wildtierpflege Verden. Nachdem Julia Linz lange um das Leben des Wildschwein-Babys kämpfen musste, hat sich Matilda inzwischen erholt. Nun wird ein Platz gesucht, wo Matilda alt werden kann.

Verden – Nachdem ein Jäger Anfang Februar einen kleinen Frischling verletzt gefunden hatte, brachte er ihn in die Wildtierpflegestelle Verden. Dort wird die süße Sau fachmännisch und liebevoll versorgt. Ersatz-Mama Julia Linz musste erst um das Leben des Wildschwein-Babys kämpfen. Nun sucht sie einen Platz, wo Matilda alt werden kann.

Viele Bisswunden

„Viele Bisswunden hatte sie“, erinnert sich die Verdenerin. „Insbesondere im Nacken, auf dem Kopf und an den Ohren.“ An einem Bachlauf habe der Jäger den Frischling gefunden, weiß Linz aus dessen Schilderungen. Nass, unterkühlt und geschwächt sei das geschätzt vier Tage alte Schweinchen gewesen. Und dem Tod näher als dem Leben.

„Wir hatten schon den Vorsatz, sie zu erlösen“

„Sie kam schon fast zum Sterben hierher“, beschreibt die seit über 20 Jahren in der Wildtierpflege aktive Verdenerin den damaligen Zustand ihres Schützlings. „Diese fürchterlichen Wunden überall.“ Zudem hatte Matilda Durchfall und eine verstopfte Nase, die ihr das Trinken und Schlucken schwer gemacht habe. Halbstündig habe sie versucht, etwas Milch in das schwer kranke Tier zu bekommen. „Wir hatten schon den Vorsatz, sie zu erlösen, doch dann hat sie über Nacht die Kurve gekriegt“, erinnert sich Julia Linz.

Trinken aus der Flasche klappt immer besser

Weiterhin sei es ein Auf und Ab gewesen. Aber Infusionen, Medikamente, Spülen der Wunden und das Inhalieren mithilfe eines Verneblers hätten zunehmend Wirkung gezeigt. Nach einer Woche war die Nase frei und das Trinken aus der Flasche klappte immer besser. Ein Sack Milchpulver und diverse Zusätze gaben Matilda Kraft. Inzwischen darf sie aus der Quarantänestation immer häufiger nach draußen. „Damit stärken wir ihr Immunsystem.“

Große Narbe auf dem Kopf

Rundum gut geht es mittlerweile dem Schweinchen, das Linz nach Harry Belafontes Welthit benannt hat. Nur noch eine große Narbe auf dem Kopf und kleinere Stellen unter dem borstigen Haar erinnern an den schweren Start ins Leben.

„Schlachten ist keine Option“

Wenn sich alles weiterhin so gut entwickelt, wird sich Matilda zu einer stattlichen Sau entwickeln. Auf dem Privatgrundstück der Familie, wo der Verein Wildtierpflegestelle Verden seinen Sitz hat, ist nicht ausreichend Platz für sie. „Eine Auswilderung ist immer Ziel der Arbeit, aber bei Wildschweinen nahezu unmöglich“, erklärt Julia Linz. Deshalb sucht sie einen Platz in einem Wildpark oder eine private Dauerpflegestelle. Eine Gemeinschaft mit einem Hängebauchschwein wäre möglich. Allerdings muss es ein Platz auf Lebenszeit sein, denn als Spanferkel soll Matilda keinesfalls enden. „Schlachten ist keine Option“, stellt Julia Linz klar.

Jetzt wirkt Matilda sauglücklich

Noch ist Matilda klein und süß, doch ausgewachsen kann sie 100 bis 120 Kilo auf die Waage bringen und 20 Jahre alt werden, schätzt sie. Darüber müssten sich Interessenten im Klaren sein. Außerdem muss, so wie in der Wildtierpflegestelle, alles vom Veterinäramt abgesegnet sein. Und ein Schwein verursacht Kosten. Bislang waren es schon mehrere hundert Euro für Futter und Behandlungen. Aber jeder Cent war es Linz Wert, denn jetzt wirkt Matilda sauglücklich. Und so soll es bleiben.  

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