Tennet-Manager Hartmann stellt das Projekt vor

Suedlink in 1,80 Metern Tiefe

Die Planung von Tennet berührt Gebiete im Landkreis Verden und im Heidekreis. - Karte: Tennet

Landkreis - Von Ronald Klee. Der Südlink ist wieder auf dem Weg. Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat am Dienstag seinen zweiten Anlauf mit einer neuen groben Trassenplanung veröffentlicht. Und jetzt ist auch Tennet-Geschäftsführer Lex Hartmann unterwegs und reist die etwa 700 Kilometer-Strecke ab, die die Stromautobahn ab 2025 nehmen soll. Wie Donnerstag in Verden, stellt er das Projekt in 30 lokalen Pressekonferenzen vor.

Der Tennet-Geschäftsführer Lex Hartmann stellt das Südlink-Vorhaben vor. - Foto: Klee

„Wir machen 100 Prozent Erdverkabelung“, stellte Hartmann gleichmal im Hotel Höltje klar. Zugleich lieferte er damit die Begründung dafür, dass der Trassenverlauf sich gegenüber dem ersten Entwurf geändert hat. Für Kabel, die in der Erde liegen, müssten eben andere Dinge beachtet werden, als für die 70-Meter-Masten, die vor ein paar Jahren so viele Proteste hervorgerufen hatten. Da seien Bodenverhältnisse, natürliche oder künstliche Hindernisse wichtiger. Die Bündelung von Trassen mit anderen Verbindungen für den Verkehr oder ähnliches spiele eine viel geringere Rolle.

„Die Kabel werden in 1,80 Meter Tiefe verlegt“, erklärte Hartmann. Sie würden eine Kapazität von 320 Kilovolt haben. Noch lieber wäre ihm eine 525 Kilovolt-Leitung. Für die könnte die Trasse schmaler werden. Nicht 25 sondern 18 Meter Breite wären nötig und weniger Kabelstränge.

Dass der Gesetzgeber auf die ungleich teurere Erdverkabelung setzt, schreckt den Manager nicht. Der Preis steige von den ursprünglich erwarteten drei auf etwa zehn Milliarden Euro. Weil das ganze aber über 40 Jahre abgeschrieben werde und der Verzicht auf das Projekt noch viel teurer werden würde, bleibt Hartmann gelassen. Er glaubt auch, dass auf den Stromkunden keine erschreckenden Teuerungen zukommen: „Die Investitionen lohnen sich.“

Südlink sei nun einmal nötig. Im Norden werde Windenergie heute schon im Überfluss produziert und produziere damit unnötige Kosten. Im Süden fehle der Strom, spätestens wenn die Kernkraftwerke dort vom Netz gehen.

Wo genau die Kabel verlegt werden, könne heute noch keiner sagen. Das werde davon abhängen, wie das Verfahren sich bei der Bundesnetzagentur entwickelt. Der jetzt veröffentlichte Vorschlag, der sich hier und da in Varianten verzweigt, berührt im Kreisgebiet auch Gemeindeflächen in Ottersberg, Langwedel, Verden und Kirchlinteln. Das stehe zur Diskussion. Nach Hartmanns 30-Termine-Tour werde Tennet präsent bleiben, informieren und Einwände und Anregungen sammeln. Selbst wenn eine Gemeinde lieber die Masten wünscht, werde darüber nachgedacht, verspricht der Geschäftsführer.

Das alles wird dann zu einem Antrag verarbeitet, den Tennet im ersten Quartal nächsten Jahres abgeben will. Wenn das Verfahren läuft rechnet Hartmann natürlich mit Widersprüchen und Widerständen. Das sei dann aber Sache von Abwägungen der Behörden.

Die anfangs angepeilte Fertigstellung 2022 werde Tennet aber nicht mehr einhalten können. Anvisiert sei 2025, und auch das sei ehrgeizig. Vier Jahre, so erwartet Hartmann, werde es bis zur Genehmigung dauern und dann vier weitere Jahre für den Bau der Stromautobahn in Richtung Süden. „Das ist sportlich“, gibt er zu.

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