Suche nach der verlorenen Zeit

Theater-AG des Domgymnasiums inszeniert „Momo“ von Michael Ende

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Adeline Schumacher (Foto) freut sich auf die Aufführung. Zum wiederholten Mal hat Maybrit Mackensen, Schülerin der Klasse 10, das Plakat für eine Inszenierung professionell gestaltet.

Verden - Schüler versus Zeitdiebe: Die von den Lehrkräften Adeline Schumacher und Marieke Gensch geleitete Theater-AG der Jahrgänge 6 bis 8 am Verdener Domgymnasium präsentiert im März dreimal das Stück „Momo“ von Autor Michael Ende in einer Bühnenfassung von Vita Huber.

Die Premiere ist am Mittwoch, 7. März, um 19 Uhr, in der Schulaula. Weitere Aufführungen folgen am Freitag, 9. März, und am Montag, 12. März, ebenfalls um 19 Uhr. Die Eintrittskarten an der Abendkasse kosten fünf, ermäßigt drei Euro.

Die anspruchsvolle Theaterinszenierung ist einer der Höhepunkte im laufenden Schuljahr und eine Herausforderung, an der jeder Schüler wachsen dürfte. In diesem Jahr haben die Lehrerinnen den märchenhaften Roman „Momo“ von Michael Ende als Grundlage ihrer Aufführung ausgewählt, die ein Thema beschreibt, das aktueller nicht sein könnte: das Ringen um die Zeit.

Erzählt und gespielt wird die Geschichte von Momo, einem Mädchen, das in einem alten Amphitheater lebt und sich viel Zeit nimmt, den Menschen zuzuhören. Doch alles ändert sich, als die „Grauen Herren “ erscheinen. Diese Mächte des Bösen rauben den Menschen ihre Lebenszeit und damit zugleich die Freude. Sie reden den Menschen ein, sie dürften nur noch „Sinnvolles“ tun, um Zeit zu sparen. 

Ein gefährlicher Weg

Langsam, aber sicher verliert Momo immer mehr ihre Freunde und daher begibt sie sich – unterstützt von Meister Hora und begleitet von der Schildkröte Kassiopeia – auf den gefährlichen Weg, um die verlorene Zeit für ihre Mitmenschen wieder zurückzugewinnen. Es ist ein spannender Wettlauf mit der Zeit, da die Grauen nur schwer zu bekämpfen sind.

Proben fleißig für die Premiere: Die jungen Schauspieler des Domgymnasiums inszenieren „Momo“ von Michael Ende.

Spaß und Freude der über 20 Mitwirkenden zeigen sich während der intensiven Probenarbeit. Hier beweisen die jungen Darsteller zwischen 12 und 14 Jahren erstaunliche Wandlungsfähigkeit und stellen überzeugend die Schattenseite einer Welt dar, die zwar vieles, aber sicher nicht kindgerecht ist. „Sie sind sehr am Thema interessiert, das kritisch auf diese Gesellschaft blickt, die einerseits bestrebt ist, immer mehr Zeit einzusparen und andererseits zunehmend die Lebensfreude verliert“, so Schumacher.

Die Lehrerin erzählt weiter, dass sie Hubers Bühnenfassung eins zu eins übernommen haben. „Aus unserer Sicht gibt es nichts zu verändern und nichts zu modernisieren. Es spielt keine Rolle, ob ein Darsteller auf der Bühne ein Smartphone zückt oder darauf verzichtet wird. Momo ist so zeitlos, als wenn Ende die Geschichte nicht in den 1970er-Jahren sondern erst gestern geschrieben hätte.“

Handys, Hektik, Hetze

Handys, Hektik, Hetze, diese permanente Unzufriedenheit mit dem, was man habe. Das Streben nach immer Höherem, nach dem größtmöglichen Optimum und über allem die Frage: „Wer stiehlt uns, wer stiehlt mir die Zeit? Dass man aber tatsächlich reicher ist, wenn man sich mit dem zufrieden gibt, was man hat, das wird allzu leicht vergessen.“

Kostüme, Livemusik und ein schönes Bühnenbild nennt Schumacher als weitere Beigaben für eine erfolgreiche Bühneninszenierung, die dem Publikum aber auch ausreichend Raum für eigene Gedanken lassen solle, so der Wunsch des Ensembles. - nie

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