Bundesnetzagentur leitet Beteiligungsverfahren ein

Suedlink-Trasse ist nicht mit dem Lineal zu ziehen

Mehr als 100 Vertreter von Behörden und Verbänden kamen zur Antragskonferenz nach Verden.

Verden - Die Bundesnetzagentur hat das Beteiligungsverfahren für die Gleichstromtrasse Suedlink eingeleitet. Dienstag fand in der Stadthalle eine Antragskonferenz für den Abschnitt A der Vorhaben 3 und 4 zwischen Brunsbüttel/Wilster bis Scheeßel statt. Mehr als 100 Vertreter von Verbänden und Behörden aus dem betroffenen Gebiet, dazu einige interessierte Bürger, waren gekommen, um ihre Anträge vorzubringen. Ziel dieses Verfahrens ist, einen 500 bis 1000 Meter breiten Korridor festzulegen, in dem die Leitung später realisiert werden kann. Über den genauen Verlauf der Leitung innerhalb dieses Korridors wird im anschließenden Planfeststellungsverfahren entschieden.

Neben dem Vorhabenträger Tennet äußerten sich auch Vertreter des Ingenieurdienstleistungsbüros ILF Consulting und des Unternehmens für Umweltplanung und Beratung Froehlich und Sporbeck zu den vorgebrachten Anträgen.

Diese bezogen sich beispielsweise auf räumliche und technologische Alternativen zum Trassenverlauf. Zur Debatte stand ebenfalls, ob in einigen Gebieten nicht die Verlegung einer Freileitung sinnvoller sei.

Auch eine Verlegung im Bereich der Straße wurde diskutiert. Hier gab es von den Fachleuten allerdings ein klares Nein. Realisiert werden könne allenfalls eine Verlegung im Randstreifen. Dieses müsse im Einzelfall entschieden werden.

Olaf Peter Eul zeigt die Alternativen im Trassenverlauf. - Fotos: Haubrock-Kriedel

Die Bündelung im Straßenverlauf könne zudem auch nachteilig sein, hieß es weiter. Denn die Verkehrswege würden meisten nicht, wie die geplante Trasse, von Norden nach Süden verlaufen, sondern häufig in Richtung Nordwest. Ein weiterer Nachteil sei, dass die Infrastruktur häufig noch aus den 60er-Jahren stammt. Mittlerweile befinden sich direkt an den Autobahnen häufig besiedelte Gebiete oder sogar geschlossene Ortschaften. Auch aufgrund der an Autobahnen aufgestellten Lärmschutzwände sei kein Durchkommen mit der Stromleitung möglich. Ein weiteres Argument gegen die Bündelung an den Autobahnen war, dass in diesem Bereich oft neue Naturschutzgebiete ausgewiesen wurden.

Antrag: Truppenübungsplatz einbeziehen

Für den Landkreis Verden stellte Fachdienstleiter Volker Lück den Antrag, auch den Truppenübungsplatz in Munster im benachbarten Heidekreis in die Planung einzubeziehen. Zwar gab es seitens des Verteidigungsministeriums die Mitteilung, dass eine Querung nicht möglich sei. Lück wies jedoch darauf hin, dass eine Verlegung des Stromkabels im Randbereich der A 7 doch möglich sei. Dieses solle in die Planung einbezogen werden.

Olaf Peter Eul, Pressesprecher der Bundesnetzagentur, betonte ausdrücklich, dass alle in Frage kommenden Trassen gleichermaßen und ohne Vorbehalte geprüft werden. Deshalb sei es so wichtig, alle Informationen zur Umwelt- und Raumverträglichkeit des vorgeschlagenen Trassenkorridors und zu möglichen Alternativen zu sammeln und zu erörtern. Immer wieder sei in den Anträgen die Gradlinigkeit ein Thema, um möglichst wenig in die Landschaftsstruktur einzugreifen. Man könne die Trasse allerdings nicht mit dem Lineal ziehen, verschiedene Faktoren wie Bodenschätze oder Landschaftsschutz müssten berücksichtigt werden. Auch die Bündelung spiele in vielen Anträgen eine Rolle, wobei hier die Meinung durchaus gespalten sei. „Gewählt wird schließlich die Trasse mit den geringsten Auswirkungen. Je tiefer wir die Prüfung herunterbrechen, desto eher kann es sein, dass wir zu anderen Trassenführungen kommen“, erklärte Eul.

Einige Jahre wird es aber noch dauern, bis die Trasse in Betrieb genommen werden kann. Nach dem Genehmigungsverfahren folgt das Planfeststellungsverfahren. Frühestens 2025 fließt dann der Strom durch das Suedlink-Kabel.  

ahk

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